Schwierige Kinderwunschzeit

Sich ein Kind zu wünschen und doch Monat für Monat vergeblich auf die Schwangerschaft zu warten, ist eine schmerzliche Erfahrung. Was fest zum Lebensplan gehörte, ist auf einmal unsicher geworden. Es ist nicht einfach, damit umzugehen.

Ein Paar im Gespräch auf einer Bank sitzend © BZgA/HN/Eichhöfer
© BZgA/HN/Eichhöfer

Viele Paare wünschen sich Kinder und planen den Nachwuchs fest in ihr Leben ein. Tritt die erhoffte Schwangerschaft auch nach längerer Zeit nicht ein, sind sie oft überrascht und verunsichert. Die innere Unruhe und Angst wachsen, dass es im nächsten Monat wieder nicht klappt.

Enttäuschungen verkraften

Um ein eigenes Kind zu bekommen, suchen viele Paare medizinische Hilfe – und erleben die Zeit der Behandlung dann oft mit großen Gefühlsschwankungen. Bei jedem Behandlungsversuch stellt sich die Frage: „Wird es dieses Mal klappen?“ Auf Hoffnung und Zuversicht folgen häufig Enttäuschung und Resignation. Das Wechselbad der Gefühle kann sehr zermürbend sein.

Am Ende müssen viele Frauen und Männer akzeptieren, dass auch der Einsatz der Reproduktionsmedizin nicht zum ersehnten Kind geführt hat: Etwa die Hälfte der Paare, die sich einer Therapie unterziehen, bleibt kinderlos.

Trauer und Schmerz

Viele ungewollt kinderlose Paare empfinden Trauer um das Kind, das sie nicht bekommen können. Anders als bei denjenigen, die einen realen Menschen verloren haben, hat die Umwelt jedoch oft wenig Verständnis dafür. Sie nimmt den seelischen Schmerz nicht ernst und begreift nicht, warum das Paar leidet.

Unbedachte oder gar anzügliche Bemerkungen können dann tief verletzen. Schon eine Frage wie: „Wollt ihr eigentlich keine Kinder?“ kann dazu führen, dass sich das Paar zunehmend distanziert und vielleicht sogar zu Notlügen greift, um dem Thema aus dem Weg zu gehen.

Auch der Anblick von werdenden Müttern oder glücklichen Eltern kann schmerzlich an die eigene Kinderlosigkeit erinnern und Neidgefühle auslösen. Diese Reaktion ist verständlich. Die Gefühle lassen sich auch nicht einfach ausschalten, und so ziehen sich manche Paare mit unerfülltem Kinderwunsch aus Selbstschutz von Freunden, Verwandten oder Bekannten zurück, die bereits Kinder haben oder gerade ein Kind erwarten.

Unterstützung in Krisenzeiten

Mit den Gefühlen fertig zu werden, die die ungewollte Kinderlosigkeit mit sich bringen kann, ist nicht einfach. Vielleicht gibt es verständnisvolle Freunde oder Angehörige, denen man sich anvertrauen kann? Oder man tauscht sich mit anderen Paaren aus, die in der gleichen Lage sind oder waren – zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe.  Bei anhaltenden Problemen sollte man sich nicht scheuen, ärztlichen oder psychologischen Rat zu suchen. Unterstützungsangebote findet man auch in den Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände und der Frauengesundheitszentren.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 08.08.2013