Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen

Erkrankungen in der Schwangerschaft, die mit erhöhtem Blutdruck einhergehen, werden mit dem Begriff hypertensive Schwangerschaftserkrankungen bezeichnet (früher “Schwangerschaftsvergiftung“, Gestosen). Typische Anzeichen sind Bluthochdruck (schwangerschaftsbedingte Hypertonie) und/oder Eiweiß im Urin sowie plötzliche Wassereinlagerungen (Ödeme). Schwangere mit diesen Symptomen müssen sich regelmäßig untersuchen lassen, da die Erkrankung die kindliche Entwicklung gefährden kann. Unbehandelt kann sie auch für die Mutter gefährlich werden.

In besonderen Fällen kann sich aus den Symptomen eine Präeklampsie, eine Eklampsie oder ein HELLP-Syndrom entwickeln. Sie zählen zu den ernsten Schwangerschafts-Erkrankungen in der zweiten Schwangerschaftshälfte. Zu den bereits genannten Symptomen können Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen hinzukommen.

Bluthochdruck ist das wichtigste Anzeichen für eine Präeklampsie, begleitet von vermehrtem Eiweiß im Urin und häufig auch Wassereinlagerungen an Händen, Füßen und im Gesicht. Hinzu kommen oft Schwindel, Herzklopfen und Kopfschmerzen.

Die Eklampsie kann aus einer nicht oder zu spät behandelten Präeklampsie entstehen. Der Übergang zur Eklampsie macht sich durch Krämpfe und Benommenheit bis zur Bewusstlosigkeit bemerkbar. Treten solche Symptome auf, ist sofortige ärztliche Hilfe nötig. Unter Umständen muss die Geburt eingeleitet oder ein Kaiserschnitt gemacht werden.

Das HELLP-Syndrom geht einher mit hohem Blutdruck, Leberfunktionsstörungen und Störungen der Blutgerinnung. Typische Warn-Symptome sind Übelkeit, Kopfschmerzen und Oberbauchschmerzen. Das HELLP-Syndrom ist sehr gefährlich für Mutter und Kind. Meist muss die die Schwangerschaft schnell beendet werden.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 28.08.2014