Professionelle Hilfe

Manchmal können der unerfüllte Kinderwunsch und die Behandlung so belastend werden, dass man Unterstützung braucht. Es gibt verschiedene Beratungsangebote, die helfen können, wieder aus der Krise herauszufinden.

Zwei Frauen führen ein Beratungsgespräch
© BZgA/HN/Eichhöfer

Mit einem unerfüllten Kinderwunsch fertig zu werden oder eine Kinderwunsch-Behandlung durchzustehen, ist nicht einfach. Wenn auch Gespräche mit der Partnerin oder dem Partner, mit Freundinnen, Freunden oder den Angehörigen nicht mehr weiterhelfen, kann eine psychologische Beratung sinnvoll sein. Sie unterstützt dabei, Antworten auf drängende Fragen zu finden und belastende Gefühle besser zu verstehen und zu verarbeiten.

Nicht wenige Menschen stehen psychologischer Hilfe immer noch skeptisch gegenüber. Oft scheuen sich Paare, die ungewollte Kinderlosigkeit, ihre Gedanken und Gefühle mit einer fremden Person zu besprechen. Manchmal halten sie auch fehlende Informationen über die Verfahren und Ziele der Beratung davon ab, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, während sie die medizinische Unterstützung als selbstverständlich ansehen. Aber genauso wie der Körper braucht auch die Seele manchmal Hilfe.

Psychologische Beratungsangebote

In einer psychologischen Beratung können Frauen und Männer die Sorgen besprechen, die die ungewollte Kinderlosigkeit mit sich bringt. Viele erleben, dass der Wunsch nach einem eigenen Kind ihr Denken und Fühlen zunehmend beherrscht und alles andere überlagert. Die Gespräche mit einer Beraterin oder einem Berater können ihnen helfen, die Hintergründe und Zusammenhänge des oft großen Leidensdrucks zu begreifen und so wieder aus der Krise herauszufinden.

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Bei Problemen in der Partnerschaft kann eine professionelle Beratung dazu beitragen, die Konflikte besser zu erkennen, zu bewältigen und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln. Die Beratung bietet beiden Partnern einen geschützten Rahmen, über ihre Gefühle und Erwartungen zu sprechen. Sie können mit Unterstützung der Beraterin oder des Beraters klären, welche Bedeutung der Kinderwunsch jeweils für sie beide hat und welche persönlichen Krisen möglicherweise mit der ungewollten Kinderlosigkeit verbunden sind.

Andere psychologische Beratungs- und Therapieangebote sind gezielt darauf ausgerichtet, psychischen Stress besser zu bewältigen und Gefühle von Angst und Niedergeschlagenheit während einer Kinderwunsch-Behandlung zu mindern. Wieder andere Angebote vermitteln vor allem medizinisches Fachwissen, Informationen über den Ablauf einer Kinderwunsch-Behandlung sowie Strategien zur Selbsthilfe. Sie können auf diese Weise dazu beitragen, dass die Behandlung mit weniger Anspannung verbunden ist.

Die richtige Hilfe finden

Einige reproduktionsmedizinische Einrichtungen bieten selbst psychologische Beratungen an oder kooperieren mit psychologischen Beraterinnen und Beratern. Auch die Krankenkassen und Ärztekammern verfügen über Listen mit ortsansässigen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die von den Kassen anerkannt sind.

Eine kostenlose Beratung zu ungewollter Kinderlosigkeit bieten auch psychosoziale Beratungsstellen an, etwa die Schwangerschaftsberatungsstellen der Wohlfahrtsverbände oder Frauengesundheitszentren. Ihre Adressen und Kontaktdaten sind in der Beratungsstellen-Datenbank zu finden. Die Beraterinnen und Berater nehmen sich der Sorgen und Fragen bei einem unerfüllten Kinderwunsch an und können auch über organische Ursachen von Unfruchtbarkeit sowie über die medizinischen Behandlungen und ihre Risiken aufklären. Des Weiteren können sie über Psychotherapieangebote, Gesprächs- und Selbsthilfegruppen sowie mögliche Alternativen wie zum Beispiel Pflegschaft oder Adoption informieren.

Hilfe bei der Vermittlung unabhängiger psychosozialer Beratung bietet auch das „Beratungsnetzwerk Kinderwunsch Deutschland (BKiD)“ an (siehe Link unten).

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 08.08.2013