Alkohol und Schwangerschaft

Auch wenn es vielleicht nicht immer leichtfällt: Auf Alkohol sollten Schwangere ganz verzichten. Weil er über die Nabelschnur in die kindliche Blutbahn gelangt, hat das Ungeborene immer den gleichen Alkoholspiegel wie die Mutter.

Zwei Personen stoßen mit Weingläsern an © iStock
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Die Frage, welche Menge Alkohol noch unschädlich für das Baby sein könnte und ab wann die kindliche Gesundheit und Entwicklung gefährdet sind, lässt sich nicht beantworten. Wissenschaftlich gesichert ist, dass in allen Phasen der Schwangerschaft selbst geringe Mengen Alkohol erhebliche Folgen für das Kind haben können. Zu bestimmten Zeitpunkten sind die Auswirkungen vielleicht weniger stark. Weil aber weder Grenzwerte noch „Zeitfenster“ für mögliche schädliche Folgen des Alkohols auf das ungeborene Kind bekannt sind, wird schwangeren Frauen empfohlen, ganz auf Alkohol zu verzichten.

Ihr Baby trinkt mit

Trinkt eine schwangere Frau Alkohol, hat ihr Baby nicht nur innerhalb weniger Minuten dieselbe Alkoholkonzentration im Blut wie sie. Das ungeborene Kind braucht auch sehr viel länger, um den Alkohol abzubauen. Seine Organe sind noch nicht voll entwickelt. Deswegen fällt es seinem Organismus viel schwerer, den Blutalkoholspiegel wieder zu senken. Es ist der schädigenden Wirkung des Alkohols also weit länger ausgesetzt.

Alkohol ist ein Zellgift. Er hemmt die Zellteilung und wirkt sich deshalb direkt auf das Wachstum des Ungeborenen aus. Außerdem beeinträchtigt er die Hirnentwicklung und ist eine häufige Ursache für Organschäden, Entwicklungs- und Wachstumsstörungen sowie spätere Verhaltensauffälligkeiten beim Kind.

Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) und Alkoholspektrumstörungen (FASD)

Als Folge von regelmäßigem oder gelegentlichem Alkoholkonsum werdender Mütter kommen in Deutschland jährlich mehrere Tausend Kinder mit dem Vollbild einer sogenannten Alkoholembryopathie (Fetales Alkoholsyndrom oder abgekürzt FAS) oder geringeren Zeichen von alkoholbedingten Organschädigungen (FASD) zur Welt. Die alkoholbedingten Schäden können unterschiedlich stark sein und sind bei jedem zehnten dieser Kinder voll ausgeprägt. Sie haben oft Untergewicht, Wachstumsstörungen, Intelligenzminderungen, Verhaltensauffälligkeiten sowie andere, zum Teil schwere und nicht wiedergutzumachende körperliche und geistige Beeinträchtigungen.

Lieber keins statt eins

Es ist nicht immer einfach, zum Beispiel bei geselligen Anlässen und Festen das „Gläschen in Ehren“ oder „zum Anstoßen“ abzulehnen. Doch wer weiß, dass es keinen sicheren Grenzwert gibt, lässt „das eine Gläschen“ eher stehen. „Eins ist keins“ gilt während der Schwangerschaft nicht!

Wer nicht ganz auf den Geschmack von Bier oder Wein verzichten möchte, kann auf alkoholfreie Biere, Weine oder Sekt ausweichen. Diese enthalten jedoch in der Regel noch geringe Mengen Restalkohol. Achten Sie beim Kauf daher stets auf den Hinweis „0,0 Promille“. Im Übrigen gibt es leckere alkoholfreie Alternativen

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 24.01.2017