Häufige Verhütungspannen - und was dann zu tun ist

Wer ein Verhütungsmittel falsch einsetzt oder vergisst, riskiert eine Schwangerschaft.  Auch Wechselwirkungen mit Medikamenten können den Empfängnisschutz gefährden. Hier finden Sie die häufigsten Anwendungsfehler und erfahren, was Sie im gegebenen Fall tun können. Ist ein Anwendungsfehler passiert, der sich nicht mehr gutmachen lässt, kann eine Beratung in der Apotheke oder ein rascher Arztbesuch klären, ob eventuell die "Pille danach" in Betracht kommt.

Kombinationspille

Pille vergessen

Je nachdem, wann Sie die Pille vergessen haben, kann ein zusätzliches Verhütungsmittel nötig sein:

  • Sie haben die Pille vor weniger als zwölf Stunden vergessen: Es reicht aus, wenn Sie die vergessene Pille nachnehmen und die Einnahme wie gewohnt fortsetzen.
  • Sie haben die Pille vor mehr als zwölf Stunden vergessen:
    Anwendungsschema

Durchfall/Erbrechen

Bei Durchfall und/oder Erbrechen innerhalb von vier Stunden nach Einnahme der Pille besteht kein sicherer Empfängnisschutz mehr.

Damit Sie weiterhin geschützt sind, nehmen Sie eine zusätzliche Pille innerhalb von zwölf Stunden nach der normalen Einnahmezeit ein.

Wenn mehr als zwölf Stunden vergangen sind, folgen Sie den Empfehlungen für „Pille vor mehr als zwölf Stunden vergessen“.

Alkohol/Drogen

Vorsicht: Nach Drogen- oder Alkoholkonsum kann die Pille leichter vergessen oder erbrochen werden. In diesem Fall gehen Sie vor wie unter „Pille vergessen“ oder „Durchfall/Erbrechen“ beschrieben.

Zeitverschiebung auf Reisen

Achten Sie bei Reisen in eine andere Zeitzone auf die Zeitverschiebung. Möglicherweise müssen Sie eine Pille zusätzlich einnehmen.
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Wechselwirkungen mit Medikamenten

Manche Arzneiwirkstoffe können die Wirkung der Pille beeinträchtigen. Sie können zum Beispiel in folgenden Mitteln enthalten sein:

  • Antibiotika
  • Johanniskraut
  • Blutdruck- und Cholesterinsenker
  • Abführmittel
  • Rheumamittel
  • Antiepileptika
  • Mittel gegen Pilzinfektionen (Antimykotika)
  • Antidiabetika
  • Mittel gegen Tuberkulose
  • Mittel gegen eine HIV-Infektion/AIDS

Wenn Sie solche Medikamente einnehmen, lesen Sie die Gebrauchsinformation genau und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie vorübergehend oder dauerhaft eine andere Verhütungsmethode wählen sollten.

Minipille

Minipille vergessen

Holen Sie die Einnahme so schnell wie möglich nach. Die nächste Pille nehmen Sie dann wieder zum gewohnten Zeitpunkt ein.

Falls Sie die Minipille vor mehr als zwölf Stunden vergessen haben (bei Minipillen mit dem Wirkstoff Levonorgestrel: vor mehr als drei Stunden), benötigen Sie in den nächsten sieben Tagen zusätzlich ein anderes Verhütungsmittel. Wenn Sie in der Woche vor der vergessenen Pilleneinnahme Geschlechtsverkehr hatten, besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft. Lassen Sie sich umgehend ärztlich beraten!

Durchfall/Erbrechen

Bei Durchfall und/oder Erbrechen innerhalb von vier Stunden nach Einnahme der Pille besteht kein sicherer Empfängnisschutz mehr. Damit Sie weiterhin geschützt sind, nehmen Sie eine zusätzliche Pille ein. Falls Sie auch danach noch Erbrechen oder Durchfall haben, benötigen Sie bis sieben Tage nach Ende des Erbrechens und/oder Durchfalls ein zusätzliches Verhütungsmittel, zum Beispiel ein Kondom.

Alkohol/Drogen

Vorsicht: Nach Drogen- oder Alkoholkonsum kann die Pille leichter vergessen oder erbrochen werden. In diesem Fall gehen Sie vor wie unter „Pille vergessen“ oder „Durchfall/Erbrechen“ beschrieben.

