Heißhunger

In der Schwangerschaft sorgen Hormone dafür, dass sich der Stoffwechsel ändert: Der Körper der Schwangeren legt Reserven an, und es gelangen viele Nährstoffe zum Ungeborenen, damit es wachsen kann. Schwangere haben deshalb oftmals schon zu Beginn der Schwangerschaft sehr großen Appetit. 

Damit Sie trotzdem nicht zu viel zunehmen, ist es wichtig, nicht „für zwei“ zu essen, sondern durch eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung dafür zu sorgen, dass Sie und Ihr Baby genügend Nährstoffe bekommen. Lebensmittel mit hohem Fett- und/oder Zuckergehalt (Süßigkeiten, Kekse, Kuchen, Imbiss- oder Fastfood-Gerichte und gezuckerte Softdrinks) nehmen Sie am besten nur sparsam zu sich.

Im Verlauf der Schwangerschaft lässt der Appetit oft wieder nach. Das kommt daher, dass der Magen durch die wachsende Gebärmutter nach oben geschoben wird und weniger Nahrung aufnehmen kann. Auch deshalb ist es gut, lieber häufiger kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen. 

Viele Schwangere haben mehr Durst als sonst, da der Körper viel Flüssigkeit braucht. Trinken Sie täglich möglichst mindestens 1,5 Liter, bei Hitze und Anstrengung auch mehr. Am besten eignen sich Wasser oder kalorienarme Getränke wie Fruchtsaftschorlen.

Wie kommt es zu „Heißhunger-Attacken“?

Regelrechte „Heißhunger-Attacken“ in der Schwangerschaft sind meist die Folge eines niedrigen Blutzucker-Spiegels. Das Hormon Insulin reguliert den Blutzucker-Spiegel und sorgt dafür, dass der Energielieferant Zucker (Glukose) in die Körperzellen gelangt. In der Schwangerschaft wird mehr Insulin produziert als sonst. Dadurch fällt der Blutzucker-Spiegel rascher ab. Dann verspürt die Schwangere plötzlichen Heißhunger.

Wenn Sie eine solche „Heißhunger-Attacke“ spüren, essen Sie am besten sofort eine Kleinigkeit, zum Beispiel einen Apfel oder eine ballaststoffreiche Zwischenmahlzeit, etwa eine Scheibe Vollkornbrot. „Heißhunger-Attacken“ lassen sich vorbeugen, wenn Sie über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen.

Warum haben Schwangere oft ungewöhnliche Gelüste?

Sehr viele Schwangere berichten über ein gesteigertes Verlangen nach besonderen Speisen und viele kombinieren dabei auch Ungewöhnliches miteinander, zum Beispiel Saures oder Salziges mit Süßem. Wenn Sie das vertragen, macht das nichts. 

In seltenen Fällen kommen absonderliche Gelüste nach nicht-essbaren Substanzen auf, wie zum Beispiel Sand, Steinen, Zahnpasta oder Kohle. Dies kann schädliche Folgen für die Mutter oder das Ungeborene haben. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 15.03.2019