Das Verhütungspflaster

Das Verhütungspflaster (Hormonpflaster) ist transparent oder hautfarben, wird wie ein normales Pflaster einfach auf die Haut geklebt und wirkt ähnlich wie die Mikropille.

Wirkung

Bild zeigt eine Hand, die ein Verhütungspflaster hält © BZgA/HauptwegNebenwege

Das Verhütungspflaster gibt an den Körper eine Kombination der Hormone Östrogen und Gestagen ab. Das Wirkprinzip  entspricht dem einer Einphasen-Pille: In erster Linie werden der Eisprung und die Einnistung einer Eizelle verhindert. Durch die Verdickung der Schleimhaut im Gebärmutterhals wird zusätzlich das Eindringen von Samenzellen verhindert.

Anwendung

Das Pflaster wird am ersten Tag der Menstruation auf eine saubere, trockene und gesunde Hautstelle (nicht gerötet oder verletzt) aufgeklebt – etwa auf das Gesäß, den Bauch, die Außenseite eines Oberarms oder den Oberkörper (mit Ausnahme der Brüste). Ein Aufkleben auf die Oberschenkel wird wegen der zu großen Reibung nicht empfohlen. Damit das Pflaster gut haftet, sollte in der Nähe des Pflasters auf Cremes, Lotionen, Make-up oder andere Kosmetika verzichtet werden.

Das Pflaster wird fest angedrückt, bis die Ränder gut haften, und verbleibt dann für eine Woche an dieser Stelle. Sitz und Haftung des Pflasters sollten jeden Tag überprüft werden.

Wenn das Pflaster erst am Tag zwei bis fünf des Zyklus aufgeklebt wird, muss in den folgenden sieben Tagen zusätzlich mit einer Barrieremethode (zum Beispiel einem Kondom) verhütet werden. Nach jeweils einer Woche – immer am gleichen Wochentag – wird das Pflaster gewechselt. Es muss keine bestimmte Uhrzeit eingehalten werden. 

Das Pflaster sollte nach Möglichkeit jedes Mal an einer anderen Stelle, aber im gleichen Körperbereich aufgeklebt werden (zum Beispiel abwechselnd die rechte und linke Pobacke). Es darf jeweils nur ein Pflaster getragen werden.

Wenn man von einem anderen hormonellen Verhütungsmittel auf das Pflaster wechselt, sollte der Zeitpunkt mit einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen besprochen werden.

Ab dem 22. Zyklustag, also in der vierten Woche, wird kein Pflaster mehr getragen. In dieser Woche kommt es normalerweise zu einer Blutung. Nach dieser pflasterfreien Woche (sieben Tage) wird dann am gewohnten Wochentag ein neues Pflaster aufgeklebt, auch wenn die Blutung nicht eingetreten oder noch nicht beendet ist.

Wegen der Verhütungssicherheit darf die pflasterfreie Phase von sieben Tagen nicht überschritten werden. Wird das Wechseln des Pflasters am „Pflasterwechseltag“ vergessen, muss das neue Pflaster möglichst umgehend aufgeklebt und zusätzlich sieben Tage ein nicht hormonelles Verhütungsmittel wie ein Kondom angewandt werden. Sonst besteht kein sicherer Empfängnisschutz.

Sicherheit

Für das Verhütungspflaster wird eine sehr hohe Sicherheit angegeben. Belegt wird in Studien jedoch nur die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei Frauen zwischen 18 und 45 Jahren. Bei Frauen mit einem Körpergewicht von 90 Kilogramm oder mehr kann die Wirksamkeit vermindert sein.

In Studien hat das Pflaster auch im Schwimmbad, in der Sauna oder beim Sport eine gute Haftfähigkeit bewiesen. Wenn es sich dennoch teilweise oder ganz löst, darf es nur wieder aufgeklebt werden, wenn es noch sicher haftet. Löst sich das Pflaster, bleibt der Empfängnisschutz für eine Zeitspanne von 24 Stunden erhalten. In diesem Zeitraum muss dieses Pflaster oder ein neues aufgeklebt werden. Eine zusätzliche Verhütung ist nicht nötig. 

