Sonne und Hitze: schützen und kühlen

Hohe Temperaturen können den Körper stark belasten – besonders, wenn der Kreislauf nicht ganz stabil ist. Viele Schwangere haben mit Kreislaufproblemen zu tun. Deshalb ist es wichtig, bei Hitze gut auf sich zu achten.

Schwangere Frau sonnt sich
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Schwangere sind oft sehr hitzeempfindlich. Das ist einerseits gut so, weil sie schnell merken, wann Abkühlung nötig ist. Andererseits können hochsommerliche Temperaturen für Schwangere ziemlich anstrengend sein. Wenn Sie Ihren Tagesablauf auf die Sommerhitze einstellen, können Sie unnötige Belastungen und Risiken vermeiden. 

Die wichtigsten Mittel gegen Hitzestress sind: sich Ruhe gönnen, Schatten suchen, gut kühlen und ausreichend trinken. In der Schwangerschaft produziert der Körper mehr Wärme als sonst, weil der Stoffwechsel und die Blutzirkulation erhöht sind. Die Blutgefäße der Haut sind erweitert und geben Wärme nach außen ab. Das kann selbst bei normalen Außentemperaturen zu gelegentlichen Hitzewallungen und Schweißausbrüchen führen. Hitze steigert diesen Effekt und kann allgemeine Schwangerschaftsbeschwerden wie Kreislaufprobleme, Müdigkeit, schwere und geschwollene Beine verstärken.

Tipps gegen Überwärmung

Wenn die Körpertemperatur steigt, sorgt der Körper durch Schwitzen für Abkühlung. Dabei verliert er Flüssigkeit und Mineralstoffe. Deshalb ist es wichtig, dass Sie an heißen Tagen genug trinken. Wenn die Sonne richtig knallt, halten Sie sich am besten in kühlen Innenräumen auf. Direkte Sonne und aufgeheizte Räume sollten Sie möglichst meiden. 

Hitze lässt sich besser aushalten, wenn Sie

  • körperlich anstrengende Aktivitäten meiden,
  • immer mal wieder die Beine hochlegen, um die Gefäße zu entlasten – das hilft auch gegen geschwollene Beine und bei einer Neigung zu Krampfadern,
  • luftige, weit geschnittene Kleidung tragen; helle Stoffe reflektieren das Licht besser als dunkle, sie lassen daher auch weniger Wärme an die Haut,
  • zwischendurch kühlen, zum Beispiel ein feuchtes Tuch auf die Stirn legen oder den Nacken damit erfrischen, die Unterarme unter fließendes Wasser halten oder ein kühles Fußbad nehmen, nicht kalt, sondern lauwarm duschen – der Temperaturunterschied durch die plötzliche Kälte kann den Kreislauf zusätzlich belasten,
  • ausreichend trinken (am besten Mineralwasser) und leichte, frische Sommerkost (Salat, Obst, Gemüse) bevorzugt. Fettes Essen und schwer Verdauliches belasten den Kreislauf, Scharfes wirken zusätzlich schweißtreibend.

Gut angepasst durch den Tag: Leben wie im Süden

Wer etwas unternehmen will, steht an heißen Tagen am besten früh auf und nutzt die angenehmen Morgentemperaturen. Zur Mittagszeit sollten Schwangere eine ausgiebige Pause einlegen, wenn sie es einrichten können. Eine Siesta im kühlen dunklen Zimmer und eine erfrischende Dusche beleben nachhaltig. Am späten Nachmittag kann es dann weitergehen.

Innenräume lassen sich kühl halten, wenn sie nachts oder am frühen Morgen ausgiebig gelüftet werden. Sobald dann die Sonne zu heizen anfängt, bleiben die Fenster und Jalousien geschlossen. Für den Luftaustausch zwischendurch reichen fünf Minuten Durchzug.

Große Hitze verlangsamt den Alltag. Dies sollten besonders Schwangere als Einladung verstehen, sich mehr Ruhe zu gönnen. Kleine Erholungs- und Erfrischungspausen zwischendurch werden wichtiger denn je.

Gegen Mattigkeit und Kreislaufprobleme hilft den Temperaturen angepasste Bewegung. An heißen Tagen geht man am besten schwimmen oder nutzt die kühlen Morgen- und Abendstunden zu leichter Bewegung, zum Spazierengehen oder Radfahren.

Im Freien vor UV-Strahlen schützen

Schwangere sollten Sonnenbäder nur mit Vorsicht genießen, denn die Schwangerschaftshormone machen die Haut besonders lichtempfindlich. Hautreizungen, Sonnenallergien, Hautverfärbungen oder Pigmentflecken zeigen sich in der Schwangerschaft deshalb häufiger als sonst. 

Die Haut lässt sich wirksam vor Sonnenbrand und Hautverfärbungen schützen, wenn man drei Grundregeln beachtet:

  • Planen Sie Aktivitäten im Freien möglichst für den frühen Vormittag oder späten Nachmittag, denn von 12 bis 15 Uhr ist die UV-Einstrahlung am stärksten.
  • Wählen Sie möglichst hautbedeckende Kleidung und schützen Sie den Kopf mit einem Sonnenhut oder einer Kappe. Gegen UV-Strahlen schützt dicht gewebter, dunkler Stoff besser als heller.
  • Tragen Sie auf unbedeckte Haut reichlich UV-Schutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor auf.

Vor allem am Wasser und im Gebirge, aber auch bei leicht bedecktem Himmel ist guter Sonnenschutz wichtig, denn die Stärke der sommerlichen UV-Strahlung wird oft unterschätzt.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 13.07.2018