Gesund leben in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit. Deshalb gilt grundsätzlich: Was einer Frau normalerweise gut tut und gesund ist, ist meist auch in der Schwangerschaft richtig für sie. Aber was hilft, mit häufigem Heißhunger oder plötzlicher Übelkeit zurechtzukommen?

© BZgA/HN/Eichhöfer
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Eine werdende Mutter denkt in der Schwangerschaft „für zwei“, muss aber nicht für zwei essen, denn der zusätzliche Bedarf an Energie ist nicht sehr groß. Mit einer ausgewogenen, vielseitigen und möglichst vollwertigen Ernährung, ergänzt durch Jod- und Folsäurepräparate, sind Mutter und Kind in der Regel bestens versorgt. Wer sich in der Schwangerschaft gesund ernährt und auch gesund lebt, schafft für sein Kind die beste Basis, sich optimal zu entwickeln.

Auf Tabak und Alkohol verzichten

Zu einer gesunden Lebensweise gehört, sich und das Kind keinen Gefahren auszusetzen. Auf Rauchen und Alkohol sollten Sie deshalb ganz verzichten. Auch vom Passivrauchen geht eine Gefahr aus. Soweit möglich, sollten Schwangere deshalb Räume zu meiden, in denen geraucht wird.

Bewegung tut gut

In der Schwangerschaft körperlich aktiv zu bleiben, tut Mutter und Kind gut. Es beugt einer übermäßigen Gewichtszunahme vor, aber auch schwangerschaftstypischen Beschwerden wie Krampfadern oder Rückenschmerzen. 

Am besten, Sie sorgen täglich für Bewegung. Wer vor der Schwangerschaft Sport getrieben hat, kann dies – mit Ausnahme einiger Sportarten – während einer normal verlaufenden Schwangerschaft in Maßen auch weiter tun. Schwangeren wird aber davon abgeraten, neue Sportarten mit ungewohnten Bewegungsabläufen zu beginnen.

Gesund ernähren trotz Heißhunger oder Appetitlosigkeit

Besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel verändert sich oft das Essverhalten. Einige Frauen haben Heißhungerattacken. Andere haben plötzlich keinen Appetit mehr und müssen sich zwingen, ausreichend zu essen. Nicht wenige Schwangere haben mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen.

Heißhunger und Appetitlosigkeit sind mit ein wenig Organisation und Disziplin meist recht gut in den Griff zu bekommen. Frauen, die zwischen den Mahlzeiten immer wieder hungrig sind, greifen besser zu Obst und Gemüse (zum Beispiel Möhren oder Äpfel) als zu belegten Broten, Kuchen oder Schokolade. Gegen Heißhungerattacken hilft es, regelmäßig kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Für unterwegs können vorsorglich etwas Obst, Gemüse, Nüsse oder Vollkorn-Knäckebrot mitgenommen werden.

Verliert eine Schwangere wegen Appetitlosigkeit an Gewicht, kann es ihr helfen, regelmäßig kleine Portionen zu essen. Häufig können auch bestimmte Lebensmittel, Gewürze oder Aromen den Appetit anregen. Gemeinsames Essen mit der Familie, Freundinnen oder Freunden hilft ebenfalls oft über die Unlust zu essen hinweg. Nimmt eine Frau deutlich ab, sollte sie mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen.

Strategien gegen Übelkeit

Übelkeit kann in der Schwangerschaft zu einem echten Problem werden. Ein kleiner Trost: Ab dem 4. Schwangerschaftsmonat verschwindet sie meist von selbst wieder.

Meist hilft es schon, mehrere kleine Portionen am Tag statt drei normaler Mahlzeiten zu essen. Kleine Mengen Nahrung sind oft besser verträglich. Andere Schwangere bekommen die morgendliche Übelkeit in den Griff, indem sie vor dem Aufstehen einen Zwieback, Knäckebrot oder Ähnliches essen und eine Tasse Ingwer-Tee trinken. Bei häufigem Übergeben ist es wichtig, genug zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Falls die Übelkeit sehr stark ist und man sich häufig übergeben muss, ist ärztliche Hilfe nötig. In seltenen Fällen muss eine Behandlung in der Klinik die Gesundheit der Schwangeren und die gesunde Entwicklung des Kindes sicherstellen.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 04.01.2017