Drogen und Schwangerschaft

Alle Arten von Drogen – also auch sogenannte weiche Drogen wie Cannabis – können für das ungeborene Kind gefährlich sein. Das gilt auch, wenn sie nur gelegentlich konsumiert werden.

Cannabisblatt
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Alle Wirkstoffe von Drogen gelangen über die Nabelschnur in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes. Nimmt eine schwangere Frau beispielsweise Tranquilizer oder Aufputschmittel, dann ist auch ihr Baby im Mutterbauch davon „beruhigt“ oder „erregt“. Konsumiert sie Drogen wie Cannabis, Kokain oder Heroin, ist es gleichermaßen „high“. Weil die Organe und das Abwehrsystem von ungeborenen Kindern aber noch nicht voll entwickelt sind, können sie sich gegen die eindringenden Gifte nicht schützen. Mögliche Folgen von Drogenkonsum während der Schwangerschaft sind Entwicklungsverzögerungen beim Kind, Fehlbildungen und Frühgeburten.

Schwangere Frauen, die Drogen konsumieren, sollten deshalb mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt, die selbstverständlich der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen, offen reden. Damit kann die Schwangere dafür sorgen, dass sie und ihr ungeborenes Kind besonders sorgfältig betreut werden. Meist können die ärztlichen Vorsorgetermine dann häufiger als gewöhnlich in Anspruch genommen werden.

Fachkundige Hilfe suchen

Da Entzugserscheinungen für das ungeborene Kind gefährlich werden können, ist beim Absetzen von manchen Drogen die Kontrolle durch eine Ärztin oder einen Arzt mit entsprechender Erfahrung notwendig. Am besten wendet man sich an eine Drogen- oder Suchtberatungsstelle. Die Beraterinnen und Berater dort wissen, welche Ärztinnen und Ärzte bei einem Drogenentzug oder einer Substituierung helfen.

Adressen finden Sie im Verzeichnis der Suchtberatungsstellen. Spezialisierte Kliniken können Schwangere und Mütter mit Kindern für einen Entzug aufnehmen. Außerdem ist es ratsam, sich schon in der Schwangerschaft von einer Hebamme unterstützen zu lassen. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse.

Wenn auch der Partner Drogen nimmt, ist es besonders schwer, drogenfrei zu werden. Deshalb ist es wichtig, dass auch er sich beraten lässt und den Entzug mitmacht.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 24.07.2015