Scheidenpilz-Infektion

Ein Scheidenpilz kann sich durch Juckreiz, Brennen, weißlich-krümeligen Ausfluss (Fluor) und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr bemerkbar machen.

Für das ungeborene Kind ist eine Scheidenpilz-Infektion ungefährlich. Da der Erreger jedoch bei der Geburt auf das Kind übertragen werden kann, ist es sinnvoll, bei Nachweis eines Scheidenpilzes spätestens eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin eine Behandlung zu beginnen.

Wie kommt es dazu?

Scheidenpilz-Infektionen kommen recht häufig vor, wobei eine Besiedelung der Scheide mit Hefepilzen oft ohne Symptome und deshalb unbemerkt bleibt. In den meisten Fällen handelt es sich um den Erreger Candida albicans. Hefepilze gehören zur natürlichen Körperflora und vermehren sich besonders gut in feucht-warmen Körperregionen. Das Immunsystem sorgt im Allgemeinen dafür, dass sie sich nicht übermäßig vermehren.

In der Schwangerschaft treten Pilzinfektionen der Scheide (Vaginal-Mykosen) häufiger auf als gewöhnlich. Dies liegt daran, dass die hormonellen Veränderungen das Immunsystem beeinflussen und das Wachstum von Hefepilzen begünstigen. Gegen Ende der Schwangerschaft können bei rund einem Drittel der Schwangeren Hefepilze in der Scheide nachgewiesen werden.

Übertragung bei der Geburt

Wird eine Scheidenpilz-Infektion nicht behandelt, können die Erreger bei der Geburt auf das Kind übertragen werden. In der Folge kann sich bei dem Neugeborenen eine Infektion des Mund- und Rachenraums (Mundsoor) oder eine Windeldermatitis entwickeln. Beides lässt sich im Allgemeinen gut behandeln.

Problematisch kann eine Pilz-Infektion dagegen für frühgeborene Babys mit unter 1500 Gramm Geburtsgewicht sein. Wegen ihres noch wenig entwickelten Abwehrsystems haben sie ein erhöhtes Risiko für eine sogenannte systemische Candida-Sepsis, bei der ganze Organe von Hefepilzen befallen werden.

Behandlung

Auch in der Schwangerschaft wird ein Scheidenpilz mit lokal wirkenden Medikamenten (als Salbe und/oder Scheidenzäpfchen) behandelt. Bewährt haben sich hier nach Angaben von Embryotox, dem unabhängigen Portal für Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit, insbesondere die Wirkstoffe Clotrimazol und Miconazol.

Vorbeugung

Wenn Sie zu Pilzinfektionen neigen, verzichten Sie besser auf Slipeinlagen, da sie zu einem Feuchtigkeits- und Wärmestau führen können, was eine Pilzinfektion begünstigt. Aus dem gleichen Grund empfiehlt sich Unterwäsche aus leichter Baumwolle statt aus Synthetik.

Zur Intimpflege reichen im Allgemeinen warmes Wasser und eventuell ein wenig pH-neutrale Seifenlotion. Das schützt die natürlichen Abwehrkräfte des Scheidenmilieus gegen Keime aller Art.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 21.03.2019