Familienorientierte Arbeitszeitmodelle

Von familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen können Beschäftigte und Arbeitgeber gleichermaßen profitieren. Denn eine flexible Arbeitszeitgestaltung kommt nicht nur den Bedürfnissen von Müttern und Vätern, sondern oft auch betrieblichen Erfordernissen entgegen.

Flexibilität: Ein Plus für alle

Flexible Arbeitszeitmodelle sind familienfreundlich, wenn sie den Beschäftigten genügend Spielraum bieten, berufliche und familiäre Aufgaben gut miteinander zu vereinbaren. Modelle, bei denen die Beschäftigten je nach Geschäftslage länger oder kürzer zur Arbeit erscheinen, sind dagegen vor allem arbeitgeberfreundlich.

Eltern reichen ihrem Kind etwas zu essen © BZgA/HN/Eichhöfer
© BZgA/HN/Eichhöfer

Im optimalen Fall passen beide Interessen unter einen Hut: Werden flexible Arbeitszeiten vereinbart, profitiert der Betrieb von motivierten Beschäftigten, die auch mal länger bleiben, wenn es nötig ist, und weniger arbeiten, wenn die Auftragslage schlechter ist. Umgekehrt können die Beschäftigten von der Flexibilität profitieren, um ihre Arbeitszeiten möglichst gut auf die Erfordernisse des Familienlebens abzustimmen.

Familienorientierte Arbeitszeitmodelle können nur funktionieren, wenn das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten auf Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung basiert. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass Beschäftigte durch die Nutzung flexibler Arbeitszeitregelungen keine Nachteile befürchten müssen.

Grundmodelle familienorientierter Arbeitszeit

Die folgenden Grundtypen familienorientierter Arbeitszeitmodelle lassen sich abwandeln. In größeren Betrieben gibt es manchmal auch verschiedene Formen von Teilzeitarbeit.

            • Vollzeitarbeit mit Kernarbeitszeit (Gleitzeit): Es wird eine Kernarbeitszeit vereinbart, der tägliche Arbeitsbeginn und das Ende werden aber flexibel gehandhabt. Die vertraglich festgelegte Arbeitszeit bleibt dabei unberührt.

            • Komprimierte Stunden: Dieselbe Anzahl von Arbeitsstunden wird an weniger Tagen geleistet. Statt jeden Werktag beispielsweise von 9 bis 18 Uhr zu arbeiten, wird die volle Wochenstundenzahl auf vier Tage verteilt.

            • Teilzeitarbeit: Die Arbeitszeit wird täglich um eine oder mehrere Stunden oder tageweise reduziert. Damit verbunden ist eine entsprechende Verringerung des Entgeltes.

            • Teleheimarbeit (Homeoffice): Der Arbeitsort kann (fest vereinbart oder je nach Bedarf) stunden- oder tageweise nach Hause verlegt werden. Arbeitszeit und -dauer bleiben unverändert, sodass keine Einkommensverluste entstehen.

            • Vertrauensarbeitszeit: Der Arbeitgeber verzichtet auf die Kontrolle der Arbeitszeit. Was zählt, ist das Ergebnis der Arbeit. Wann die Beschäftigten arbeiten, um das erforderliche Ergebnis zu erreichen, ist ihnen überlassen. Vertrauensarbeitszeit lässt sich gut mit Telearbeit (Homeoffice) kombinieren.

            • Zeitkonten: Geleistete Arbeitszeiten werden als „Arbeitszeitguthaben“, nicht geleistete als „Arbeitszeitschulden“ auf einem Zeitkonto erfasst. Dabei vereinbaren der Arbeitgeber und die Beschäftigten feste Obergrenzen für Zeitguthaben und Zeitschulden. Kommt es in einer Phase, in der zum Beispiel die Kinder viel Aufmerksamkeit brauchen, zu einer bestimmten „Zeitschuld“, kann diese später mit intensiveren Arbeitsphasen ausgeglichen werden – oder umgekehrt. Das ist vor allem für unvorhersehbare familiäre Erfordernisse praktisch. Die Möglichkeit, im Bedarfsfall ohne finanzielle Einbußen einige freie Stunden oder Tage zu nehmen, kann berufstätige Eltern enorm entlasten.

            Letzte Aktualisierung dieser Seite: 03.07.2017