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Sie ist schwanger - ich werde Vater!

Junges Paar sitzt nachdenklich auf einer Wiese © Matelly/cultura/Corbis

Die Nachricht, ein Kind gezeugt zu haben, kann unterschiedliche Gefühle auslösen. Ob man nun mit überschwänglicher Freude oder großer Verunsicherung reagiert – soviel steht fest: Kaum etwas wird so bleiben, wie es einmal war.


Die meisten Männer empfinden Stolz, wenn sie erfahren, dass ihre Partnerin schwanger ist. Schließlich bedeutet es auch ganz konkret: Ich bin fruchtbar! Das kann selbst Männern so gehen, die sich (im Augenblick) gar kein Kind wünschen.

Erst allmählich beginnt man zu begreifen, was die Nachricht, ein Kind gezeugt zu haben, für das weitere Leben bedeuten kann: Mit diesem Kind – und dieser Frau – wird man ein Leben lang verbunden sein. Dass einem dabei auch ein wenig angst und bange werden kann, ist völlig normal.

Freude und Bedenken

Doch genauso wie nicht jede Frau bei der Feststellung ihrer Schwangerschaft sogleich Freudentänze aufführt, bricht nicht jeder Mann automatisch in Jubel aus. Ob Freude, Bedenken oder gar Ablehnung überwiegen, hängt von vielen Dingen ab. Oft brauchen Mann und Frau auch unterschiedlich lange, um sich mit der neuen Situation realistisch auseinanderzusetzen.

Was soll nun geschehen? Sich in Ruhe gegenseitig zu erzählen, welche oft auch widersprüchlichen Gefühle und Gedanken einen bewegen, verhilft meist zu einer einvernehmlichen Sicht.

Sorgen und Gewissheit

Sorgen kann auch die Frage hervorrufen, ob die Schwangerschaft bestehen bleibt. Tatsächlich ist vor allem in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen das Risiko einer Fehlgeburt erhöht. Etwa elf bis 15 Prozent aller festgestellten Schwangerschaften nehmen in dieser Zeit ein vorzeitiges Ende. Viele Paare warten auch aus diesem Grund bis zum Ende des dritten Monats damit, die Schwangerschaft allgemein bekannt zu geben.

Bei den meisten frühen Fehlgeburten war der Embryo wegen einer genetischen Störung nicht lebensfähig. Weitere mögliche Ursachen sind Scheideninfektionen oder Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur (Myome). Die genaue Ursache lässt sich aber häufig nicht feststellen.

Mit jeder Schwangerschaftswoche wird es sicherer, dass das Kind am Leben bleibt und gedeiht. Letzte Gewissheit verschafft meist die erste Ultraschalluntersuchung im Rahmen der regulären Schwangerschaftsvorsorge. Sie steht zwischen der neunten und zwölften Schwangerschaftswoche an. Geht es dem Kind jetzt gut, hat es auch beste Chancen, sich gesund weiterzuentwickeln.

Aufbruch und neue Erwartungen

Oft sind die ersten Monate von einer großartigen Aufbruchstimmung und gleichzeitig einer eigentümlichen Vagheit bestimmt. Der Kontakt zum Kind besteht meist noch mehr in der Fantasie. Zugleich befassen sich viele Männer vor allem mit der Verantwortung, die auf sie zukommt.

Pläne aus der Zeit vor der Schwangerschaft werden kritisch unter die Lupe genommen: Tragen sie zur (finanziellen) Sicherheit der künftigen Familie bei? Ist man beruflich weit genug gekommen? Fühlt man sich stark genug?

Vom werdenden Vater wird meist erwartet, dass er nun Stärke und Zuversicht ausstrahlt. Einerseits möchte er das selbst, andererseits signalisiert auch die Partnerin oft ein gesteigertes Schutzbedürfnis. Schließlich begibt sie sich in der Regel zumindest für eine gewisse Zeit in eine finanzielle Abhängigkeit vom Mann. Das kann auf beiden Seiten Ängste auslösen.

Ganz automatisch stellt sich auch die Frage: Welcher Typ Vater möchte ich sein? Werde ich weiter viel arbeiten oder lieber möglichst viel Zeit mit dem Kind verbringen? Viele werdende Väter beschäftigen sich jetzt auf einmal so intensiv wie nie zuvor mit der eigenen Kindheit und dem eigenen Vater – im Guten wie im Schlechten.

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Häufig gestellte Fragen

Schadet häufiges Ultraschallen dem Ungeborenen?

Wissenschaftliche Studien haben bisher keine schädlichen Auswirkungen von Ultraschall-Untersuchungen auf Ungeborene feststellen können. Dennoch sollte sich der Einsatz des medizinischen Diagnoseverfahrens auf notwendige Untersuchungen im Rahmen der Vorsorge beschränken. Von längerem «Baby-Fernsehen», um das ungeborene Kind in 3D-Technik zu betrachten, rät das Europäische Komitee für Ultraschallsicherheit ab.

