Chlamydien-Infektion

Chlamydien sind Bakterien, die Erkrankungen der Schleimhäute im Bereich der Augen und der Atemwege sowie im Genitalbereich auslösen können. Eine Chlamydien-Infektion bleibt sehr oft unbemerkt: Acht von zehn Frauen und fünf von zehn Männern bemerken keine Symptome. Mögliche Beschwerden bei Frauen sind vor allem Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, verstärkter gelblicher Ausfluss aus der Scheide, seltener auch Juckreiz in der Scheide und diffuse Unterleibsbeschwerden. Bei Männern kann die Infektion zu einer Harnröhrenentzündung mit starkem Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen führen.

Ansteckung

Chlamydien werden über ungeschützten Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr übertragen. Die Infektion gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen: Man schätzt, dass in Deutschland etwa 5 Prozent aller sexuell aktiven Frauen unter 25 Jahren mit Chlamydien infiziert sind. Bei älteren Frauen ist die Rate wahrscheinlich etwas niedriger. Ähnlich ist es bei jungen Männern.

Eine Chlamydien-Infektion kann bei der Geburt auf den Säugling übertragen werden.

Urintest im Rahmen der Schwangerenvorsorge

Da die Chlamydien-Infektion meist keine Beschwerden verursacht, gehört ein spezieller Urintest auf Chlamydien zu den Vorsorgeuntersuchungen in den ersten Wochen der Schwangerschaft. Bei zwei bis drei von hundert Schwangeren werden dabei Chlamydien nachgewiesen. Wichtig ist, dass für den Test möglichst der erste Morgenurin verwendet wird.

Wenn die Schwangere sich nach dem Test mit Chlamydien angesteckt haben könnte, wird empfohlen, den Urintest zu wiederholen.

Infektion in der Schwangerschaft

Eine unbehandelte Chlamydien-Infektion kann bei Frauen zu Entzündungen der Eierstöcke und Eileiter, zu einer Eileiterschwangerschaft oder einer Früh- oder Fehlgeburt führen. Ist eine werdende Mutter infiziert und wird die Infektion nicht behandelt, werden etwa zwei Drittel aller Kinder bei der Geburt ebenfalls mit dem Erreger infiziert. Eine Chlamydien-Infektion ist bei Neugeborenen der häufigste Grund für eine Augenentzündung und für etwa ein Drittel der auftretenden Lungenentzündungen nach der Geburt verantwortlich.

Behandlung

Eine Chlamydien-Infektion muss möglichst rasch mit Antibiotika behandelt werden. Hinweise, welche Antibiotika bei einer Chlamydien-Infektion in der Schwangerschaft zum Einsatz kommen können, gibt das unabhängige Informationsportal zur Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit Embryotox.

Es wird allerdings empfohlen, mit der Antibiotika-Behandlung erst nach der 14. Schwangerschaftswoche zu beginnen. Besprechen Sie mit der Ärztin oder dem Arzt, wann Sie nochmals untersucht werden, um die Wirksamkeit der Behandlung zu überprüfen.

Wichtig ist, dass der Partner oder die Partnerin mitbehandelt wird, um eine wiederkehrende Infektion zu vermeiden. Das gilt auch, wenn er oder sie keine Symptome hat.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 21.03.2019