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Wenn das Baby auf sich warten lässt

Nur rund vier Prozent aller Kinder werden am errechneten Termin geboren. Eine Terminüberschreitung ist also zunächst kein Grund zur Sorge. Der Gesundheitszustand von Mutter und Kind wird dann jedoch genau beobachtet. Nur falls nötig, wird die Geburt eingeleitet.


Eine Überschreitung des Geburtstermins um etwa eine Woche ist nicht ungewöhnlich: Rund 70 Prozent der Kinder kommen in der Zeitspanne von zehn Tagen vor bis zehn Tage nach dem errechneten Termin zur Welt. Medizinisch spricht man ab der vollendeten 40. Schwangerschaftswoche von einer Terminüberschreitung, ab der 42. Woche von einer Übertragung.

Eine Terminüberschreitung bedeutet oft eine Geduldsprobe, zumal die eigene Ungeduld noch durch die Nachfragen von Verwandten und Freunden verstärkt wird. Außerdem befürchten viele Schwangere, eine Terminüberschreitung könnte dem Kind schaden. Engmaschige ärztliche Kontrollen können dann mehr Sicherheit geben.

Bestens überwacht

Ist der Geburtstermin verstrichen, ohne dass sich der Geburtsbeginn ankündigt, wird meist eine Ultraschalluntersuchung gemacht, um Größe und Gewicht des Kindes zu messen. Anhand des frühen Ultraschalls wird außerdem noch einmal geprüft, ob der errechnete Geburtstermin richtig ist.

Alle zwei bis drei Tage finden dann weitere Untersuchungen statt. Zum einen wird sichergestellt, dass bei der werdenden Mutter keine Anzeichen einer Gestose vorliegen. Zum anderen wird die Fruchtwasser-Menge bestimmt. Außerdem werden die Herztöne des Kindes mit dem Herzton-Wehenschreiber (Kardiotokograf, kurz CTG genannt), aufgezeichnet. Beides gibt Aufschluss darüber, ob es dem Kind im Bauch noch gut geht, oder ob die Geburt mit Medikamenten eingeleitet werden muss.

Um dies zu prüfen, wurde früher häufig ein „Wehenbelastungstest“ (Auslösen künstlicher Wehen durch Oxytozin) oder eine Fruchtwasserspiegelung (Amnioskopie) gemacht. Heute gelten beide Methoden als wenig aussagekräftig und daher überholt.

Nicht zuletzt lässt sich der Gesundheitszustand des Kindes an seinen Bewegungen ablesen. Sie sind zwar in den letzten Schwangerschaftswochen wegen der beengten Platzverhältnisse nicht mehr so ausgeprägt, aber deutlich spürbar. Die werdende Mutter kennt diese Bewegungen bestens und weiß in etwa, zu welchen Zeiten ihr Kind gewöhnlich aktiv ist oder sich ruhig verhält. Auffällige Abweichungen von diesem Verhalten sind daher immer ein Grund, die Ärztin oder den Arzt zu informieren.

Geburtseinleitung

Wenn der Geburtstermin um eine Woche überschritten ist, wird meist die Einleitung der Geburt empfohlen, denn ab jetzt erhöhen sich die Risiken für das Kind. Zum Beispiel kann die Leistungsfähigkeit des Mutterkuchens abnehmen, oder das Kind wird so groß, dass die Geburt erschwert ist. Bei einer Übertragung von zwei Wochen nach dem errechneten Termin ist eine Geburtseinleitung aus medizinischen Gründen sinnvoll, um die Gesundheit des Kindes nicht zu gefährden.

Eine Geburt kann mithilfe von Medikamenten eingeleitet werden. Ist der Muttermund noch „unreif“, also nicht weich genug, um sich zu öffnen, werden zunächst Prostaglandine als Gel oder als Tablette in die Scheide eingeführt. Sie lassen den Muttermund schneller „reifen“.

