Gut vorbereitet für die Geburt

Werdende Väter, die bei der Geburt ihres Kindes dabei sein möchten, sollten sich informieren und auf das große Ereignis vorbereiten – am besten in einem Geburtsvorbereitungskurs.

Väter in einem Geburtsvorbereitungskurs © BZgA/HN/Eichhöfer
© BZgA/HN/Eichhöfer

Die meisten werdenden Väter begleiten heute ihre Partnerin bei der Geburt. Doch nur ein Teil der Männer besucht einen Geburtsvorbereitungskurs. Unvorbereitete Männer sind im Kreißsaal aber oft keine Hilfe. Manch einer wird von den Ereignissen regelrecht überrollt.

Wer bei der Geburt seines (ersten) Kindes dabei sein möchte, sollte zusammen mit seiner Partnerin einen Vorbereitungskurs oder einen speziellen Männerkurs besuchen. Sinnvoll ist auch, am Informationsabend der gewählten Geburtsklinik oder des Geburtshauses teilzunehmen.

Was bringt ein Kurs?

Ein Vorbereitungskurs ist einerseits eine gute Möglichkeit, sich im Alltag etwas gemeinsame Zeit für die Schwangerschaft und die anstehende Geburt zu reservieren. Darüber hinaus kann er helfen, sich im Kreis anderer werdender Eltern mit den Veränderungen vertraut zu machen, die mit der Geburt des Kindes auf das Paar zukommen. Ein Kurs kann deshalb auch für werdende Väter ein Gewinn sein, die nicht mit zur Geburt gehen wollen.

Eine wichtige Aufgabe des Geburtsvorbereitungskurses ist es, die werdenden Eltern über den Schwangerschaftsverlauf, die kindliche Entwicklung im Mutterleib und den Verlauf einer Geburt zu informieren. Welche Geburtsformen gibt es, welche Möglichkeiten zur Entspannung und Schmerzlinderung stehen zur Verfügung? Wie kann der Mann seine Partnerin unterstützen, ohne sich selbst zu überfordern? Wie geht er mit Situationen um, in denen er nur passiver Beobachter der Geburt sein kann? Was kann er tun, wenn er in der Geburtssituation Angst bekommt?
Nicht zuletzt ist ein Vorbereitungskurs eine gute Gelegenheit, noch einmal zu überdenken, ob der Mann wirklich bei der Geburt dabei sein möchte oder nicht.

Männerfragen

Männer wissen oft nicht so recht, was sie von einem Geburtsvorbereitungskurs zu erwarten haben. Manchmal können sie erst im Rückblick sagen, welche Themen für sie wichtig gewesen wären. 

Oft finden werdende Väter erst dann zu eigenen Fragen, wenn sie sich in Ruhe mit anderen Männern austauschen. Geburtsvorbereitungskurse bieten deshalb häufig einen Informationsabend nur für die werdenden Väter an. In der Regel kommt an einem solchen „Männerabend“ ein männlicher Geburtshelfer als Ansprechpartner hinzu.

Mögliche Männerfragen können zum Beispiel sein:

  • Warum möchte ich (nicht) bei der Geburt dabei sein?
  • Gibt es etwas, worüber ich mir Sorgen mache?
  • Gibt es etwas, das ich noch von einer Fachkraft wissen möchte?
  • Gibt es Dinge, die ich bei der Geburt nicht sehen möchte?
  • Wie kann ich meiner Partnerin bei ihren Geburtsschmerzen helfen?
  • Wie wird es uns/mir wohl gehen, sollte die Geburt nicht reibungslos verlaufen?
  • Könnte mein Miterleben der Geburt unser künftiges Sexualleben negativ beeinflussen?
  • Gibt es ein Thema, das ich mit meiner Partnerin gerne noch (einmal) besprechen würde?

Um herauszufinden, in welchem Kurs Väterthemen ausreichend berücksichtigt werden, hilft es, mit Vätern zu reden, die an einem Vorbereitungskurs teilgenommen haben. Auch Hebammen-Netzwerke, die Gesellschaft für Geburtsvorbereitung (GfG), Väter- oder Schwangerschaftsberatungsstellen und Familienbildungsstätten können darüber Auskunft geben.

Kosten

In der Regel müssen werdende Väter die Kursgebühren selbst zahlen. Inzwischen übernehmen jedoch immer mehr Krankenkassen die Kosten für die Geburtsvorbereitung ganz oder anteilig. Es lohnt sich daher, bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 17.02.2016