Eisenmangel und Blutarmut (Schwangerschaftsanämie)

Bei einer Blutarmut (Anämie) enthält das Blut zu wenig rote Blutkörperchen (Erythrozyten) und/oder zu wenig roten Blutfarbstoff (Hämoglobin). Die roten Blutkörperchen und das darin enthaltene Hämoglobin transportieren den lebensnotwendigen Sauerstoff von der Lunge in alle Körperzellen und auch zum ungeborenen Kind. Im Hämoglobin ist Eisen enthalten. Steht dem Körper zu wenig Eisen zur Verfügung, kann er weniger Hämoglobin bilden. Daraus kann sich eine Anämie entwickeln.

Wie kommt es in der Schwangerschaft zu einer Anämie?

In der Schwangerschaft nimmt die Blutmenge zu. Dabei nimmt der flüssige Teil des Blutes (Blutplasma) stärker zu als die Zahl der roten Blutkörperchen – dadurch wird das Blut gleichsam verdünnt, was man daran sieht, dass der Hämoglobin-Wert im Blut einer Schwangeren leicht abfällt. Eine leichte Anämie ist in der Schwangerschaft also durchaus normal. Besteht aber zusätzlich ein Mangel an Eisen, sinkt der Hämoglobin-Wert stärker ab, weil nicht genügend Hämoglobin gebildet wird.

Ist der Vorrat an Eisen im Körper gering und/oder kann der Bedarf nicht ausreichend Eisen über die Nahrung gedeckt werden, kann sich eine sogenannte Eisenmangel-Anämie entwickeln.

Typische Symptome sind eine geringere Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und eine erhöhte Infektanfälligkeit. Bei einer schweren Anämie kann es zu einer Frühgeburt kommen; auch ein zu niedriges Geburtsgewicht des Kindes ist möglich. Bei einer leichten Anämie sind keine Auswirkungen auf das ungeborene Kind zu befürchten.

Wie kann eine Anämie entdeckt werden?

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen wird der Hämoglobin-Wert regelmäßig bestimmt und im Mutterpass unter „Hb“ eingetragen. Dadurch wird eine Anämie erkannt, bevor Symptome auftreten. Der Hämoglobin-Wert liegt außerhalb der Schwangerschaft bei Frauen normalerweise zwischen 12 und 16 g/dl. In der Schwangerschaft sinkt der Hämoglobin-Wert leicht ab.  Als Grenzwert für eine Behandlung gilt am Beginn und am Ende der Schwangerschaft ein Hb-Wert von unter 11g/dl, im mittleren Schwangerschaftsdrittel ist auch ein Absinken des Hb auf bis zu 10,5 g/dl noch normal. Ist der Hb-Wert niedrig, sollte zusätzlich der Eisenwert des Blutes bestimmt werden sowie der Ferritin-Wert, der Auskunft über den Vorrat an Eisen im Körper („Eisenspeicher“) gibt.

Wie wird eine Anämie behandelt?

Wurde eine Anämie festgestellt, verordnet die Ärztin oder der Arzt ein Eisenpräparat, meist als Tabletten. Es sollte nüchtern genommen werden möglichst mit etwas Orangensaft, ca. 30 Minuten vor dem Essen, um die Aufnahme zu verbessern. Durch die Einnahme kann sich der Stuhl dunkler bis schwarz färben, und es kann zu Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung kommen. Sprechen Sie dann gegebenenfalls mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei extrem starkem Eisenmangel kann Eisen als Infusion gegeben werden.

Was kann ich tun, um einer Anämie vorzubeugen?

Um einer Anämie entgegenzuwirken, ernähren Sie sich am besten vielseitig und ausgewogen. Achten Sie darauf, ausreichend Lebensmittel mit hohem Eisengehalt zu essen. Tierisches Eisen kann besonders gut vom Körper aufgenommen werden. Fleisch, vor allem Leber, sind deshalb gute Eisenlieferanten. Aber auch Vollkorngetreide (Hafer, Hirse), Hülsenfrüchte, Nüsse, grünes Blattgemüse und Kräuter enthalten viel Eisen.

Ihr Körper kann das Eisen besonders gut aufnehmen, wenn Sie zu der Mahlzeit auch Vitamin C zu sich nehmen, etwa durch ein Glas Orangensaft oder etwas Obst. Außerdem gibt es auch mit Eisen angereicherte Säfte.

Viele Schwangere mit normalen Hämoglobin-Werten nehmen zur Vorbeugung Eisenpräparate ein. Bisher ist jedoch nicht nachgewiesen, dass das Vorteile hat, es sind aber bis auf die Verstopfung auch keine Nachteile bekannt. Eine Überdosierung von Eisen kann zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung führen.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 27.06.2019