Aufgrund der hormonellen Umstellung während der Wechseljahre kommt es zu Schwankungen im weiblichen Zyklus. Der Eisprung wird seltener, das heißt, es gibt immer wieder Zyklen ohne einen Eisprung. Damit ist eine Schwangerschaft bei Frauen über 45 Jahren zwar noch möglich, aber zunehmend unwahrscheinlich. Die Aktivität der Eierstöcke kann jedoch stark wechseln: Nachdem die Periode einige Monate ausgeblieben ist, können wieder regelmäßige Zyklen einsetzen - möglicherweise auch mit Eisprung. Die Verhütung bleibt daher ein Thema, bis bestimmte Anzeichen deutlich machen, dass keine Schwangerschaft mehr möglich ist.
Das Ende der Fruchtbarkeit
Eine Frau, die weder hormonelle Verhütungsmethoden nutzt, noch Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden einnimmt, hat einen "natürlichen" Zyklus. Sie kann auf Verhütung verzichten, wenn
- sie ein Jahr lang keine Periode mehr hatte oder
- die Periode mehrere Monate ausgeblieben ist. Um in diesem Fall sicher zu gehen, müssten zusätzlich drei Blutuntersuchungen im Abstand von einigen Wochen gleichbleibend hohe Werte für das Hormon FSH und niedrige Werte für Östradiol ergeben. Die Untersuchungen sind jedoch keine Kassenleistung und müssen privat bezahlt werden.
Trifft eines von beidem zu, kann man davon ausgehen, dass die Frau nicht mehr fruchtbar ist.
Für die meisten Frauen und ihre Partner ist es erleichternd, nicht mehr auf Verhütung achten zu müssen. Dennoch können Frauen das Ende ihrer Fruchtbarkeit wie einen Verlust ihrer Weiblichkeit empfinden. Selbst wenn sie keine Kinder mehr wollen, kann das Wissen, dass es damit nun unwiderruflich vorbei ist, für Frauen und Paare mit Trauer verbunden sein.
Hormoneinnahme und Verhütung
Wenn eine Frau ihre Wechseljahrsbeschwerden mit Hormonen behandelt oder eine Kombinationspille nimmt, hat sie keinen natürlichen Zyklus. Sie kann anhand ihres Blutungszyklus daher nicht erkennen, ab wann keine Verhütung mehr nötig ist. Allgemein wird Frauen empfohlen, bis etwa zum 51. Lebensjahr weiter zu verhüten. Wenn eine Frau die Hormone abgesetzt hat und mehrere Monate keine Blutungen mehr eingetreten sind, kann eine Hormonbestimmung darüber Aufschluss geben, ob sie noch schwanger werden kann.
Es ist wichtig, dass Frauen in den Wechseljahren mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, ob und wie lange es sinnvoll ist, Hormonpräparate einzunehmen. Dies betrifft auch Frauen, die weiter mit hormonellen Mitteln verhüten.
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Häufig gestellte Fragen
Können Frauen in den Wechseljahren noch schwanger werden?
Die Chance, in den Wechseljahren schwanger zu werden, ist gering. Aber erst wenn ihre Monatsblutung ein Jahr oder länger ausgeblieben ist, kann eine Frau sicher davon ausgehen, dass eine Schwangerschaft nicht mehr möglich ist.
Erhöht die Pille das Thromboserisiko für Frauen ab 40?
Das Risiko von Thrombosen ist bei Frauen über 40 Jahre, die mit der Pille verhüten, deutlich erhöht: Normalerweise hat eine von 10.000 Frauen über vierzig eine Thrombose. Bei Frauen, die die Pille nehmen, sind es etwa acht von 10.000. Die Pille ist für Frauen über vierzig daher ein Verhütungsmittel der zweiten Wahl - also wenn andere Methoden nicht infrage kommen. Wer die Pille nimmt und über 40 Jahre alt ist, sollte regelmäßig den Blutdruck und die Blutfette kontrollieren lassen.
Eignet sich die Hormonersatztherapie auch zur Verhütung?
Die Hormonersatztherapie ist keine Verhütungsmethode. Die Hormone, die zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt werden, unterdrücken den Eisprung nicht. Sie wirken anders als die Hormone, die in Antibabypillen enthalten sind. Wenn eine Frau also Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden einnimmt, ist es ratsam, dass sie solange weiter verhütet, bis sie keine Periode mehr hat. Dafür kommen nichthormonelle Verhütungsmethoden infrage.
Eignet sich das Diaphragma als Verhütungsmethode in den Wechseljahren?
Grundsätzlich sind Barrieremethoden wie das Diaphragma in den Wechseljahren geeignet. Allerdings ist das Diaphragma nur sicher, wenn es richtig sitzt. Ein Diaphragma muss immer individuell in einer frauenärztlichen Praxis oder bei Beratungsstellen wie zum Beispiel pro familia angepasst werden. Dabei lässt sich feststellen, ob zum Beispiel eine Schwäche des Beckenbodens oder eine Gebärmuttersenkung den Sitz des Diaphragmas in der Schambeinnische beeinträchtigen könnte. Manchmal hilft Beckenboden-Gymnastik, die Muskulatur ausreichend zu straffen. Sie beugt zusätzlich einer Blasenschwäche vor.
Spüre ich den Beginn der Wechseljahre, wenn ich die Pille nehme?
Bei Frauen, die keine hormonelle Verhütungsmethode anwenden, sind unregelmäßige Menstruationsblutungen das deutlichste Anzeichen für den Beginn der Wechseljahre. Meist wird der Zyklus zunächst kürzer als gewöhnlich, später treten die Blutungen oft nur noch in längeren Abständen auf.
Die Pille enthält Hormone, die den natürlichen Menstruationszyklus mit Eisprung unterdrücken. Nimmt eine Frau die Pille nach dem verbreiteten Schema – drei Wochen Pilleneinnahme, eine Woche Pause –, hat sie regelmäßig alle vier Wochen eine Abbruchblutung. Insofern ist es möglich, dass sie den Beginn der Wechseljahre nicht bemerkt.
Da das Thromboserisiko für Frauen, die die Pille nehmen, mit zunehmendem Alter steigt, wird Frauen ab 40 empfohlen, auf andere Verhütungsmethoden auszuweichen.

