Das Kondom

Das Kondom besteht aus einer hauchdünnen und zugleich reißfesten Latexhaut, die der Mann vor dem Geschlechtsverkehr über den steifen Penis abrollt. Es schützt vor einer Schwangerschaft und vor vielen sexuell übertragbaren Infektionen (STI).

Wirkung

Das Kondom verhindert, dass Samenflüssigkeit in die Scheide der Frau gelangt. Da es auf diese Weise zu keinem direkten Kontakt zwischen Penis und Scheiden-Schleimhaut kommt, schützt es auch vor vielen sexuell übertragbaren Infektionen (STI), zum Beispiel vor HIV. 

Es eignet sich daher besonders für Menschen, die sexuelle Kontakte mit neuen oder häufig wechselnden Partnerinnen oder Partnern haben.

Mehr Informationen, wie Sie sich vor Infektionen schützen können, finden Sie bei liebesleben.de.

Anwendung

Kondome sind um ein Vielfaches dünner als die menschliche Haut. Somit sind sie beim Sex kaum zu spüren – vorausgesetzt, sie haben die richtige Größe. Um Ihnen die Suche nach dem passenden Kondom zu erleichtern, können Sie das „Kondometer“ der BZgA nutzen.

Die Anwendung des Kondoms braucht etwas Übung. Wichtig ist, das Kondom schon vor dem ersten Kontakt mit der Scheide (oder dem Partner) über den Penis abzurollen, weil schon vor dem eigentlichen Erguss Spermien (und Krankheitserreger) austreten können.

Schritt 1

Kondomanwendung Schritt 1 © BZgA
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Machen Sie die Kondomverpackung vorsichtig auf. Vorsicht mit Fingernägeln, Scheren oder anderen scharfkantigen oder spitzen Gegenständen, denn sie können das Kondom beim Öffnen der Verpackung beschädigen.

Schritt 2

Kondomanwendung Schritt 2 © BZgA
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Benutzen Sie das Kondom erst dann, wenn der Penis steif (erigiert) ist.

Schritt 3

Kondomanwendung Schritt 3 © BZgA
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Ist der Penis nicht beschnitten, ziehen Sie zuerst die Vorhaut zurück. Dann drücken Sie mit zwei Fingern oben die Luft aus dem Zipfel des Kondoms heraus, dem sogenannten Reservoir. Setzen Sie das Kondom so auf den steifen Penis. 

Das Röllchen am Rand des Kondoms muss dabei außen sein. Wenn Sie das Kondom versehentlich falsch herum aufgesetzt haben (Röllchen innen), lässt es sich nicht abrollen. Werfen Sie das Kondom dann weg und benutzen Sie ein neues, denn es könnten sich bereits Spermien und Krankheitserreger auf seiner Oberfläche befinden.

Schritt 4 und 5

Kondomanwendung Schritt 4 und 5 © BZgA
© BZgA
Kondomanwendung Schritt 4 und 5 © BZgA
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Rollen Sie das Kondom vollständig über den Penis ab. Halten Sie es dabei oben fest. 

Das Kondom sollte sich leicht abrollen lassen. Ist das nicht der Fall, verwenden Sie möglicherweise nicht die passende Größe oder Form. Zerren oder ziehen Sie nicht am Kondom. Gibt es Probleme beim Abrollen, versuchen Sie es mit einem neuen Kondom.  

Sitzt das Kondom sicher, können Sie bei Bedarf Gleitmittel auftragen. So kann der Penis leichter in die Scheide gleiten. Ist die Scheide trocken, kann die Reibung mit dem Kondom zu Schmerzen führen. Außerdem können Krankheitserreger leichter übertragen werden. Das Gleitmittel darf kein Fett oder Öl enthalten, da das Kondom davon beschädigt werden kann. Bei Analverkehr sollte zur Vermeidung von Verletzungen immer ein Gleitmittel verwendet werden. 

Intim-Piercings können unter Umständen dazu führen, dass das Material des Kondoms reißt.

Schritt 6

Kondomanwendung Schritt 6 © BZgA
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Warten Sie nach dem Samenerguss nicht, bis der Penis weich geworden ist. Halten Sie das Kondom am Penis-Schaft fest, damit es nicht abrutscht. Ziehen Sie dann den noch steifen Penis heraus. 

Werfen Sie das Kondom nicht in die Toilette, sondern in den Müll.

Sicherheit

Die Versagerrate beträgt bei perfekter Anwendung 2 Prozent, bei typischer Anwendung 6 bis 18 Prozent.

Der häufigste Grund für ungeplante Schwangerschaften ist, dass das Kondom nicht konsequent bei jedem Geschlechtsverkehr angewendet wird. Daneben hängt die Verhütungssicherheit auch von der richtigen Handhabung ab. Deshalb ist es wichtig, die Anwendung vor dem ersten Gebrauch zu üben.

Passiert eine Panne – das Kondom rutscht ab oder reißt –, sollte die Frau so schnell wie möglich eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt oder eine Beratungsstelle aufsuchen, um zu klären, ob es zu einer Befruchtung gekommen sein kann und eventuell die „Pille danach“ oder die "Spirale danach" in Betracht kommt. Die „Pille danach“ kann auch direkt in der Apotheke gekauft werden. Dort besteht ebenfalls die Möglichkeit, sich beraten zu lassen.

