Geburtsgewicht und Größe des Kindes

Ein kräftiges Mädchen! Oder: Ein zarter Junge! Was bedeutet so ein Satz bei einem Neugeborenen, das so winzig ist, dass man sich kaum traut, es anzufassen?

In Deutschland wiegen die meisten reif geborenen Kinder bei der Geburt zwischen 3000 und 4000 Gramm. Sie sind zwischen 50 und 55 Zentimeter lang und haben einen Kopfumfang von 34 bis 37 Zentimeter.

Erbanlagen, Eltern und Geschwister

Den größten Einfluss auf das Geburtsgewicht des Kindes hat das Gewicht der Mutter vor der Schwangerschaft. Das heißt, zierliche Frauen bekommen eher zartere und leichtere Neugeborene. Aber auch andere Einflüsse, wie zum Beispiel Erbanlagen, Krankheiten oder Rauchen der Mutter können eine Rolle spielen.

Den größten Einfluss auf die Größe eines gesunden Kindes bei der Geburt hat die Größe seiner Eltern. Weil Menschen sehr verschieden groß sind, gibt es für beide Geschlechter Spannbreiten, die als normal gelten.

Proportionen und Körpermaße

Das Gewicht und die Länge eines Neugeborenen werden üblicherweise mit den Durchschnittsmaßen von anderen Neugeborenen im selben Land verglichen.

Ob ein Baby eher zart oder kräftig wirkt, hängt von seinen Proportionen ab. Ein Kind mit 3750 Gramm und 54 Zentimeter Länge ist beinahe genauso proportioniert wie ein Kind mit 3200 Gramm und 50 Zentimeter Länge.

Einfluss der Schwangerschaftsdauer

Größe und Gewicht eines Neugeborenen können im Zusammenhang mit anderen Merkmalen ein Reifezeichen sein. Allein aufgrund der Maße lassen sich allerdings nur begrenzt Rückschlüsse auf die Schwangerschaftsdauer ziehen.

Zu früh geborene Kinder sind nicht nur leichter, sondern auch kleiner als reif geborene. In der 28. Schwangerschaftswoche wiegt ein Kind normalerweise um die 1000 Gramm. Schon sechs Wochen später hat es sein Gewicht verdoppelt. In der 38. Schwangerschaftswoche wiegt es dann schon um die 3000 Gramm.

Ein Neugeborenes kann aber auch am Geburtstermin zu leicht oder zu schwer geboren werden. Die Körpermaße und ihre Proportionen können dann ein Hinweis auf Erkrankungen sein.

So sind Kinder von Müttern mit Diabetes häufig eher zu schwer und erreichen schon einige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ein normales Geburtsgewicht. Trotzdem sind diese Kinder nicht „reifer“ als andere Ungeborene in derselben Schwangerschaftswoche.

Umgekehrt sind bei der Geburt zu leichte Kinder nicht unbedingt unreif. Ein Kind, das zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin mit 2500 Gramm geboren wird, kann trotz seines geringen Gewichts genauso ausgereift sein wie ein normal schweres Kind, das um den Geburtstermin herum geboren wird. Es kommt auf alle individuellen Umstände an.

Größe und spätere Gesundheit

Die Körpermaße reif geborener Kinder sagen nichts über ihre spätere Gesundheit oder individuelle Entwicklung aus, selbst wenn sie von den normalen Maßen abweichen. Anfangs leichtgewichtige, zierliche Kinder gedeihen bei richtiger Ernährung genauso gut wie normalgewichtige. Ebenso bleiben oder werden schwere „Riesenbabys“ später nicht unbedingt übergewichtig.


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 02.01.2012