17. bis 24. Schwangerschaftswoche: Der Bauch wächst sichtbar

Ab der 17. Woche wird die Schwangerschaft auch äußerlich deutlich sichtbar. Die werdende Mutter spürt die Bewegungen ihres Kindes immer deutlicher. Auch das Geschlecht kann jetzt schon festgestellt werden.

Die Schwangerschaft ist nicht mehr zu übersehen

© BZgA/HN/Eichhöfer
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In den mittleren Schwangerschaftsmonaten beginnt der Bauch sich deutlich zu wölben. Nun ist die Schwangerschaft auch für Außenstehende allmählich zu erkennen. Jetzt müssen Schwangere damit rechnen, dass die Familie, der Freundes- oder Kollegenkreis Fragen stellen, Ratschläge erteilen und vielleicht auch Bedenken zu einzelnen Entscheidungen äußern. Das kann lästig sein, geht aber meist auch mit wachsender Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme einher. 

Spätestens jetzt sollte die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert werden, damit die Bestimmungen des Mutterschutzes wirksam werden.

Platzmangel im Bauch

Wenn in diesen Wochen Schwangerschaftsbeschwerden auftreten, werden sie fast immer vom wachsenden Bauchumfang und dem Druck des Kindes auf die inneren Organe verursacht. An Brust, Bauch und Hüften können sich durch die Dehnung der Haut bläulich schimmernde Schwangerschaftsstreifen bilden. Einmal entstanden, verschwinden sie nie wieder ganz, verblassen aber nach der Geburt und gehen in einen unauffälligeren silbrigen Farbton über. 

Durch den Druck auf den Magen kommt es in dieser Zeit auch öfter zu Sodbrennen. Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten kann helfen – zum Beispiel, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Auch Venenprobleme machen sich jetzt oft bemerkbar: Schmerzen oder Stiche in den Beinen, Besenreiser und Krampfadern sind die Folgen der erschwerten Blutzirkulation.

Da das Gewicht des Kindes auf die Blase drückt, können häufiger Harndrang und gelegentlich auch unfreiwilliger Harnabgang lästig werden. Damit die Blasenschwäche nicht zum Dauerzustand wird, ist es sinnvoll, täglich den Beckenboden zu trainieren.

Voll im Bilde

Zwischen der 19. und der 22. Schwangerschaftswoche steht die zweite Ultraschall-Untersuchung an. Die Finger und Zehen des Kindes sind jetzt schon gut zu sehen. Wenn es günstig liegt, kann die Ärztin oder der Arzt nun auch das Geschlecht des Ungeborenen erkennen. Werdende Eltern, die nicht wissen möchten, ob sie ein Mädchen oder einen Jungen bekommen, sollten vor der zweiten Ultraschall-Untersuchung darauf hinweisen.

Alles in Bewegung

Um die 20. Schwangerschaftswoche herum spürt die werdende Mutter zum ersten Mal die Bewegungen ihres Kindes im Bauch. Anfangs sind die Kindsbewegungen noch sehr zart. Sie fühlen sich meist an wie ein leichtes Flattern oder Klopfen. Später werden die Bewegungen immer deutlicher und sind auch als kleine Verformungen der Bauchdecke sichtbar.

Die Häufigkeit und Intensität dieser Bewegungen unterscheiden sich von Kind zu Kind. Mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft lassen die Aktivitäten allmählich wieder nach, weil das Kind die Gebärmutter dann komplett ausfüllt und kaum mehr Platz zum Drehen und Wenden hat. 

Auch andere Menschen können die Bewegungen des Kindes spüren, wenn sie die Hand auf den Bauch der Schwangeren legen. Dem Partner oder den Geschwisterkindern kann dieser Kontakt helfen, die Vorgänge im Mutterleib besser zu begreifen und sich innerlich auf den Neuankömmling einzustellen.

Der Anfang einer Beziehung

Für die meisten Frauen sind die ersten spürbaren Regungen des Kindes ein sehr aufregendes Erlebnis. Manchen wird erst jetzt richtig bewusst, dass in ihrem Bauch tatsächlich ein kleiner Mensch heranwächst.

Viele Schwangere stellen fest, dass die Stöße, Tritte und Purzelbäume ihres Kindes Reaktionen auf ihre eigenen Bewegungen sind: Eine Sitzhaltung, die den Platz im Bauch einengt, kann lebhaften Protest auslösen, ein Streicheln der Bauchdecke beruhigend wirken. So beginnen Mutter und Kind, sich in dieser Zeit bereits kennenzulernen. 

Tagsüber, wenn die Schwangere in Bewegung ist, wird das Kind häufig schlafen, weil es im Becken gewiegt wird. Nachts, wenn sie ruhig liegt, wird sie das Kind häufiger spüren, weil es mehr Platz im Bauch und auch kürzere Schlafphasen als die Mutter hat.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 24.03.2016