Sport – auch in der Schwangerschaft

Sport und regelmäßige Bewegung sind in fast jeder Lebenslage wohltuend und gesund. Während der Schwangerschaft tut angepasste Bewegung nicht nur der werdenden Mutter gut, sondern auch dem ungeborenen Kind.

Schwangere Frau steht in Sportbekleidung auf einem Feldweg und fasst sich an Bauch © Corbis Images
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Verläuft die Schwangerschaft problemlos und fühlt sich die Schwangere fit und gesund, spricht nichts gegen sportliche Betätigung. Im Gegenteil: Wenn sich die Mutter viel bewegt, bekommt auch das ungeborene Kind viel Sauerstoff. Bewegung und Sport können zudem Rückenschmerzen und Kreislaufproblemen vorbeugen. Schwangere, die drei- bis viermal pro Woche mindestens eine halbe Stunde sportlicher Betätigung nachgehen, entwickeln seltener Bluthochdruck oder Schwangerschaftsdiabetes, auch Kaiserschnitte sind seltener. Die Sorge, das Baby könne zu früh zur Welt kommen, ist unbegründet: Studien zeigen kein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt durch sportliche Betätigung.

Allerdings ist nicht jeder Sport in der Schwangerschaft geeignet. Auch für Trainierte sind Sportarten mit schnellen Stopps und Drehungen, hoher Sturz- und Verletzungsgefahr sowie anspruchsvolle Kraft- und Dehnübungen nicht zu empfehlen. Ansonsten ist es nicht nur erlaubt, sondern auch sinnvoll, die Lieblingssportart in gemäßigter Form weiter zu betreiben. Wichtig ist, dass das Training nicht erschöpft. Es sollte beleben und Spaß machen!

Überanstrengung vermeiden, kein Risiko eingehen

Schwangere sollten körperliche Überanstrengung während der Schwangerschaft grundsätzlich vermeiden. Deshalb ist es wichtig, erste Signale des Körpers ernst zu nehmen, die anzeigen, dass es zu anstrengend wird. Wenn die Luft zum Atmen knapp wird oder die Pulsfrequenz 140 Schläge pro Minute übersteigt, ist es Zeit, eine Pause zu machen oder das Training zu beenden.

Frauen mit einer Risikoschwangerschaft müssen besonders vorsichtig sein – zum Beispiel bei einem erhöhten Fehlgeburtsrisiko, Vorerkrankungen oder gesundheitlichen Problemen während der Schwangerschaft. Am besten sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt, ob und in welcher Form Sie sportlich aktiv sein können.

Wer sehr aktiv ist, sollte sich auch Entspannungspausen gönnen. In vielen Geburtsvorbereitungskursen werden Entspannungstechniken, für Schwangere geeignete Yogaübungen oder Qi Gong vermittelt. Solche Übungen können dabei helfen, Stress abzubauen und innere Ruhe zu finden. Wer sie gelernt hat, kann sie auch während der Geburt anwenden, um sich zwischen den Wehen zu entspannen und neue Kraft zu schöpfen.

Geeignete Sportarten

Während der Schwangerschaft eignen sich vor allem gemäßigtes Ausdauertraining sowie leichte Kräftigungs- und Beweglichkeitsübungen (Gymnastik). Walking, längere Spaziergänge und leichte Wanderungen verbessern die Sauerstoffversorgung und regen den Kreislauf an. Besonders empfehlenswert sind Schwimmen und Aquagymnastik. Beim sanften Training im Wasser fühlen sich selbst Hochschwangere wohl, denn der Körper wird durch den Auftrieb entlastet. Der Wasserdruck bewirkt zudem eine sanfte Massage.

Radfahren ist allenfalls bei holprigen Strecken mit Schlaglöchern bedenklich. Gegen Tai Chi, Qi Gong, Yoga oder Pilates ist ebenfalls nichts einzuwenden, wenn unter fachkundiger Anleitung geübt wird. Wichtig ist, mit der Trainerin oder dem Trainer zu besprechen, ob einzelne Übungen in der Schwangerschaft problematisch sein können.

Zu riskant für Mutter und Kind

Joggen während der Schwangerschaft gefährdet zwar nicht das Kind, die damit verbundenen Erschütterungen setzen aber die ohnehin schon stark strapazierte Wirbelsäule, den Beckenboden, die Hüften und die Knie großen Belastungen aus. Wegen der Sturzrisiken sind Inlineskaten und Reiten nicht zu empfehlen.

Während der Schwangerschaft tabu sind unter anderem Tauchen, schnelle Ballsportarten wie Squash, sowie Bergwanderungen und Aufenthalte in Höhen über 2000 bis 2500 Meter, Abfahrtsski und natürlich jede Form von intensivem Training, etwa für einen Marathonlauf.

Fragen zu Ihrem persönlichen Sportprogramm in der Schwangerschaft können Sie online dem Arbeitskreis „Sport und Schwangerschaft“ der Deutschen Sporthochschule Köln stellen. Die Online-Coaches des Arbeitskreises beraten kostenlos. E-Mail: schwangerschaft(at)dshs-koeln.de. Die Empfehlungen besprechen Sie am besten mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 13.07.2018