Ringelröteln

Ringelröteln sind eine weit verbreitete Viruserkrankung. Sie haben nichts mit den ebenso verbreiteten Röteln zu tun, da sie durch ein anderes Virus ausgelöst werden. Etwa drei Viertel der Bevölkerung haben Ringelröteln in der Kindheit bereits durchgemacht und sind daher gegen eine erneute Ansteckung immun. Eine Impfung gibt es nicht.

Hat eine Schwangere keinen Immunschutz und kommt es während der ersten Hälfte der Schwangerschaft zu einer Infektion, kann dies gefährlich für das ungeborene Kind sein.

Zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung zeigt sich meist ein roter Ausschlag auf den Wangen, nach weiteren ein bis vier Tagen dann ein oft stark juckender, girlandenförmiger Ausschlag an Körper, Armen und Beinen. Hinzu kommen möglicherweise leichtes Fieber, Müdigkeit, Unwohlsein und Gelenkentzündungen. Rund ein Drittel der Menschen, die sich angesteckt haben, zeigen allerdings keine Krankheitszeichen.

Ansteckung

Der Erreger der Ringelröteln, Parvovirus B 19, wird durch Tröpfcheninfektion, also durch Niesen, Husten und Sprechen, oder durch Gegenstände übertragen, an denen das Virus haftet.

Am größten ist die Ansteckungsgefahr in den Tagen, bevor sich möglicherweise erste Symptome zeigen. Deshalb ist es schwer, einer Infektion auszuweichen, wenn kein eigener Immunschutz besteht.

Bluttest

Ob ein Immunschutz besteht, kann mit einer Blutuntersuchung auf Antikörper überprüft werden. Auch wenn Sie Sorge haben, sich angesteckt zu haben, kann ein Bluttest Sicherheit geben, ob es zu einer Infektion gekommen ist.

Infektion in der Schwangerschaft

Selbst wenn sich eine Schwangere mit Ringelröteln ansteckt, überträgt sie das Virus nicht unbedingt auf ihr ungeborenes Kind. Das ist nur bei etwa einem Drittel der Schwangeren der Fall.

Bei einer Infektion des Kindes in der frühen Schwangerschaft kommt es häufiger zu einer Fehlgeburt oder zu einem sogenannten Hydrops fetalis. Das sind Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) unter der Haut und in der Bauchhöhle des ungeborenen Kindes, die sich über den ganzen Körper ausbreiten und die Haut des Kindes deutlich vom Körper abheben können. Ein Hydrops fetalis kann per Ultraschall erkannt werden.

In der zweiten Schwangerschaftshälfte besteht kaum noch eine Gefahr für eine Schädigung des Kindes.

Behandlung

Bei einer akuten Ringelröteln-Infektion der Schwangeren kann das ungeborene Kind mit einer Bluttransfusion über die Nabelvene behandelt werden. Manchmal sind mehrere Transfusionen nötig.

Vorbeugung

Wenn Sie keinen Immunschutz und in Ihrem näheren persönlichen Umfeld oder beruflich Kontakt mit kleinen Kindern haben, besteht bei Ihnen ein erhöhtes Infektionsrisiko. Da es keine Impfung gibt, ist es wichtig, bei fehlender Immunität besonders vorsichtig zu sein und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen – zum Bespiel eine zeitlich begrenzte Freistellung von der Arbeit mit kleinen Kindern.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 22.03.2019