Übelkeit und Erbrechen
Einige Frauen leiden zu Beginn der Schwangerschaft unter Übelkeit und Erbrechen, vor allem morgens. Auslöser dafür ist vermutlich das Hormon HCG, das nach der Befruchtung gebildet wird. Seine Produktion erhöht sich zu Anfang der Schwangerschaft sehr schnell und bringt dadurch eine Zeit lang die Verdauungsfunktion durcheinander. Anhaltendes Schwangerschaftserbrechen kann auch auf eine seelische Belastung hinweisen.
Die Beschwerden legen sich meist nach dem dritten Monat wieder. Manche Frauen reagieren in dieser Zeit heftig auf bestimmte Gerüche und Speisen. Nahrungsmittel, die bisher schmeckten, können plötzlich Abneigung, manchmal sogar Ekelgefühle hervorrufen.
Ein Zwieback oder ein Stück trockenes Brot vor dem Aufstehen können das morgendliche Unwohlsein lindern. Manchen Frauen hilft es, Milch in kleinen Schlucken oder Ingwertee zu trinken, andere probieren es mit homöopathischen Medikamenten.
Bei starken Beschwerden sollte die Ärztin oder der Arzt um Rat gefragt werden.
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Häufig gestellte Fragen
Deckt eine vegetarische Ernährung den Nährstoffbedarf für Mutter und Kind?
Eine vielseitige vegetarische Ernährung, die Milch, Milchprodukte und Eier enthält, deckt in der Regel den Nährstoff- und Vitaminbedarf ebenso wie eine Ernährung mit Fleisch.
Vegetarierinnen sollten aber besonders darauf achten, dass sie ausreichend Eisen, B-Vitamine und Eiweiß zu sich nehmen. Eine Ernährungsberatung kann Tipps zu einer ausgewogenen vegetarischen Ernährung während der Schwangerschaft geben. Im Zweifel ist es sinnvoll, sich ärztlich beraten zu lassen. Falls ein Vitamin- oder Eisenmangel besteht, wird die Ärztin oder der Arzt dies feststellen und bei Bedarf ein Nahrungsergänzungsmittel verschreiben.
Stimmt es, dass Schwangere unkonzentriert und vergesslich sind?
Viele Schwangere klagen über Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit, und in der Tat haben zahlreiche psychologische Studien Schwangeren eine herabgesetzte Außenwahrnehmung, eingeschränkte Gedächtnisleistungen und verminderte Konzentrationsfähigkeit bescheinigt. Die möglichen Ursachen sind jedoch umstritten. Man weiß bis heute nur wenig darüber, ob und wie sich die körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft auf das Gehirn und die kognitiven Fähigkeiten auswirken.
Manche Fachleute vermuten, dass die Gefühlsschwankungen werdender Mütter ihre Wahrnehmung negativ beeinflussen können oder dass die hormonellen Veränderungen die Hirnleistung der Frauen herabsetzen.
Eine Anfang 2010 veröffentlichte australische Studie, an der mehr als 1200 junge Frauen teilgenommen hatten, widerspricht solchen Vermutungen jedoch. Sie überprüfte die kognitiven Leistungen der Teilnehmerinnen nicht nur während ihrer ersten Schwangerschaft, sondern auch in der Zeit davor und danach. In Gedächtnistests und Konzentrationsübungen zeigten sich dabei keine Unterschiede.
Die australischen Forscherinnen und Forscher stellten allenfalls fest, dass sich die Aufmerksamkeit Schwangerer oft auf andere Themen richtet als auf ihren Beruf. Zudem wirkten sich Müdigkeit und körperliche Belastungen auf ihre Konzentrationsfähigkeit aus. Nicht zuletzt würden Schwangere Anzeichen für Vergesslichkeit sehr genau wahrnehmen.
Ob nun Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen in der Schwangerschaft objektiv nachweisbar sind oder auf einer veränderten Wahrnehmung der Schwangeren beruhen – falls sie auftreten, sind sie kein Grund zur Sorge. Wichtig ist, sich als werdende Mütter genug Ruhe und Entspannung zu gönnen, um Müdigkeit und Erschöpfung vorzubeugen.


