Rauchstopp - jetzt oder nie!

Rauchen schadet nicht nur der Gesundheit der werdenden Mutter, sondern auch der des Kindes. Trotzdem fällt das Aufhören oft schwer. Hier finden Sie Tipps und Unterstützungsangebote für eine rauchfreie Schwangerschaft.

Das Rauchen in der Schwangerschaft ist oft so stark mit Schuldgefühlen, Ängsten und Vorwürfen besetzt, dass es für die werdenden Eltern schwierig ist, sich sachlich damit auseinanderzusetzen. Trotzdem ist es wichtig, dass Paare, die sich ein Kind wünschen oder bekommen, offen über ihr Rauchverhalten und die Folgen für das Kind sprechen.

Jede Zigarette, die eine schwangere Frau nicht raucht, ist ein Erfolg. Denn jede einzelne Zigarette schadet dem Ungeborenen ganz direkt. Sich das klar zu machen, kann die innere Überzeugung stärken, dass der Zeitpunkt gekommen ist, in ein rauchfreies Leben zu starten. Welchen besseren Anlass könnte es geben als eine Schwangerschaft?

Zu zweit fällt das Aufhören leichter

Frauenhand drückt noch nicht zu Ende gerauchte Zigarette im Aschenbecher aus
© Corbis Images

Falls der Partner raucht, sollte er die Schwangere unterstützen und ebenfalls aufhören. Denn auch das Passivrauchen schadet dem Ungeborenen. Wenn der Mann weiter raucht, macht er seiner Partnerin die Entwöhnung unnötig schwer. 

Nicht zuletzt fällt es beiden Partnern leichter, wenn sie gemeinsam das Rauchen aufgeben. Gemeinsam lässt sich zum Beispiel die Wohnung besser zur rauchfreien Zone erklären – auch für Freunde und Bekannte. Man kann sich gegenseitig unterstützen, wenn das Verlangen nach einer Zigarette stark wird. Außerdem lassen sich Rückfälle eher vermeiden, wenn man nicht durch herumliegende Zigarettenschachteln in Versuchung gerät.

Versuchungen meiden

Es bekräftigt den Entschluss zum Aufhören, wenn man sich bewusst darauf vorbereitet und einen baldigen „Stopp-Tag“ auswählt. Bis dahin lassen sich persönliche Strategien ausprobieren, wie man die Lust auf eine Zigarette am besten in den Griff bekommt. 

Zur Vorbereitung kann es hilfreich sein,

  • das eigene Rauchverhalten gut zu beobachten und einzuschätzen sowie Alternativen zur Zigarette zu suchen: In welchen Alltagssituationen, an welchen Orten und bei welchen Tätigkeiten habe ich bisher geraucht? Kann ich das Rauchen durch andere Aktivitäten und Rituale ersetzen? 
  • wahrzunehmen, aus welchen Beweggründen und in welchen Situationen man raucht, und das zu notieren. So kann man seinen Gewohnheiten beim Rauchen besser auf die Spur kommen.
  • vor dem Griff zur Schachtel jeweils fünf Minuten zu warten.

Am Stopp-Tag etwas Außergewöhnliches zu unternehmen, hilft ebenfalls, mit der täglichen Gewohnheit zu brechen. Das kann zum Beispiel ein „Wellness-Tag“ in ohnehin rauchfreier Umgebung sein. 

Am besten meidet man Räume, in denen geraucht wird, und umgeht Situationen, die mit dem gewohnheitsmäßigen Rauchen verknüpft sind oder Stress mit sich bringen. Verabredungen können zum Beispiel an rauchfreien Orten stattfinden. Einfache Entspannungsübungen helfen, wenn es hektisch wird. Manche Menschen lutschen Bonbons, andere genießen ihren Lieblingstee, wenn die Rauchlust besonders stark wird.

Wo erhalte ich Hilfe?

Werdenden Eltern bietet die BZgA-Broschüre „Ich bekomme ein Baby – rauchfrei in der Schwangerschaft“ Tipps und Hilfen zum Thema Rauchfreiwerden. Sie ist kostenlos und kann bei der BZgA bestellt oder heruntergeladen werden.

Auf der BZgA-Website www.rauchfrei-info.de finden Raucherinnen und Raucher umfangreiche Informationen und bewährte Tipps zum Aufhören. Ein Programm begleitet und unterstützt Aufhörwillige über 21 Tage hinweg mit vielen Infos und Empfehlungen. In einem Forum kann man sich austauschen. Ehrenamtlich tätige Online-Mentoren, die sogenannten „Rauchfrei-Lotsen“, geben praktische Tipps für die Tabakentwöhnung und motivieren zum Dranbleiben.

Telefonische Hilfe erhalten Sie beim Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Rauchentwöhnung: 0 800 / 8 31 31 31 (kostenfreie Servicenummer; montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr).

Das Onlineprogramm IRIS richtet sich speziell an Schwangere. Mit hilfreichen Informationen und interaktiven Online-Übungen unterstützt es Schwangere dabei, alkohol- und rauchfrei durch die Schwangerschaft zu gehen. Bei Bedarf bietet es auch individuelle Beratung per E-Mail.

Einige Krankenkassen geben Zuschüsse für die Teilnahme an Raucherentwöhnungskursen. Informieren Sie sich bei Ihrer örtlichen Krankenkasse.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 24.01.2017