Zeitverschiebung auf Reisen

Achten Sie bei Reisen in eine andere Zeitzone auf die Zeitverschiebung. Je nach Präparat darf die übliche Einnahmezeit der Minipille nicht mehr als drei bzw. zwölf Stunden überschritten werden. In diesem Fall gehen Sie vor wie unter „Minipille vergessen“ beschrieben.
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Wechselwirkungen mit Medikamenten

Manche Arzneiwirkstoffe können die Wirkung der Minipille beeinträchtigen. Sie können zum Beispiel in folgenden Mitteln enthalten sein:

  • Antibiotika
  • Mittel gegen Pilzinfektionen (Antimykotika)
  • Antiepileptika
  • Johanniskraut
  • Aktivkohle zur Behandlung von Durchfall
  • Mittel gegen Tuberkulose
  • Mittel gegen HIV-Infektionen/AIDS

Wenn Sie solche Medikamente einnehmen, lesen Sie die Gebrauchsinformation genau und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie vorübergehend oder dauerhaft eine andere Verhütungsmethode wählen sollten.

Hormonspirale/Kupferspirale

Verrutschen/Verlust

In seltenen Fällen kann die Spirale verrutschen oder verloren gehen. Dann besteht kein sicherer Empfängnisschutz mehr.

Sie können den Sitz der Spirale anhand der dünnen Rückholfädchen prüfen, die etwas aus dem Muttermund herausragen. Falls Sie die Fäden nicht mehr ertasten können, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Vaginalring

Anwendungszeitraum nicht beachtet

Nach der Anwendungspause sollte der Ring am gleichen Wochentag und zur gleichen Uhrzeit wieder eingesetzt werden wie beim Entfernen eine Woche zuvor. Wenn die richtige Uhrzeit mehr als drei Stunden überschritten wurde, kann der Empfängnisschutz beeinträchtigt sein. Dann benötigen Sie während der nächsten sieben Tage ein zusätzliches Verhütungsmittel, zum Beispiel ein Kondom.

Herausrutschen/Verlust

Ist der Vaginalring einmal herausgerutscht, sind Sie weiter vor einer Empfängnis geschützt, wenn Sie ihn innerhalb von drei Stunden wieder einsetzen. Spülen Sie den Ring vor dem Einsetzen mit kühlem bis lauwarmem Wasser ab.
War der Ring für mehr als drei Stunden außerhalb der Scheide, besteht kein sicherer Empfängnisschutz mehr. Dann können Sie so vorgehen:

  • In den ersten beiden Wochen der dreiwöchigen Anwendung: Setzen Sie den Ring wieder ein und benutzen Sie während der nächsten sieben Tage ein zusätzliches Verhütungsmittel, zum Beispiel ein Kondom.
  • In der dritten Woche der dreiwöchigen Anwendung haben Sie zwei Möglichkeiten:
  1. Legen Sie sofort einen neuen Vaginalring ein. Damit beginnt die nächste dreiwöchige Anwendung. Es kann sein, dass die Entzugsblutung ausbleibt oder dass Sie Zwischenblutungen bekommen.
  2. Warten Sie die Entzugsblutung ab. Legen Sie einen neuen Ring nicht später als sieben Tage, nachdem der Ring herausgerutscht ist, ein. Dieses Vorgehen kommt nur infrage, wenn der Vaginalring in den sieben Tagen vor dem Herausrutschen ununterbrochen innerhalb der Scheide war.

Ringwechsel vergessen

Wurde derselbe Vaginalring länger als vier Wochen angewendet, kann der Verhütungsschutz beeinträchtigt sein. Bevor ein neuer Ring eingelegt wird, muss die Möglichkeit einer Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Haltbarkeitsdatum abgelaufen/unsachgemäß aufbewahrt

Beachten Sie das Haltbarkeitsdatum des Vaginalrings auf der Packung. Ist es überschritten, verwenden Sie den Vaginalring nicht mehr, da seine Wirkung beeinträchtigt sein könnte.

Lagern Sie den Vaginalring nicht bei Temperaturen über 30° C. Bewahren Sie ihn in der Originalverpackung am besten im Kühlschrank auf.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Manche Arzneiwirkstoffe können die Wirkung des Vaginalrings beeinträchtigen. Sie können zum Beispiel in folgenden Mitteln enthalten sein:

  • Antiepileptika
  • Antibiotika
  • Mittel gegen Pilzinfektionen (Antimykotika)
  • Johanniskraut
  • Mittel gegen Tuberkulose
  • Mittel gegen HIV-Infektionen/AIDS

Wenn Sie solche Medikamente einnehmen, lesen Sie die Gebrauchsinformation genau und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie vorübergehend oder dauerhaft eine andere Verhütungsmethode wählen sollten.

