Einen Schwangerschaftsabbruch bewältigen

Ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht nur die Beendigung einer Schwangerschaft. Das Geschehen hinterlässt immer auch seelische Spuren.

Mann schaut aus dem Fenster © BZgA/HN/Eichhöfer
© BZgA/HN/Eichhöfer

Frauen tun sich mitunter leichter als Männer, mit jemandem über ihre Sorgen und Wünsche zu reden. Das gilt auch bei einer ungewollten oder zwiespältig empfundenen Schwangerschaft. Frauen müssen sich beraten lassen, wenn sie einen Abbruch vornehmen lassen wollen, und haben auf diese Weise die Gelegenheit für ein verständnisvolles Gespräch.

Es gilt auszuloten, was für das Austragen der Schwangerschaft und für das Leben mit einem Kind sprechen könnte.

Kommt es zu einem Schwangerschaftsabbruch, gilt es, die damit oft verbundenen seelischen Belastungen zu bewältigen. Auch deshalb sollten sich Männer nicht scheuen, die Chance einer Schwangerschaftskonfliktberatung auch für sich zu nutzen.

Gemeinsamer Abschied?

Auch eine ungewollte Schwangerschaft verbindet Mann und Frau auf grundlegende Weise. Das neu entstandene Leben trägt beide zu gleichen Teilen in sich. Wie intensiv diese Verbindung empfunden wird, hängt sicherlich vom Zustand der Beziehung zwischen Mann und Frau ab. Ist sie tragfähig oder krisenhaft? Sind sie verliebt, oder halten sie es für ausgeschlossen, ein Paar zu werden?

Soweit sich beide dazu in der Lage fühlen, hilft es der seelischen Verarbeitung eines Schwangerschaftsabbruchs, ihn gemeinsam und in gegenseitigem Respekt anzugehen. Dabei kann sich die Frage stellen, ob der Mann die Frau zum Schwangerschaftsabbruch begleitet oder nicht. Dann ist es wichtig darüber zu sprechen, was die Frau möchte und was der Mann sich zutraut.

Gemeinsam zum Schwangerschaftsabbruch zu gehen, kann der Frau eine große Hilfe sein und für beide den Abschied erleichtern. Vielleicht aber möchte die Frau lieber allein sein oder von einer anderen Vertrauensperson begleitet werden. Wie auch immer sich die Frau entscheidet, nach dem Eingriff ist es oft gut, wenn der Mann für sie da ist, sie pflegt und versorgt. Gut ist auch, in dieser Zeit einen Freund in der Nähe zu haben.

Den Gefühlen Raum geben

Mag sein, dass durch den Schwangerschaftsabbruch eine Bedrohung der weiteren Lebenspläne verschwindet und man sich befreit fühlt. Doch nicht nur die Frau, auch der Mann schafft damit etwas von sich selbst aus der Welt. Trauergefühle sind deshalb bei Männern keineswegs ungewöhnlich. Vor allem sollten sie ihren Platz haben.

Es kann helfen, Ordnung in die eigenen, oft widerstreitenden Gefühle vor und nach einem Schwangerschaftsabbruch zu bringen, sei es mit Freunden oder in einer Schwangerschaftskonfliktberatung.