Unsicher: Knaus-Ogino-Methode, Koitus interruptus und Stillen

Der Koitus interruptus sowie die Knaus-Ogino-Methode sind keine regelrechten Verhütungsmethoden. Es ist dringend davon abzuraten, sich auf sie zu verlassen, da sie sehr unsicher sind. Auch das Stillen bietet nur unter bestimmten Bedingungen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft.

Koitus interruptus

Koitus interruptus bedeutet unterbrochener Geschlechtsverkehr. Der „Rückzieher“ oder das „Aufpassen“ gehört zu den veralteten Verhütungspraktiken. Der Mann zieht dabei vor dem Orgasmus seinen Penis aus der Scheide und kommt dann außerhalb zum Höhepunkt. Diese Methode bietet keine ausreichende Sicherheit, da es oft bereits vor dem Orgasmus zum Austritt von Samenflüssigkeit kommt. Außerdem schaffen es viele Jungen und Männer nicht, sich wirklich rechtzeitig zurückzuziehen.

Der Koitus interruptus bedarf keinerlei Hilfsmittel, keiner Vorbereitung und keiner großen Worte. Das macht ihn so verführerisch.

Die Knaus-Ogino-Methode

Die sogenannte Kalendermethode oder Rhythmusmethode ist nach ihren Erfindern benannt, den beiden Ärzten Knaus und Ogino. Bei diesem Verfahren wird rein rechnerisch die fruchtbare Zeit im weiblichen Zyklus ermittelt. Über mindestens sechs Monate wird genau Buch über die Zyklen geführt. Danach werden der längste und der kürzeste Zyklus ermittelt. Auf der Basis dieser beiden Werte werden die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage errechnet.

Die Knaus-Ogino-Methode ist als Verhütungsmethode nicht zuverlässig, da sie nur rein rechnerisch die sichere Zeit ermittelt und nicht wie die symptothermale Methode aufgrund von aktuellen Körperzeichen den monatlichen Zyklus erkennen lässt. Auch von dieser Methode ist abzuraten, wenn kein Kinderwunsch besteht.

Stillen

Bei jedem Stillen wird das Hormon Prolaktin ausgeschüttet. Es regt die Milchproduktion an und hemmt zugleich die Aktivität der Eierstöcke. Das Stillen kann daher tatsächlich einen hohen Empfängnisschutz bieten, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen:

  • Die Frau muss voll stillen, das heißt mindestens sechsmal innerhalb von 24 Stunden, insgesamt mindestens 80 Minuten täglich.
  • Sie darf während dieser Zeit nicht zufüttern.
  • Sie hatte noch keine Monatsblutung (der Wochenfluss zählt nicht).

Wenn die Stillpausen zu lang sind oder zugefüttert wird (wodurch eine Brustmahlzeit weg- oder zu gering ausfällt), sinkt der Prolaktinspiegel zu weit ab. Dann reicht er zur Verhütung nicht mehr aus. Das Stillen kann daher nicht als absolut sicherer Empfängnisschutz gelten. Wer ganz sicher sein will, sollte deshalb auch während der Stillzeit zusätzlich Verhütungsmittel benutzen.