Verhütungspflaster

Pflaster hat sich gelöst

Sollte sich das Pflaster zum Beispiel beim Duschen oder beim Sport lösen, darf es nur weiter verwendet werden, wenn es nach dem erneuten Aufkleben sicher haftet. Falls nicht, verwenden Sie ein neues Pflaster.
Wurde die Anwendung nicht länger als 24 Stunden unterbrochen, bleibt der Empfängnisschutz erhalten.
Wenn die Anwendung länger als 24 Stunden unterbrochen wurde oder Sie nicht genau wissen, wann sich das Pflaster gelöst hat, kleben Sie sofort ein neues Pflaster auf. Damit beginnt ein neuer dreiwöchiger Anwendungszyklus. In den ersten sieben Tagen dieses Zyklus benötigen Sie ein zusätzliches Verhütungsmittel, zum Beispiel ein Kondom.

Pflasterwechsel vergessen

Vergessen in der ersten Woche/Tag 1:
Kleben Sie schnellstmöglich ein Pflaster auf. In den ersten sieben Tagen des neuen Zyklus benötigen Sie ein zusätzliches Verhütungsmittel, zum Beispiel ein Kondom. Hatten Sie in der pflasterfreien Zeit ungeschützten Geschlechtsverkehr, besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft. Lassen Sie sich ärztlich beraten!

Vergessen in der zweiten Woche/Tag 8 oder dritten Woche/Tag 15 innerhalb der ersten 48 Stunden:
Das vergessene neue Pflaster umgehend aufkleben, das nächste Pflaster dann wieder am gewohnten „Pflaster-Wechseltag“. Wenn Sie in den sieben Tagen vor dem vergessenen Wechsel das Pflaster korrekt angewendet haben, ist es nicht nötig, zusätzlich zu verhüten.

Wurde das Pflaster länger als 48 Stunden vergessen, sind Sie nicht mehr vor einer Schwangerschaft geschützt. In diesem Fall sollten Sie ein neues Pflaster aufkleben und mit einem neuen vierwöchigen Zyklus beginnen. In den ersten sieben Tagen des neuen Zyklus muss zusätzlich ein nichthormonelles Verhütungsmittel angewendet werden, zum Beispiel ein Kondom.

Wenn Sie vergessen haben, das Pflaster zu Beginn der vierten Woche (Tag 22) zu entfernen, holen Sie das schnellstmöglich nach. Der nächste Zyklus beginnt dann wie gewohnt nach Tag 28 des Verhütungszyklus. Ein zusätzliches Verhütungsmittel ist nicht notwendig.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Manche Arzneiwirkstoffe können die Wirkung des Verhütungspflasters beeinträchtigen. Sie können zum Beispiel in folgenden Mitteln enthalten sein:

  • Antiepileptika
  • Mittel gegen Pilzinfektionen (Antimykotika)
  • Antibiotika
  • Johanniskraut
  • Mittel gegen Tuberkulose
  • Mittel gegen HIV-Infektionen/AIDS

Wenn Sie solche Medikamente einnehmen, lesen Sie die Gebrauchsinformation genau und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie vorübergehend oder dauerhaft eine andere Verhütungsmethode wählen sollten.

Hormonimplantat (Verhütungsstäbchen)

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Manche Arzneiwirkstoffe können die Wirkung des Hormonimplantats beeinträchtigen. Sie können zum Beispiel in folgenden Mitteln enthalten sein:

  • Antibiotika
  • Antiepileptika
  • Johanniskraut
  • Mittel gegen Pilzinfektionen (Antimykotika)
  • Mittel gegen Tuberkulose
  • Mittel gegen HIV-Infektionen/AIDS

Wenn Sie solche Medikamente einnehmen, lesen Sie die Gebrauchsinformation genau und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie vorübergehend oder dauerhaft eine andere Verhütungsmethode wählen sollten.

Austausch vergessen

Das Implantat muss spätestens drei Jahre nach dem Einlagedatum entfernt werden.

Kondom

Kondom zu eng oder zu weit

Richtige Größe wählen. Die richtige Größe können Sie mithilfe des Kondometers ermitteln.

Kondom beim Öffnen beschädigt

Neues Kondom verwenden.
Kondome immer vorsichtig aus der Folie nehmen, dabei keine spitzen Gegenstände verwenden. Vorsicht auch bei langen Fingernägeln, Ringen oder Piercings.

