Das Frauenkondom

Das Kondom für die Frau gilt als ebenso sicher wie das Kondom für den Mann, ist jedoch kaum verbreitet. In Deutschland kann es in Apotheken gekauft oder im Internet bestellt werden.

Wirkung

Das Frauenkondom besteht aus einer hauchdünnen Hülle (Latex oder Polyurethan) mit einem geschlossenen und einem offenen Ende. Es wird in der Scheide platziert und verhindert, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen. Da es zu keinem direkten Kontakt zwischen Penis und Scheiden-Schleimhaut kommt, schützt das Frauenkondom – genau wie das Kondom für Männer – auch vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI).

Anwendung

Beide Enden des Frauenkondoms haben einen flexiblen Ring. Der Ring am geschlossenen Ende wird tief in die Scheide eingeführt und so im hinteren Scheidengewölbe platziert, dass der Muttermund bedeckt ist. Der andere Ring liegt außerhalb des Scheideneingangs über den großen Schamlippen und verhindert, dass das Frauenkondom vollständig in die Scheide rutscht.

Das Kondom für die Frau sollte vor dem Einsetzen innen und außen ausreichend mit einem wasserlöslichen Gleitmittel bestrichen werden, damit es nicht am Penis hängenbleibt und versehentlich aus der Vagina gezogen wird. Als Gleitmittel oder zusätzlich kann ein spermienabtötendes Mittel verwendet werden. Nach dem Sex, am besten noch vor dem Aufstehen, wird das Frauenkondom vorsichtig aus der Scheide entfernt. Dabei wird der äußere Ring so gedreht, dass das Sperma nicht auslaufen kann.

Ein Frauenkondom kann nur einmal benutzt werden und kommt anschließend in den Hausmüll.

Sicherheit

Bei richtiger Anwendung ist das Kondom für die Frau fast so sicher wie das Kondom für den Mann. Die Versagerrate beträgt bei perfekter Anwendung etwa 5 Prozent, bei typischer Anwendung 21 Prozent. Die Gründe für die etwas höhere Versagerrate im Vergleich zum Männerkondom sind nicht geklärt.

Vorteile

Das Frauenkondom ist die einzige Methode, mit der sich Frauen vor einer Ansteckung mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) schützen können. Das ist zum Beispiel wichtig, wenn der Partner nicht bereit ist, ein Kondom zu benutzen. Das Frauenkondom lässt sich bereits vor dem Geschlechtsverkehr einführen.

Nachteile

  • Die Frau muss die Handhabung zunächst üben.

  • Das Kondom kann als störend empfunden werden, zum Beispiel, weil die Variante aus Polyurethan beim Sex knistert.

  • Es besteht das Risiko, dass das Kondom beim Sex in die Scheide rutscht oder umgekehrt mit dem Penis aus der Vagina herausgezogen wird.

  • Da es nur einmal benutzt werden kann, ist es als regelmäßiges Verhütungsmittel recht teuer.

Kosten

Eine Packung mit drei Stück kostet zwischen 8,50 und 10,50 Euro plus Versandkosten. Je größer die Packung, umso preiswerter wird es.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 27.02.2018