Das Kondom

Das Kondom besteht aus einer hauchdünnen und zugleich reißfesten Latexhaut, die der Mann vor dem Geschlechtsverkehr über das steife Glied abrollt. Es schützt vor einer Schwangerschaft und vor vielen sexuell übertragbaren Infektionen (STI).

Vor der Einführung von Pille und Spirale war das Kondom das meistgebrauchte Verhütungsmittel. Weil es abgesehen von dem selten benutzten „Kondom für die Frau“ als einziges Verhütungsmittel auch vor HIV schützt und das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen vermindert, behauptet es nach der Pille immer noch den zweiten Platz.

Kondome sind um ein Vielfaches dünner als die menschliche Haut. Somit sind sie beim Sex kaum zu spüren. Vorausgesetzt, sie haben die richtige Größe.

Wirkung

Das Kondom wird über den steifen Penis so abgerollt, dass das Reservoir (der Zipfel an der Spitze des Kondoms) die Samenflüssigkeit auffangen kann. Dadurch kann sie nicht in die Scheide der Frau gelangen. Da das Kondom den direkten Kontakt zwischen Penis und Scheidenschleimhaut verhindert, schützt es auch vor vielen sexuell übertragbaren Infektionen (STI), zum Beispiel vor HIV. Mehr Informationen, wie Sie sich vor Infektionen schützen können, finden Sie hier.

Anwendung

Anwendung  Die Anwendung des Kondoms braucht etwas Übung. Wichtig ist, das Kondom schon vor dem ersten Kontakt mit der Scheide (oder dem Partner) über den Penis abzurollen, weil schon vor dem eigentlichen Erguss Spermien (und Krankheitserreger) austreten können.

Schritt 1

Kondomanwendung Schritt 1 © BZgA

Machen Sie die Kondomverpackung vorsichtig auf. Vorsicht mit Fingernägeln, Scheren oder anderen scharfkantigen oder spitzen Gegenständen, denn sie können das Kondom beim Öffnen der Verpackung beschädigen.

Schritt 2

Kondomanwendung Schritt 2 © BZgA

Benutzen Sie das Kondom erst dann, wenn der Penis steif (erigiert) ist.

Schritt 3

Kondomanwendung Schritt 3 © BZgA

Ist der Penis nicht beschnitten, ziehen Sie zuerst die Vorhaut zurück. Dann drücken Sie mit zwei Fingern oben die Luft aus dem Zipfel des Kondoms heraus, dem sogenannten Reservoir. Setzen Sie das Kondom so auf den steifen Penis.

Das Röllchen am Rand des Kondoms muss dabei außen sein. Wenn Sie das Kondom versehentlich falsch herum aufgesetzt haben (Röllchen innen), lässt es sich nicht abrollen. Werfen Sie das Kondom dann weg und benutzen Sie ein neues, denn es könnten sich bereits Spermien und Krankheitserreger auf seiner Oberfläche befinden.

Schritt 4 und 5

Kondomanwendung Schritt 4 und 5 © BZgA
Kondomanwendung Schritt 4 und 5 © BZgA

Rollen Sie das Kondom vollständig über den Penis ab. Halten Sie es dabei oben fest.

Das Kondom sollte sich leicht abrollen lassen. Ist das nicht der Fall, verwenden Sie möglicherweise nicht die passende Größe oder Form. Zerren oder ziehen Sie nicht am Kondom. Gibt es Probleme beim Abrollen, versuchen Sie es mit einem neuen Kondom. 

Sitzt das Kondom sicher, können Sie bei Bedarf Gleitmittel auftragen. So kann der Penis leichter in die Scheide gleiten. Ist die Scheide trocken, kann die Reibung mit dem Kondom zu Schmerzen führen. Außerdem können Krankheitserreger leichter übertragen werden. Das Gleitmittel darf kein Fett oder Öl enthalten, da das Kondom davon beschädigt werden kann. Bei Analverkehr sollte zur Vermeidung von Verletzungen immer ein Gleitmittel verwendet werden.

Intimpiercings können unter Umständen dazu führen, dass das Material des Kondoms reißt.

Schritt 6

Kondomanwendung Schritt 6 © BZgA

Warten Sie nach dem Samenerguss nicht, bis der Penis weich geworden ist. Halten Sie das Kondom am Penisschaft fest, damit es nicht abrutscht. Ziehen Sie dann den noch steifen Penis heraus.

Werfen Sie das Kondom nicht in die Toilette, sondern in den Müll

Kondome: Nur Benutzen schützt (Video)

Der Film wurde vom Referat für Prävention von HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) der BZgA produziert. Weitere Informationen sind unter »Gib Aids keine Chance« zu finden. Der Film ist eine Carasana-Produktion nach einer Idee von youthworkcologne.

Sicherheit

Die Verhütungssicherheit hängt von der richtigen Handhabung ab. Verhütungspannen lassen sich vermeiden, wenn man vor dem ersten Gebrauch eines Kondoms die Anwendung übt.

Falls ein Kondom abgerutscht oder gerissen ist, sollte die Frau möglichst schnell mit einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt abklären, ob das Risiko einer Schwangerschaft besteht und ob sie in diesem Fall die „Pille danach“ einnehmen möchte.

Falls ein Kondom abgerutscht oder gerissen ist, sollte die Frau möglichst schnell mit einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt abklären, ob das Risiko einer Schwangerschaft besteht und ob sie in diesem Fall die „Pille danach“ einnehmen möchte.

