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Eine Schwangerschaft ist ein sehr guter Grund, ganz besonders auf eine gesunde und hochwertige Ernährung zu achten. Schließlich hängt die gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes auch von der Gesundheit der Mutter ab.
Qualität ist wichtiger als Quantität
Auch für die Ernährung in der Schwangerschaft gilt: Qualität ist wichtiger als Quantität. Als Schwangere muss man also keinesfalls „für zwei“ essen. Während der Schwangerschaft erhöht sich der Energie- und Nährstoffbedarf nur um etwa 250 Kalorien pro Tag. Dies entspricht zum Beispiel einem Käsebrot. Der leicht erhöhte Bedarf an Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen lässt sich normalerweise durch eine gesunde, abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung gut ausgleichen. Extra-Portionen sind also nicht nötig.
Bei einer zusätzlichen Einnahme von Vitaminen oder Mineralstoffen ist es wichtig, sich bei der Dosierung genau nach den ärztlichen Empfehlungen zu richten. Wenn Nahrungsergänzungsmittel ohne Anlass oder überdosiert eingenommen werden, können sie unerwünschte Wirkungen auch auf das Kind haben. Werden sie nicht zum richtigen Zeitpunkt genommen oder zu niedrig dosiert, sind sie wirkungslos.
Die Regeln einer gesunden Ernährung sind: Möglichst frisch zubereitete Kost und viel frisches Obst und Gemüse essen. Fast Food, sehr fetthaltige Lebensmittel und Fertigprodukte sollten dagegen nur selten auf dem Speiseplan stehen. Schwangere sollten außerdem darauf achten, viel zu trinken. Um den Flüssigkeitsbedarf zu decken, sind Wasser, ungesüßte Früchte- und Kräutertees optimal, aber auch verdünnte Obstsäfte sind geeignet.
Folsäure: Entscheidend für die gesunde Entwicklung des Kindes
Das B-Vitamin Folsäure ist für eine gesunde Entwicklung des Ungeborenen besonders wichtig. Lebensmittel, die viel Folsäure enthalten, sind Weizenkeime, Sojabohnen, Tomaten, Kohl und Backwaren aus Vollkornmehl.
Selbst eine vollwertige und abwechslungsreiche Kost kann jedoch zu wenig Folsäure enthalten. Ein Folsäuremangel bei der Mutter erhöht das Risiko für Fehlentwicklungen des Kindes deutlich. Die häufigste Folge eines Folsäuremangels während der Schwangerschaft ist ein Neuralrohrdefekt, eine Fehlbildung im Nervensystem des Fötus wie zum Beispiel der "offene Rücken".
Einem Folsäuremangel lässt sich durch die zusätzliche tägliche Einnahme von 0,4 Milligramm des Vitamins vorbeugen. In zahlreichen Studien wurde festgestellt, dass eine solche Folsäure-Prophylaxe das Risiko für einen Neuralrohrdefekt des Kindes deutlich senkt. Fachgesellschaften empfehlen Frauen mit einem Kinderwunsch daher, mindestens vier Wochen vor einer möglichen Empfängnis und während des ersten Drittels der Schwangerschaft zusätzlich zu einer gesunden Ernährung täglich 0,4 Milligramm Folsäure einzunehmen. Weil Schwangerschaften aber nicht immer geplant sind, gilt diese Einnahme-Empfehlung für alle Frauen, die eine Schwangerschaft nicht ausschließen wollen.
Jodmangel vorbeugen
Ein Jodmangel während der Schwangerschaft kann zu frühkindlichen Entwicklungsstörungen führen. Daher ist es wichtig, dass Schwangere ausreichend Jod zu sich nehmen. Jod ist reichlich enthalten in Meeresfisch, Meersalz und mit Jod angereichertem Speisesalz (jodiertes oder Jodsalz). Meeresfisch, insbesondere Tunfisch, sollte jedoch nur in geringen Mengen verzehrt werden, weil seine möglicherweise hohe Belastung mit Quecksilber und anderen Schadstoffen dem Ungeborenen ebenfalls schaden kann.
