Kinderwunsch-Behandlung und Berufstätigkeit

Insbesondere für die Frau ist es mitunter schwierig, Behandlung und Beruf unter einen Hut zu bringen. Die Frage, wie offen sie am Arbeitsplatz mit der Kinderwunsch-Therapie umgehen sollte, ist nicht einfach zu beantworten.

Eine Kinderwunsch-Behandlung kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Unter Umständen wird es notwendig, dass die Frau zeitweise täglich Klinik oder Praxis aufsuchen muss.

Frauenhand tippt auf einem Laptop © Picture-Factory/Fotolia
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Wenn eine Frau am Arbeitsplatz offen mit der Kinderwunsch-Therapie umgeht, kann das zu schwierigen Situationen führen: Die Vorgesetzten werden unter Umständen nicht erfreut darüber sein, dass ihre Mitarbeiterin erst häufig am Arbeitsplatz fehlt und dann eventuell durch Mutterschaft und Elternzeit länger ausfallen wird. Manche Frauen berichten, dass sie deshalb Nachteile an ihrem Arbeitsplatz in Kauf nehmen mussten oder bei Beförderungen und Fortbildungen übergangen wurden.

Ebenso schwierig kann es werden, wenn eine Frau die Behandlung verschweigt. Sie muss sich dann ständig etwas Neues einfallen lassen, um ihre Fehlzeiten zu entschuldigen. Notlügen haben jedoch oft zur Folge, dass man sich in Widersprüche verstrickt. Außerdem können Schuldgefühle den psychischen Druck während der Behandlung noch verstärken.

Letztlich muss jede Frau selbst einschätzen, ob das Klima an ihrem Arbeitsplatz ein offenes Gespräch über die Kinderwunsch-Behandlung zulässt. Möglicherweise kann sie sich auch nur einer Kollegin oder einem Kollegen anvertrauen, die oder der sie in dieser Zeit unterstützt. Manche Frauen lassen sich während der Therapie auch krankschreiben oder nehmen Urlaub.

Manche Frauen entschließen sich, den Beruf vor oder während der Kinderwunsch-Behandlung ganz aufzugeben. Dieser Entschluss kann problematisch sein. Er birgt das Risiko, sich finanziell vom Partner abhängig zu machen. Außerdem wächst die Gefahr, dass sich die Gedanken während der Behandlung nur noch um das ersehnte Kind drehen und nichts anderes mehr wichtig ist.

Es gibt auch keine Garantie dafür, dass die medizinische Therapie zur Geburt eines Kindes führt. Wenn der Erfolg ausbleibt, kann der Beruf helfen, sich abzulenken, neues Selbstbewusstsein aufzubauen und vielleicht sogar neue Lebensperspektiven zu entwickeln. Auch während der Behandlung können die sozialen Kontakte am Arbeitsplatz dazu beitragen, die Belastungen in dieser Zeit besser zu bewältigen.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 08.08.2013