 

 

 

 

Was sonst noch zu beachten ist

  • Nur geprüfte Markenfabrikate mit Qualitätssiegel (zum Beispiel die CE-Kennzeichnung mit einer Nummer der nach EG-Recht zugelassenen Prüfstelle) garantieren eine hohe Sicherheit. Die Packung sollte mit Haltbarkeitsdatum und Herstellernamen gekennzeichnet sein.     
  • Kondome sind maximal vier bis fünf Jahre haltbar. Ist das Haltbarkeitsdatum abgelaufen, sollten sie nicht mehr benutzt werden.     
  • Im Urlaub ist es gut, genügend Markenkondome im Reisegepäck zu haben, da sie nicht in jedem Land erhältlich sind.     
  • Kondome vertragen keine große Wärme. Deshalb sollten sie zum Beispiel nicht in der Sonne liegen.     
  • In Hosentaschen, Geldbeuteln oder Kosmetiktaschen können Kondome leicht beschädigt werden.     
  • Kondome dürfen nur einmal benutzt werden. Gebrauchte Kondome gehören in den Abfalleimer, nicht in die Toilette.     
  • Die Formenvielfalt bei Kondomen ist sehr groß. Daher gibt es für fast jede Penisform auch ein passendes Kondom. Probieren Sie aus, was am besten passt. Um Ihnen die Suche nach dem passenden Kondom zu erleichtern, können Sie das „Kondometer“ der BZgA nutzen.

    Mit einem Kondom ist man nicht nur vor einer Schwangerschaft geschützt. Es bietet als einziges Verhütungsmittel auch Schutz vor einer HIV-Infektion und vermindert das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) wie beispielsweise Gonorrhöe (Tripper). Kondome sind nicht verschreibungspflichtig, leicht erhältlich und können mit etwas Übung leicht angewendet werden.

    Ihre Anwendung greift nicht in den Körper ein und hat keine schädlichen Neben- und Nachwirkungen. Falls eine Allergie gegen Latex-Kondome besteht, sind in Apotheken spezielle Kondome aus Polyurethan erhältlich, bei denen nach heutiger Kenntnis keine Allergiegefahr besteht.

    Kondome müssen nur angewendet werden, wenn es wirklich zum Geschlechtsverkehr kommt. Zudem sind sie – neben der Sterilisation – das bislang einzige Verhütungsmittel für den Mann. Es bietet damit auch Männern die Möglichkeit, sich aktiv vor einer ungewollten Vaterschaft zu schützen.

    Für Frauen und Männer, die wechselnde Partner haben, ist das Kondom zudem ein wichtiger Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI).

    Nachteile

    Nicht wenige Männer und Frauen finden die Verhütung mit Kondomen aus unterschiedlichen Gründen eher unangenehm. Stören kann etwa der Latexgeruch, oder dass bei der Anwendung der sexuelle Akt für einen Moment unterbrochen werden muss. Manche Männer berichten, dass ihre Empfindungsfähigkeit durch ein Kondom vermindert wird. Dies kann jedoch auch ein Vorteil sein, wenn ein Mann den eigenen Orgasmus länger herauszögern möchte. Oftmals ist der Grund aber auch die Verwendung eines zu großen oder zu kleinen Kondoms.

    Lernt man eine neue Partnerin oder einen neuen Partner kennen, kann es peinlich sein, über die Verwendung eines Kondoms zu sprechen. Manchen Frauen und Männern fällt es schwer, auf der Verwendung eines Kondoms zu bestehen. Sie sollten es jedoch ihrer Sicherheit zuliebe tun: Es ist kein Beweis von Liebe oder besonderer Leidenschaft, auf einen Infektionsschutz zu verzichten.

    Schnelle Hilfe bei HIV-Gefahr

    Besteht nach einer Kondom-Panne die Möglichkeit, dass man sich selbst, die Partnerin oder den Partner mit HIV infiziert hat, lässt sich das Ansteckungsrisiko durch einige Sofortmaßnahmen senken:

    • Äußeres Abduschen des Penis bei zurückgezogener Vorhaut. 
    • Urinieren. 
    • Bei Aufnahme von Sperma in den Mund Sperma sofort ausspucken, und wenn möglich den Mund ausspülen. Nicht die Zähne putzen, denn das könnte eventuell vorhandene Viren ins Zahnfleisch reiben.  
    • Bei Aufnahme von Sperma in die Scheide oder in den Darm kann äußerliches Abbrausen zur Risikominderung beitragen. Durch Pressen bzw. Stuhlgang können Sie versuchen, aufgenommenes Sperma teilweise aus der Scheide bzw. dem Darm zu entfernen. 
    • Vaginale oder anale Spülungen sollten nicht vorgenommen werden, da sie die Infektionsgefahr durch mögliche Verletzungen eher erhöhen als verringern.
    • Wenn Sie befürchten, sich mit HIV oder einer anderen sexuell übertragbaren Infektion (STI) angesteckt zu haben, sollten Sie möglichst bald zum Arzt oder einer Beratungsstelle (z.B. der Aidshilfe) gehen. Hier erfahren Sie, welche Risiken tatsächlich bestanden haben und welche Untersuchungen oder Behandlungen eventuell nötig sind.

    Kosten

    Der Stückpreis eines Latex-Kondoms liegt je nach Packungsgröße zwischen 20 Cent und 1,20 Euro. Latexfreie Kondome aus Polyurethan kosten pro Stück ab ein Euro.

    Letzte Aktualisierung dieser Seite: 08.09.2015