Bin ich schwanger?

Schwanger oder nicht? Die meisten Frauen möchten schnell Gewissheit. Einige Zeichen können auf eine Schwangerschaft hindeuten. Sicherheit gibt ein Schwangerschaftstest zu Hause oder in der ärztlichen Praxis.

Erste Anzeichen einer Schwangerschaft

Frau schaut sich einen Schwangerschaftstest an © moodboard/Corbis Images
© moodboard/Corbis Images

Schon bevor die Regelblutung ausbleibt, ahnen viele Frauen, dass sie schwanger sind. Spannungsgefühle in der Brust, ein Ziehen im Unterleib, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Schwindel, Stimmungsschwankungen, Heißhunger oder plötzlicher Widerwille gegenüber Speisen, die man bisher mochte – all das kann auf eine Schwangerschaft hindeuten. Treten mehrere dieser Anzeichen auf und bleibt dann auch noch die Monatsblutung aus, ist eine Schwangerschaft wahrscheinlich. 

Für sich genommen kann jedes dieser Anzeichen auch andere Ursachen haben. Spannungsgefühle in der Brust oder Heißhunger kennen viele Frauen typischerweise von den Tagen vor der Regelblutung. Auch dass die Menstruation ausbleibt, ist nicht unbedingt ein eindeutiges Zeichen. Großer Stress etwa kann bewirken, dass sich die Blutung verschiebt oder auch einmal ganz ausbleibt. Schwangerschaftsanzeichen sind außerdem von Frau zu Frau unterschiedlich stark ausgeprägt. Die eine Frau spürt vielleicht kaum eine Veränderung, eine andere fühlt sich schon früh „sehr schwanger“.

Schwangerschaftstest zu Hause

Schnelle Gewissheit verschafft ein Schwangerschaftstest. Schwangerschaftstests, die man zu Hause selbst durchführen kann, sind rezeptfrei in Drogeriemärkten, Apotheken und online erhältlich. Sie kosten unter zehn Euro. Ein Test gibt innerhalb von wenigen Minuten Auskunft darüber, ob eine Schwangerschaft besteht. 

Alle erhältlichen Tests funktionieren auf die gleiche Weise: Sie weisen im Urin das Schwangerschaftshormon HCG (Humanes Chorion-Gonadotropin) nach. Dieses Hormon wird vom weiblichen Körper zunehmend produziert, wenn sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet.

Als sicher gelten Tests, die ab dem ersten Tag nach Ausbleiben der Regel eine mögliche Schwangerschaft anzeigen können. 

Den Schwangerschaftstest führen Sie am besten morgens durch, weil die HCG-Konzentration im ersten Morgenurin am höchsten ist. Fällt der Test positiv aus, können Sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von einer Schwangerschaft ausgehen. Fällt der Test negativ aus, kann der Grund dafür jedoch sein, dass der HCG-Wert im Urin trotz Schwangerschaft noch nicht ausreichend hoch ist und der Test deshalb (noch) keine Schwangerschaft anzeigt. Bleibt die Regel weiter aus, wiederholen Sie den Test am besten einige Tage später noch einmal. 

Sogenannte Frühtests, die bereits einige Tage vor der erwarteten Regelblutung angewandt werden können, haben eine geringere Aussagekraft. Ein sehr früher Test sollte daher nach einer Woche wiederholt werden.

Für alle Tests gilt: Nur wenn die Herstellerangaben genau befolgt werden, ist der Test zuverlässig. Zu einem falschen Ergebnis eines Schwangerschaftstests können neben Fehlern bei der Anwendung in seltenen Fällen auch verschiedene Erkrankungen (z.B. Eierstockzysten oder Tumore) führen. Das gilt auch für erst kurz zurückliegende Schwangerschaften, die Wechseljahre oder die Einnahme von Medikamenten, die HCG enthalten (z.B. bei einer künstlichen Befruchtung).

Schwangerschaftstest in der Arztpraxis oder bei der Hebamme

Sie können den Schwangerschaftstest auch in einer Arztpraxis oder von einer Hebamme machen lassen. Die Schwangerschaft wird dort ebenfalls durch einen Urintest festgestellt oder ausgeschlossen. Ein Bluttest wird in der Regel nur dann gemacht, wenn der Verdacht besteht, dass die Schwangerschaft nicht intakt ist.

Die Kosten für den Schwangerschaftstest bei der Ärztin, beim Arzt oder bei der Hebamme werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Besuch bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt

Bleibt die Regelblutung aus, der Schwangerschaftstest ist aber wiederholt negativ, ist eine Untersuchung in einer ärztlichen Praxis ratsam. Die Frauenärztin oder der Frauenarzt kann Sie untersuchen und prüfen, welche Ursache für das Ausbleiben der Regel verantwortlich ist. 

Wenn Sie nach einem positiven Schwangerschaftstest Schmerzen oder Blutungen bekommen, sollten Sie ebenfalls Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt aufsuchen. Sie oder er kann eine Ultraschall-Untersuchung machen, um auszuschließen, dass eine Eileiterschwangerschaft vorliegt.

Schwangerenberatung und -vorsorge

Schwangere haben Anspruch auf Beratung und Vorsorge-Untersuchungen. Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer frauenärztlichen Praxis bzw. zu einer Hebamme auf, um einen Termin für eine Beratung und die erste Untersuchung im Rahmen der Schwangerenvorsorge zu vereinbaren. Für alle nicht-medizinischen Fragen können Sie sich an eine Schwangerschaftsberatungsstelle wenden.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 06.11.2017