Luft im Reservoir des Kondoms eingeschlossen

Am besten neues Kondom verwenden.
Das Reservoir zwischen Zeigefinger und Daumen so zusammendrücken, dass es luftleer bleibt, dann Kondom aufsetzen und langsam abrollen.

Kondom verkehrt herum aufgesetzt

Neues Kondom verwenden.
Die Rolle muss außen sein, dann vorsichtig bis zur Peniswurzel abrollen (nicht am Kondom ziehen).

Falsches Gleitmittel verwendet

Neues Kondom verwenden.
Nur Gleitmittel auf Wasserbasis benutzen – keine fetthaltigen Mittel wie Vaseline oder Öl, da Fett den Latex angreift.

Haltbarkeitsdatum abgelaufen/ falsch aufbewahrt

Neues Kondom benutzen.
Keine Kondome verwenden, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Kondompackungen nicht über 30 Grad lagern, z.B. nicht im überhitzten Auto oder in der Sonne liegen lassen.

Kondom gerissen oder beim Herausziehen abgerutscht

Es besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft. Die Frau sollte so schnell wie möglich zur Ärztin oder zum Arzt gehen.
Kondom immer rechtzeitig am Penisschaft mit der Hand umfassen, damit es nicht abrutscht, und den Penis vorsichtig aus der Scheide ziehen.

Diaphragma

Falsche Größe

Die richtige Größe des Diaphragmas ist für den sicheren Empfängnisschutz entscheidend. Es muss von der Frauenärztin, dem Frauenarzt oder in einer Beratungsstelle angepasst werden. Nach Geburten und bei einer Gewichtsveränderung von mehr als fünf Kilogramm ist eine erneute Anpassung nötig.

Falscher Sitz

Das Diaphragma muss den Muttermund bedecken. Sie müssen ihn durch das Silikon tasten können.

Zu früh eingesetzt oder entfernt

Das Diaphragma darf maximal zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt und erst acht Stunden danach entfernt werden.

Kein Gel benutzt

Es muss immer zusammen mit einem spermienabtötenden oder -hemmenden Gel angewandt und nach dem Benutzen sorgfältig gereinigt werden. Wenn Sie ein zweites Mal miteinander schlafen wollen, ist es nötig, eine zusätzliche Portion Gel in die Scheide einzuführen.

Verhütungskappe FemCap

Falsche Größe

Die richtige Größe der FemCap ist für den sicheren Empfängnisschutz entscheidend. Nach Geburten muss die FemCap neu angepasst werden.

Falscher Sitz

Die Verhütungskappe muss den Muttermund bedecken und vor der sexuellen Erregung eingesetzt werden.

Zu früh entfernt

Die FemCap darf frühestens sechs Stunden nach dem Geschlechtsverkehr entfernt werden.

Kein Gel benutzt

Spermienabtötendes oder -hemmendes Gel muss innen und außen auf die FemCap aufgetragen werden. Wenn Sie ein zweites Mal miteinander schlafen wollen, muss eine zusätzliche Portion Gel in die Scheide eingeführt werden.

Pille danach

Zu späte Einnahme

Wenn Sie nach einer Verhütungspanne oder nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr die „Pille danach“ verwenden möchten, sollten Sie sie so schnell wie möglich einnehmen, je nach Präparat innerhalb von maximal 72 Stunden (drei Tagen) oder 120 Stunden (fünf Tagen)  - am besten jedoch innerhalb von 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr. Hat der Eisprung noch nicht stattgefunden, kann er auf diese Weise verzögert werden, sodass es nicht zur Befruchtung der Eizelle kommt.

Durchfall/Erbrechen

Bei Erbrechen innerhalb der ersten drei Stunden nach der Einnahme müssen Sie sich die „Pille danach“ erneut besorgen und einnehmen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Manche Arzneiwirkstoffe können die Wirkung der „Pille danach“ beeinträchtigen. Sie können zum Beispiel in folgenden Mitteln enthalten sein: 

  • Antibiotika
  • Medikamente gegen Krampfanfälle (Antiepileptika)
  • Johanniskrauthaltige Arzneimittel
  • Mittel gegen Pilzinfektionen (Antimykotika)
  • Mittel gegen Magenbeschwerden
  • Mittel gegen Tuberkulose
  • Mittel gegen HIV-Infektion

Wenn Sie solche Medikamente einnehmen, holen Sie ärztlichen Rat ein oder sprechen Sie diesen Punkt in der Apotheke an, um zu klären, ob die „Pille danach“ als Notfallverhütung für Sie in Frage kommt.