Der Beckenboden ist aus drei Muskelschichten aufgebaut. Die oberste (innere) Schicht ist die stabilste und breiteste. Sie trägt die Hauptlast der Organe und ist im gesamten inneren Beckenraum verspannt. Sie zieht sich vom vorn gelegenen Schambein bis nach hinten zum Steißbein.
Die unterste (äußere) Schicht ist wieder von vorn nach hinten gespannt. Sie verläuft wie eine Acht um die Körperöffnungen herum und enthält die Schließmuskeln des Afters und der Harnröhre. Bei Frauen umschließt sie die Scheide, bei Männern die Penisbasis.
Aus Beckenbodengewebe besteht auch der Damm. Er liegt bei Frauen zwischen Scheide und After, bei Männern zwischen Hodensack und After.
Das Becken ist bei Frauen etwas breiter als bei Männern. Deshalb ist die weibliche Beckenbodenmuskulatur etwas flächiger angelegt. Um sich während Schwangerschaft und Geburt besser dehnen zu können, ist sie stärker mit Bindegewebe unterfüttert. Außerdem hat sie eine zusätzliche Öffnung für die Scheide. Deshalb ist der Beckenboden bei Frauen weniger kompakt und etwas störungsanfälliger als bei Männern.
Wie kann man den Beckenboden spüren?
Um den Beckenboden bewusst an- und wieder entspannen zu können, ist es wichtig, ihn wahrnehmen zu lernen. Bei Tieren kann man die Bewegungen und die Kraft der Beckenbodenmuskulatur gut an ihren Schwanzbewegungen erkennen. Entwicklungsgeschichtlich gesehen entspricht die menschliche Beckenbodenmuskulatur der Muskulatur, mit der Vierbeiner ihren Schwanz bewegen.
Beim Menschen sind die Bewegungen der Beckenbodenmuskulatur von außen nur im Bereich des Dammes zu sehen. Erkennen lässt sich die Bewegung von Anspannen und Loslassen des Beckenbodens, wenn man mit einem Spiegel den Dammbereich betrachtet.
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Häufig gestellte Fragen
Ich habe nach der Schwangerschaft 10 Kilogramm zugenommen. Wirkt sich das auf meinen Beckenboden aus?
Eine größere Gewichtszunahme kann für den durch die Schwangerschaft strapazierten Beckenboden eine zusätzliche Belastung bedeuten. Regelmäßige Bewegung und ein konsequentes Beckenbodentraining helfen, wieder abzunehmen und den Beckenboden zu stärken. Wichtig ist außerdem, die Ernährung umzustellen, weniger Fett und mehr Obst und Gemüse zu essen
Was lässt sich gegen eine Gebärmuttersenkung nach der Geburt tun?
Nach einer Geburt können die Strukturen, die die Gebärmutter an ihrem Platz halten - Muskeln, Bänder und Bindegewebe - durch Überdehnung verändert sein.
Welche Veränderungen die Gebärmuttersenkung verursacht haben, kann eine gründliche frauenärztliche Untersuchung feststellen. Je nach Diagnose kann dann mit einer auf die Beschwerden abgestimmten Behandlung begonnen werden.
Es ist wichtig, stark gedehntes Bindegewebe vor weiteren Schädigungen zu schützen.
Seit der Geburt kann ich Blähungen schlechter kontrollieren. Ist das normal?
Schwer kontrollierbare Blähungen sind meist ein Zeichen für eine Verletzung des Afterschließmuskels: In der letzten Geburtsphase wird auch der Bereich um den After herum stark gedehnt, besonders bei großen Babys. Dadurch können im Schließmuskel kleine Einrisse entstehen. Sie sind von außen nicht sichtbar. Als Folge kann der After die Luft aus dem Darm möglicherweise nicht mehr schnell genug zurückhalten.
Dagegen kann man jedoch etwas tun: Regelmäßige Übungen für den Beckenboden kräftigen auch den Afterschließmuskel und verbessern seine Funktion.
Gelingt dies nicht, ist eine genaue Untersuchung beim Proktologen (Fachärztin oder -arzt für Erkrankungen des Enddarms) sinnvoll. Wenn die Ursache der Beschwerden geklärt ist, können sie gezielt behandelt werden.