Deutschland gilt als Jodmangelgebiet: Hierzulande zeigt jede dritte erwachsene Person Zeichen eines Jodmangels. Falls der in der Schwangerschaft erhöhte Jodbedarf nicht über die Ernährung gedeckt werden kann, wird daher empfohlen, ergänzend 0,1 bis 0,2 Milligramm Jod pro Tag einzunehmen.
Vorsicht: Frauen, die eine Schilddrüsenerkrankung haben, sollten in jedem Fall mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, ob und wie viel Jod sie zusätzlich einnehmen dürfen.
Eisen in der Schwangerschaft
Auch ein Eisenmangel kann in der Schwangerschaft zum Problem werden – besonders dann, wenn Frauen schon vor der Schwangerschaft zu wenig Eisen im Blut hatten. Ein Eisenmangel kann müde machen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen.
Schwangere Frauen können einem Eisenmangel vorbeugen, indem sie sich vielseitig und vollwertig ernähren. Eisen befindet sich unter anderem in magerem Fleisch, in grünem Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl und Spinat, aber auch in Getreideprodukten wie Vollkornbrot und Müsli. Ein kleiner Tipp: Der Körper kann Eisen in Kombination mit Vitamin C besser aufnehmen. Ein Glas Orangensaft zu jeder Mahlzeit ist also hilfreich.
Bei den Vorsorgeuntersuchungen wird in der Regel auch der Eisengehalt im Blut der Schwangeren überprüft und ein Eisenpräparat verordnet, falls ein Mangel festgestellt wurde.
Weiterführende Informationen
- Ernährungsempfehlungen für die Schwangerschaft
Das Netzwerk „Gesund ins Leben - Netzwerk junge Familie“ ist ein gemeinsames Projekt des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der Berufsverbände der Frauen-, Kinder- und Jugendärzte, des Deutschen Hebammenverbands, des Präventions- und Informationsnetzwerk Allergie/Asthma, der Plattform Ernährung und Bewegung sowie des aid-infodienstes. Es hat einheitliche Handlungsempfehlungen für die Schwangerschaft veröffentlicht und gibt alltagspraktische Informationen zu Ernährung, Lebensstil und Allergieprävention. (Recherchedatum: 27.10.2011)
- Verbrauchertipp zum Verzehr von Thunfisch in der Schwangerschaft (PDF)
Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, den Verzehr von Thunfisch in der Schwangerschaft einzuschränken. Die 12seitige Stellungnahme erläutert detailliert die Hintergründe der Empfehlung. (Recherchedatum: 04.11.2011)
- Thunfisch & Co - für Schwangere und Stillende ein Risiko
Die Seite des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V. mit einer Information dazu, wie viel Thunfisch in Schwangerschaft und Stillzeit unbedenklich ist. (Recherchedatum: 04.11.2011)
- Ernährungsinfos für Schwangere
Der aid-Infodienst hat auf seinen Verbraucherseiten ausführliche Tipps und Informationen zur Ernährung in der Schwangerschaft zusammengestellt. (Recherchedatum: 27.10.2011)
- Gesund ins Leben – Informationen für junge Eltern
Eltern möchten ihrem Nachwuchs einen gesunden Start ermöglichen. Das Netzwerk "Gesund ins Leben" unterstützt sie dabei – mit einheitlichen, verständlichen und leicht umsetzbaren Empfehlungen zu einer ausgewogenen Ernährung und zur Vorbeugung von Allergien. Das Netzwerk ist ein Projekt des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. (Recherchedatum: 27.10.2011)
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Häufig gestellte Fragen
Deckt eine vegetarische Ernährung den Nährstoffbedarf für Mutter und Kind?
Eine vielseitige vegetarische Ernährung, die Milch, Milchprodukte und Eier enthält, deckt in der Regel den Nährstoff- und Vitaminbedarf ebenso wie eine Ernährung mit Fleisch.
Vegetarierinnen sollten aber besonders darauf achten, dass sie ausreichend Eisen, B-Vitamine und Eiweiß zu sich nehmen. Eine Ernährungsberatung kann Tipps zu einer ausgewogenen vegetarischen Ernährung während der Schwangerschaft geben. Im Zweifel ist es sinnvoll, sich ärztlich beraten zu lassen. Falls ein Vitamin- oder Eisenmangel besteht, wird die Ärztin oder der Arzt dies feststellen und bei Bedarf ein Nahrungsergänzungsmittel verschreiben.
