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Zähne und Zahnfleischbluten

Besonders in den ersten drei Monaten klagen viele Schwangere über
Zahnfleischbluten. Durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft lockert
sich das Körpergewebe auf und wird stärker durchblutet. Dies macht auch das
Zahnfleisch empfindlicher als gewöhnlich, so dass es leicht anschwillt und oft schon
beim Zähneputzen blutet.

In dieser Zeit werden die Zähne zudem stärker mit Säuren belastet: Der
Säuregehalt des Speichels erhöht sich, viele Frauen erbrechen häufig oder haben
veränderte Essgewohnheiten („Lust auf Saures“). Zuviel Säure greift jedoch
den Zahnschmelz an und macht ihn anfälliger für Karies. Vorbeugend wirkt eine
ausgewogene, kalzium- und vitaminreiche Ernährung. Bei zucker- und säurehaltigen Nahrungsmitteln und Getränken ist Zurückhaltung ratsam.

Regelmäßiges Zähneputzen und das Reinigen der Zahnzwischenräume hilft,
Bakterien und Zahnbelag zu entfernen. Fluoridhaltige Zahnpasten und fluoridhaltiges Mundwasser stärken den Zahnschmelz. Zum Zähneputzen bei empfindlichem Zahnfleisch eignen sich weiche Zahnbürsten mit kleinem Bürstenkopf, zur Reinigung der Zahnzwischenräume Zahnseide und Interdentalbürstchen.

Falls die Zahnbürste bei starker Übelkeit Brechreiz auslöst, ist kräftiges Spülen
mit Mundwasser in jedem Fall besser als gar keine Zahnpflege. Möglich ist auch,
die Zahnpasta mit dem Finger auf die Zähne aufzutragen und zu verreiben.
Nach dem Genuss säurehaltiger Speisen und Getränke oder nach Erbrechen ist es
wichtig, den Mund mit Wasser oder Mundwasser zu spülen. Mit dem Zähneputzen
sollte man eine halbe Stunde warten.

Um das Zahnfleisch zu kräftigen und Entzündungen vorzubeugen, können
sanfte Massagen mit dem Finger oder einer sehr weichen Zahnbürste helfen. Bei
Zahnfleischbluten oder entzündetem Zahnfleisch wirken Kamillen- und Salbeitee als
Getränk oder Mundspülung beruhigend und desinfizierend.

Zahnfleischerkrankungen erhöhen nachweislich das Risiko für Frühgeburten.
Ärztinnen und Ärzte empfehlen deshalb, im ersten und im zweiten Drittel der
Schwangerschaft zur zahnärztlichen Kontrolluntersuchung zu gehen und dabei
auch eine professionelle Zahnreinigung machen zu lassen. Die Untersuchungen
sind wichtig, damit Zahnfleischentzündungen und Karies rechtzeitig erkannt und
behandelt werden können.

Übrigens: Die Redensart „Jedes Kind ein Zahn“ stammt aus Zeiten, in denen
sich hierzulande nicht alle Menschen ausreichend ernähren konnten. Da das Kind für seinen Knochenaufbau Kalzium benötigt, zieht es dieses bei einer Kalzium-Unterversorgung notfalls aus dem Körper der Mutter – unter anderem eben auch aus den Zähnen.

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Häufig gestellte Fragen

Kann es sein, dass meine Sehkraft in der Schwangerschaft nachgelassen hat?

Ein Nachlassen der Sehkraft in der Schwangerschaft ist vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel keine Seltenheit. Das Schwangerschaftshormon Progesteron bewirkt eine Lockerung des Gewebes im ganzen Körper. Davon können auch die Netzhaut und die Bindehaut der Augen betroffen sein. Die damit einhergehende Sehschwäche ist jedoch meist vorübergehend, und die Augen erholen sich nach der Geburt wieder.

Eine drastische Verschlechterung der Sehkraft oder andere Sehstörungen müssen allerdings ärztlich abgeklärt werden, denn sie können Anzeichen für einen Schwangerschaftsdiabetes, einen Bluthochdruck oder eine Präeklampsie sein.

Ist es riskant, sich in der Schwangerschaft die Haare zu färben?

Viele Frauen färben oder tönen sich regelmäßig die Haare. Haltbare Färbungen sind außer mit Hennaprodukten nur mit chemischen Haarfärbemitteln möglich. Deren Inhaltsstoffe können Hautreizungen und Allergien auslösen. Der Zusatz nachweislich krebserregender Substanzen ist zwar seit einigen Jahren verboten, trotzdem enthalten chemische Haarfarben gesundheitlich bedenkliche Stoffe wie zum Beispiel P-Phenylendiamin (PPD) oder aromatische Amine.

Naturprodukte aus Pflanzenfarben verzichten zwar in der Regel auf PPD, können aber zum Beispiel Rückstände von Pestiziden enthalten. In manchen Herstellerländern werden auch Henna-Produkten bedenkliche Farbverstärker oder PPD beigemischt.

Bei der Vielfalt der Produkte und Inhaltsstoffe kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass gesundheitsschädliche Substanzen in geringem Maß über die Kopfhaut in den Blutkreislauf und in die Muttermilch übergehen. Deshalb rät die Deutsche Akademie für Kinderheilkunde und Jugendmedizin e.V. (DAKJ) werdenden Müttern, während der Schwangerschaft und der Stillzeit auf das Haarefärben zu verzichten.

Wer sich dazu nicht entscheiden mag, sollte auf Naturfarben ausweichen. Auch auswaschbare Haartönungen enthalten weniger aggressive Substanzen als dauerhaft färbende chemische Produkte. Bei der Produktauswahl können Verbrauchertests helfen.

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