Die Spirale (Kupferspirale)

Die Kupferspirale ist ein hormonfreies Verhütungsmittel, das in die Gebärmutter eingesetzt wird. Sie verändert den Menstruationszyklus nicht. Wenn sie richtig angepasst wird, ist sie sehr sicher.

Bild zeigt eine Hand, die eine Kupferspirale hält © BZgA/HauptwegNebenwege

Die Kupferspirale besteht aus einem T-förmigen Kunststoffstäbchen, dessen Schaft mit einem feinen Kupferdraht umwickelt ist. Ein Rückholfaden dient der Entfernung der Spirale. Sie wird auch Intrauterinpessar oder kurz IUP genannt und in unterschiedlichen Formen und Größen (2,5 bis 3,5 Zentimeter) hergestellt. Einige Kupferspiralen werden mit Gold- oder Silberlegierungen angeboten. Die Kupferspirale kann bis zu fünf Jahre, die Gold- oder Silberspirale sieben bis zehn Jahre in der Gebärmutter verbleiben.

Wirkung

Die genaue Wirkungsweise der Kupferspirale ist nicht endgültig geklärt. Man geht davon aus, dass das Kupfer den Schleim im Muttermund sowie den Gebärmutterschleim verändert und die Beweglichkeit der Spermien hemmt. Dadurch ist der Weg der Spermien zur Eizelle erschwert. Sollte es dennoch zu einer Befruchtung kommen, kann sich die befruchtete Eizelle durch die mechanische Wirkung der Spirale auf die Gebärmutter nicht einnisten.

Gold- und Silberspiralen sollen durch den Ionen-Austausch zwischen den Metallen zudem die Anfälligkeit für Entzündungen und Scheidenpilze verringern. Dafür gibt es jedoch keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege.

Anwendung

Die Spirale wird vom Frauenarzt oder von der Frauenärztin durch den Muttermund in die Gebärmutter eingesetzt. Das geht am besten in den letzten Tagen der Regelblutung. Auf diese Weise kann auch ausgeschlossen werden, dass schon eine Schwangerschaft besteht. Zudem ist dann der Gebärmutterhals ohnehin leicht geöffnet und das Einlegen weniger zu spüren.

Manche Frauen empfinden das Einsetzen der Spirale als schmerzhaft. Hier kann eine Schmerz- oder Beruhigungstablette oder auch eine örtliche Betäubung helfen. Nach dem Einlegen können Beschwerden wie bei Regelschmerzen auftreten, die aber nach einiger Zeit abklingen. Halten sie jedoch an, müssen sie ärztlich abgeklärt werden.

Sofort nach dem Einlegen und später in halbjährlichen Abständen kontrolliert die Ärztin oder der Arzt per Ultraschall den korrekten Sitz der Spirale. Die Frau selbst kann jeden Monat nach der Regelblutung nachfühlen, ob sich der Rückholfaden der Spirale, der etwa zwei Zentimeter aus dem Muttermund in die Scheide hineinreicht, noch ertasten lässt.

Sicherheit

Die Spirale ist ein sehr sicheres Verhütungsmittel. In seltenen Fällen, besonders bei Frauen, die noch nicht geboren haben, kann es zu einer Ausstoßung der Spirale kommen.

Vorteile

Für die Zeit, in der die Spirale in der Gebärmutter liegt, muss sich die Frau nicht mehr um die Verhütung kümmern. Die modernen Spiralen müssen nur alle fünf bis sieben Jahre gewechselt werden. Viele Frauen, die eine Spirale haben, empfinden es als vorteilhaft, dass sie nicht auf ihren natürlichen Zyklus verzichten müssen. Insbesondere Frauen, die bereits Kinder haben, kommen oft sehr gut mit der Kupferspirale zurecht.

Nachteile

Die Spirale kann die Monatsblutung und Regelschmerzen verstärken. Diese Symptome können aber auch ein Hinweis darauf sein, dass die Spirale nicht mehr am richtigen Platz sitzt. Auch Bauch- und Rückenschmerzen können auftreten. Es ist wichtig, bei solchen Beschwerden die Ärztin oder den Arzt aufzusuchen. 

Gelegentlich kommt es am Anfang auch vor, dass die Spirale unbemerkt mit der Blutung ausgestoßen wird. Ihr korrekter Sitz sollte deshalb regelmäßig kontrolliert werden.

Während der ersten Monate besteht vor allem bei Mädchen und jungen Frauen ein erhöhtes Risiko einer Entzündung im Beckenraum, besonders dann, wenn der Sexualpartner häufig gewechselt wird. Das Risiko von Entzündungen kann verringert werden, wenn vor dem Einsetzen der Spirale Infektionen am Muttermund, wie etwa eine Chlamydien-Infektion oder Gonorrhoe, ausgeschlossen beziehungsweise behandelt werden.

Gegenanzeigen

Die Kupferspirale darf unter anderem nicht angewendet werden bei:

  • einer bestehenden Schwangerschaft
  • entzündlichen Erkrankungen der Unterleibsorgane
  • Gewebeveränderungen oder schweren Erkrankungen der Gebärmutter
  • einer Kupferallergie
  • sexuell übertragbaren Erkrankungen in den letzten zwölf Monaten
  • früheren Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaften

Kosten

Die Kupferspirale kostet je nach Modell zwischen 120 und 300 Euro. Der Preis gilt für Beratung, Untersuchung und für das Einlegen der Spirale. 

Die erste Lagekontrolle mit Ultraschall nach dem Einlegen der Spirale bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen. Weitere empfohlene Ultraschall-Kontrollen müssen selbst bezahlt werden. Privat versicherte Frauen müssen sich bei ihrer Krankenkasse nach den entsprechenden Regelungen erkundigen.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 11.05.2016
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