Wie kann ich das Risiko senken, an einer Listeriose zu erkranken?
Listeriose-Bakterien finden sich unter anderem in Rohmilchprodukten, in rohem Fleisch, auf ungewaschenem Gemüse sowie in der Rinde von Weich- und Schimmelkäse.
Schwangere Frauen können einer Listeriose-Infektion vorbeugen, wenn sie auf den Genuss von Rohmilch, Rohmilchprodukten und rohem Fleisch verzichten, Käserinde großzügig abschneiden, Fleisch gut durchgaren und Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich waschen.
Darf ich während der Schwangerschaft Leber essen?
Leber enthält sehr viel Vitamin A, weil es sich in diesem Organ anreichert. Weil eine Überdosierung von Vitamin A dem ungeborenen Kind schaden könnte, ist es sicherer, im ersten Drittel der Schwangerschaft auf Leber zu verzichten. Danach kann Leber verzehrt werden, allerdings nicht häufiger als einmal pro Woche.
In allen anderen Lebensmitteln kommt Vitamin A nicht in so großen Mengen vor, dass bei normaler Ernährung ein Risiko bestünde. Vitamin A ist wichtig für das Zell- und Gewebewachstum, besonders für die Lungenentwicklung. Der Bedarf an Vitamin A lässt sich durch Milchprodukte, Eigelb, Möhren und grünblättriges Gemüse leicht decken.
Sollen Schwangere auf den Verzehr von Mohn verzichten?
Speisemohn enthält Spuren von Morphin – eine Substanz, die in der Medizin hauptsächlich zur Behandlung starker Schmerzen verwendet wird. Analysen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) haben ergeben, dass der Morphingehalt in Speisemohn stark schwankt und einzelne Produkte einen erhöhten Morphingehalt haben können. Bei Menschen, die viel davon zu sich nehmen und/oder besonders empfindlich sind, kann das zu Benommenheit, Übelkeit, Atem- und Kreislaufproblemen führen. Deshalb warnt das BfR vor allem Schwangere vor dem übermäßigem Verzehr von Produkten wie Mohnkuchen, Mohnnudeln und anderen Speisen, die Mohnsamen enthalten. Ein Mohnbrötchen kann jedoch bedenkenlos gegessen werden. Säuglinge und Kleinkinder sollten allerdings keinerlei Mohnsamen-haltige Speisen zu sich nehmen.
Muss ich meine Katze abschaffen, wenn ich schwanger bin?
Katzen können Toxoplasmose übertragen, eine normalerweise harmlose Infektion. Eine Erstinfektion während der Schwangerschaft kann jedoch zu schweren Schäden an Augen und Gehirn des Kindes führen. Wenn bestimmte Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden, ist es aber nicht nötig, sich in der Schwangerschaft komplett von Katzen fernzuhalten oder das eigene Tier abzugeben.
Schwangere, die eine Katze haben, können durch eine Blutuntersuchung feststellen lassen, ob sie gegen Toxoplasmose immun sind. Wenn ja, besteht keine Gefahr der erneuten Ansteckung.
Hat eine Schwangere keine Toxoplasmose-Antikörper im Blut, kann die Tierärztin oder der Tierarzt feststellen, ob ihre Katze Überträgerin der Krankheit ist. Ist die Katze keine Überträgerin, sollte die Schwangere darauf achten, dass sich das Tier nicht infiziert – zum Beispiel, indem sie die Katze nicht aus der Wohnung lässt und sie nicht mit rohem Fleisch füttert.
Ist die Katze jedoch Überträgerin, sollte das Katzenklo weit weg von den Wohnräumen aufgestellt und feucht gehalten werden, sodass es nicht staubt. Um das Infektionsrisiko zu mindern, sollte die Schwangere das Katzenklo möglichst nicht selbst reinigen.
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Checklisten zum Download
- Checkliste - »Ernährung in der Schwangerschaft«
In dieser Checkliste finden Sie wichtige Informationen, die für eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft wichtig sind.