Ist das Pflaster mehr als einen Tag (24 Stunden oder länger) gelockert oder abgelöst, besteht kein sicherer Schutz mehr vor einer Schwangerschaft. Deshalb muss ein neues Pflaster aufgeklebt und ein neuer Anwendungszyklus begonnen werden. In den ersten sieben Tagen dieses neuen Zyklus muss dann zusätzlich ein nicht-hormonelles Verhütungsmittel angewendet werden.

Antibiotika, Mittel gegen Epilepsie, Pilzinfektionen, Tuberkulose sowie Johanniskraut können die Wirksamkeit des Verhütungspflasters beeinträchtigen

Vorteile

Das Pflaster ist bequem und leicht anzuwenden. Es zählt zu den Verhütungsmethoden, die eine hohe Sicherheit bieten. Die Hormone werden direkt über die Haut ins Blut abgegeben, sodass die Belastung vor allem der Leber deutlich geringer ist als bei Hormonpräparaten, die über den Mund eingenommen werden. Erbrechen oder Durchfall haben keinen Einfluss auf die Wirksamkeit des Verhütungspflasters. Medizinische Gründe für die Anwendung des Pflasters können deshalb Essstörungen, insbesondere Bulimie, und chronische Darmentzündungen sein.

Nachteile

Wie bei allen hormonellen Verhütungsmitteln, die Hormonzusammensetzungen enthalten, kann es anfangs zu unregelmäßigen Blutungen kommen. In klinischen Studien traten als sehr häufige Nebenwirkungen Brustbeschwerden, Kopfschmerzen, Hautreaktionen am Haftort des Pflasters und Übelkeit auf.

Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für venöse oder arterielle Thromboembolien durch das Pflaster hin. Nach Schätzungen müssen 6 bis 12 von 10.000 Frauen pro Anwendungsjahr mit einer venösen oder arteriellen Thromboembolie rechnen. Zum Vergleich: Von den Frauen, die kein kombiniertes hormonelles Verhütungsmittel benutzen, sind statistisch pro Jahr nur 2 von 10.000 von einer Thromboembolie betroffen. Deshalb sollte vor der Verordnung des Hormonpflasters mit der Ärztin oder dem Arzt sorgfältig geklärt werden, ob eine Anfälligkeit für Thrombosen besteht.

Gegenanzeigen

Bei einer Reihe von Erkrankungen darf das Verhütungspflaster nicht angewendet werden:

  • bestehende oder zurückliegende venöse oder arterielle Thrombosen,
  • vaginale Blutungen mit ungeklärter Ursache (zum Beispiel Minimal- oder Zwischenblutungen, umgangssprachlich „Schmierblutungen“),
  • eine ungewöhnlich starke, häufige oder lang andauernde Periodenblutung,
  • Brustkrebs,
  • Migräne mit Aura (Sensibilitätsstörungen),
  • Lebererkrankungen,
  • sehr hoher Blutdruck,
  • Diabetes mit Gefäßschädigungen.

Bei einer Überempfindlichkeit gegenüber einzelnen Wirk- oder Hilfsstoffen des Präparats darf das Pflaster nicht angewendet werden. Die entsprechenden Symptome sind in der Gebrauchsinformation des Präparates beschrieben.

Stillzeit

 

Während der Stillzeit sollte das Pflaster nicht angewendet werden. Die Wirkstoffe können die Menge der Muttermilch und ihre Zusammensetzung verändern. Kleine Mengen der Wirkstoffe können auch in die Muttermilch übergehen.

Kosten

Das Verhütungspflaster kostet als Dreimonatspackung etwa 40 Euro.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 06.01.2016