Eine große Langzeitstudie zum Thema konnte auch nach wiederholten Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft keine Schäden an Kindern nachweisen. Ein australisches Wissenschaftlerteam hatte insgesamt 3000 Kinder bis zu ihrem achten Lebensjahr begleitet. Von ihnen war die Hälfte während der Schwangerschaft ihrer Mütter mehrmals, die andere dagegen nur einmal mit Ultraschall untersucht worden. Jährliche Vergleiche zeigten keine Unterschiede im Wachstum, im Verhalten oder in der geistigen Entwicklung der Kinder. Die Studie wurde 2004 im renommierten Fachjournal «The Lancet» veröffentlicht. Diese Ergebnisse wurden durch neuere Forschungsarbeiten bestätigt.

Stimmt es, dass sich auch Männer "schwanger" fühlen können?

Nicht nur Frauen bekommen in der Schwangerschaft einen dicken Bauch. Auch Männern kann dies passieren – und sei es »nur«, weil sie mit dem Rauchen aufhören. Darüber hinaus zeigen nicht wenige werdende Väter unterschiedlich starke »Schwangerschafts-Symptome« wie Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder starke Stimmungsschwankungen.

Über die Ursachen dieses Phänomens ist bislang wenig bekannt. Immerhin wurde im Jahr 2000 an der kanadischen Memorial University in St. Johns eine kleine Studie mit 34 Teilnehmern dazu durchgeführt. Sie ergab, dass die untersuchten Männer während der Schwangerschaft ihrer Partnerin vorübergehend vermehrt das Stresshormon Cortisol sowie das milchbildende Hormon Prolaktin produzierten. Unmittelbar nach der Geburt des Kindes sank der Testosteron-Wert bei den Männern um bis zu einem Drittel, was möglicherweise ein fürsorglicheres Verhalten förderte.

Abgesehen von möglichen hormonellen Einflüssen kann ein werdender Vater auch angesichts all der anstehenden neuen Aufgaben in Stress geraten. Vielleicht ist er mit einem Mal leichter erschöpft und antriebslos. Wird er häuslicher, weniger aktiv und ändert seine Essgewohnheiten, legt er möglicherweise an Gewicht zu. Solche Symptome zeigen, dass auch das Vaterwerden tiefgreifende Veränderungen mit sich bringt, die erst einmal "verdaut" werden wollen.

Die Anzeichen einer »mitfühlenden Schwangerschaft« werden unter dem Begriff »Couvade« zusammengefasst. Das Wort bedeutet so viel wie »ausbrüten«.

Darf der Vater bei einem Kaiserschnitt mit in den OP-Saal?

Wenn Frau und Mann das möchten, spricht im Prinzip nichts dagegen. Die meisten Kliniken sind auf die Anwesenheit des Vaters im Operationssaal eingestellt. Wenn schon vor der Geburt klar ist, dass eine Schnittentbindung nötig wird, können die werdenden Eltern in einem Vorgespräch mit der Ärztin, dem Arzt und der Hebamme besprechen, wie der Mann seine Frau während des Eingriffs und danach am besten unterstützen kann.

 

 

Muss der Arbeitgeber einen Mann für Termine im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt freistellen?

Für Arbeitgeber besteht grundsätzlich keine Verpflichtung, Männer für die Wahrnehmung solcher Termine freizustellen. Es empfiehlt sich daher, rechtzeitig das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen, um eine gütliche Vereinbarung treffen zu können. Abgesehen davon ist es ratsam, Untersuchungstermine möglichst ans Ende der ärztlichen Sprechstunden zu legen. Dann lassen sie sich besser mit den üblichen Arbeitszeiten vereinbaren.

Auch wenn die Geburt naht, empfiehlt es sich, schon früh mit dem Arbeitgeber zu sprechen, um für die "Rufbereitschaft" in der Zeit um den errechneten Geburtstermin herum eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Gibt es den "Baby blues" auch bei Männern?

Auch Väter können sowohl vom aufwühlenden Erlebnis der Geburt als auch angesichts der neuen Anforderungen als Vater seelisch stark erschüttert werden. Wie ein schwerer Verlust oder massive Probleme kann auch eine eigentlich erwünschte Veränderung des Lebens starke Stimmungsschwankungen oder eine depressive Phase auslösen.

Manche Männer fühlen sich nach der Geburt des Kindes von ihrer Partnerin zurückgesetzt und entwickeln Eifersuchtsgefühle. Auch dies kann zu einem nachhaltigen Stimmungstief führen oder es verstärken.

Wenn die Eltern darüber reden, was sie beschäftigt, können sie sich besser darin unterstützen, sich in der neuen Situation zurechtzufinden. Halten depressive Verstimmungen über längere Zeit an oder verstärken sie sich, ist es wichtig, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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