Was sonst noch zu beachten ist

  • Nur geprüfte Markenfabrikate mit Qualitätssiegel (zum Beispiel die CE-Kennzeichnung mit einer Nummer der nach EG-Recht zugelassenen Prüfstelle) garantieren eine hohe Sicherheit. Die Packung sollte mit Haltbarkeitsdatum und Herstellernamen gekennzeichnet sein.
  • Kondome sind maximal vier bis fünf Jahre haltbar. Ist das Haltbarkeitsdatum abgelaufen, sollten sie nicht mehr benutzt werden.
  • Im Urlaub ist es gut, genügend Markenkondome im Reisegepäck zu haben, da sie nicht in jedem Land erhältlich sind.
  • Kondome vertragen keine Hitze. Deshalb sollten sie zum Beispiel nicht in der Sonne liegen.
  • In Hosentaschen, Geldbeuteln oder Kosmetiktaschen können Kondome leicht beschädigt werden.
  • Kondome dürfen nur einmal benutzt werden. Gebrauchte Kondome gehören in den Abfalleimer, nicht in die Toilette.
  • Die Formenvielfalt bei Kondomen ist sehr groß. Daher gibt es für fast jede Penisform auch ein passendes Kondom. Probieren Sie aus, was am besten passt. Um Ihnen die Suche nach dem passenden Kondom zu erleichtern, können Sie das „Kondometer“ der BZgA nutzen.

Vorteile

Mit einem Kondom ist man nicht nur vor einer Schwangerschaft geschützt. Es bietet – neben dem „Kondom für die Frau“ – als einziges Verhütungsmittel auch Schutz vor einer HIV-Infektion und vermindert das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) wie beispielsweise Gonorrhöe (Tripper). Das ist besonders wichtig für Frauen und Männer, die wechselnde Partnerinnen oder Partner haben. Kondome sind nicht verschreibungspflichtig, leicht erhältlich und können mit etwas Übung leicht angewendet werden. 

Ihre Anwendung greift nicht in den Körper ein und hat keine schädlichen Neben- und Nachwirkungen. Falls eine Allergie gegen Latex-Kondome besteht, sind in Apotheken spezielle Kondome aus Polyurethan erhältlich, bei denen nach heutiger Kenntnis keine Allergiegefahr besteht. 

Kondome müssen nur angewendet werden, wenn es wirklich zum Geschlechtsverkehr kommt. Zudem sind sie – neben der Sterilisation – das bislang einzige Verhütungsmittel für den Mann. Es bietet damit auch Männern die Möglichkeit, sich aktiv vor einer ungewollten Vaterschaft zu schützen. 

Nachteile

Nicht wenige Männer und Frauen finden die Verhütung mit Kondomen aus unterschiedlichen Gründen eher unangenehm. Stören kann etwa der Latexgeruch oder dass bei der Anwendung der sexuelle Akt für einen Moment unterbrochen werden muss. Manche Männer berichten, dass ihre Empfindungsfähigkeit durch ein Kondom vermindert wird. Dies kann jedoch auch ein Vorteil sein, wenn ein Mann den eigenen Orgasmus länger herauszögern möchte. Oftmals ist der Grund aber auch die Verwendung eines zu großen oder zu kleinen Kondoms. 

Lernt man eine neue Partnerin oder einen neuen Partner kennen, kann es nicht so einfach sein, über die Verwendung eines Kondoms zu sprechen. Manchen Frauen und Männern fällt es schwer, auf der Verwendung eines Kondoms zu bestehen. Sie sollten es jedoch Ihrer Sicherheit zuliebe tun: Es ist kein Beweis von Liebe oder besonderer Leidenschaft, auf einen Infektionsschutz zu verzichten.

Schnelle Hilfe bei HIV-Gefahr

Besteht nach einer Kondom-Panne die Möglichkeit, dass man sich selbst, die Partnerin oder den Partner mit HIV infiziert hat, lässt sich das Ansteckungsrisiko durch einige Sofortmaßnahmen senken:

  • Äußeres Abduschen des Penis bei zurückgezogener Vorhaut. 
  • Urinieren.
  • Bei Aufnahme von Sperma in den Mund Sperma sofort ausspucken und wenn möglich den Mund ausspülen. Nicht die Zähne putzen, denn das könnte eventuell vorhandene Viren ins Zahnfleisch reiben.
  • Bei Aufnahme von Sperma in die Scheide oder in den Darm kann äußerliches Abbrausen zur Risikominderung beitragen. Durch Pressen bzw. Stuhlgang können Sie versuchen, aufgenommenes Sperma teilweise aus der Scheide bzw. dem Darm zu entfernen. 
  • Vaginale oder anale Spülungen sollten nicht vorgenommen werden, da sie die Infektionsgefahr durch mögliche Verletzungen eher erhöhen als verringern.
  • Wenn Sie befürchten, sich mit HIV oder einer anderen sexuell übertragbaren Infektion (STI) angesteckt zu haben, sollten Sie möglichst bald zu einer Ärztin, einem Arzt oder einer Beratungsstelle (z.B. der Aidshilfe) gehen. Hier erfahren Sie, welche Risiken tatsächlich bestanden haben und welche Untersuchungen oder Behandlungen eventuell nötig sind.

Kosten

Der Stückpreis eines Latex-Kondoms liegt je nach Packungsgröße zwischen 20 Cent und 1,20 Euro. Latexfreie Kondome aus Polyurethan kosten pro Stück ab 1 Euro.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 27.02.2018