Wenn der Muttermund schon weich und ein wenig geöffnet ist, die Wehen aber nicht stark genug sind, können sie mithilfe eines Wehentropfs verstärkt werden. Bei beiden Methoden werden die Herztöne des Kindes regelmäßig kontrolliert. Bei einer eingeleiteten Geburt kommt es darauf an, die zugeführte Hormonmenge so zu dosieren, dass sich der Geburtsverlauf möglichst wenig von einer Spontangeburt unterscheidet. Schlägt die Geburtseinleitung fehl, wird meist ein Kaiserschnitt nötig.

Natürliche Geburtseinleitung

Manchmal wird regelmäßiger Geschlechtsverkehr um den Geburtstermin herum empfohlen, um den Geburtsbeginn zu fördern. Sperma enthält Prostaglandin, das auf den Muttermund und die Gebärmutter wirkt und Wehen fördern kann.

Möglicherweise hilft auch das Zusammenziehen der Gebärmutter beim Orgasmus, Wehen in Gang zu bringen.

Nicht selten empfehlen Hebammen auch einen „Rizinus-Cocktail“ (eine kleine Menge Rizinusöl gemischt mit Saft und Wasser). Rizinusöl führt zu verstärkten Darmbewegungen, was die Gebärmutter anregen und dadurch Wehen auslösen soll. Doch Vorsicht: In höherer Dosierung kann Rizinusöl zu Übelkeit und Durchfall führen.

Auch die Stimulation der Brustwarzen, sanfte Massagen, homöopathische Mittel und Akupunktur werden zur Geburtseinleitung eingesetzt. Bisher konnte für keine dieser Methoden eine geburtseinleitende Wirkung nachgewiesen werden, zum Teil gibt es auch nicht genügend Studien. Grundsätzlich sollten auch traditionelle oder naturheilkundliche Wehenmittel nur in Absprache mit der Hebamme, der Ärztin oder dem Arzt verwendet werden.

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Häufig gestellte Fragen

Ich muss sehr oft zur Toilette gehen. Was kann ich gegen meine Blasenschwäche tun?

Mit fortschreitender Schwangerschaft drückt das Gewicht des Kindes immer mehr auf die Blase. Das führt zu häufigerem Harndrang, wobei oft nur wenig Urin ausgeschieden wird. Vor allem in den letzten Schwangerschaftswochen kann die Blase wegen des Platzmangels immer weniger Urin aufnehmen. Weil das Schwangerschaftshormon Progesteron entspannend auf die Blasenmuskulatur wirkt, kann es zudem auch leichter zu unfreiwilligem Harnabgang kommen.

Gegen Blasenschwäche im letzten Schwangerschaftsdrittel lässt sich leider nicht viel tun. Auf keinen Fall sollte man weniger trinken, da es dann leicht zu Harnweginfektionen kommen kann. Frauen, die regelmäßig und vom Beginn der Schwangerschaft an Beckenbodenübungen machen, haben oft weniger Beschwerden. Ein konsequentes Beckenbodentraining kann auch einer Blasenschwäche nach der Geburt vorbeugen.

Helfen Dampfsitzbäder als Vorbereitung auf die Geburt?

Wissenschaftlich ist zwar nicht erwiesen, ob Dampfsitzbäder helfen, das Dammgewebe auf die Geburt vorzubereiten. Dennoch werden sie  von vielen Hebammen empfohlen, um das Gewebe geschmeidiger und weicher zu machen.Damit ist die Hoffnung verbunden, dass Dampfsitzbäder einem Dammriss vorbeugen oder helfen, einen Dammschnitt zu vermeiden.

Empfohlen werden Dampfsitzbäder mit Heublumen oder Lindenblüten ab der 38. Schwangerschaftswoche einmal in der Woche. Dazu werden die Blüten in eine Plastikschüssel oder -wanne mit kochendem Wasser gegeben. Nachdem das Wasser etwas abgekühlt ist, kann man das Gefäß zum Beispiel in die Toilettenschüssel stellen und sich darüber setzen.

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