Zucker
Zucker ist in zu hohen Mengen ungesund – das gilt auch in der Schwangerschaft. Neben der Zuckermenge ist es wichtig, welche Art Zucker in einem Lebensmittel steckt.
Wie sind die allgemeinen Empfehlungen?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, möglichst wenig zuckergesüßte Lebensmittel zu essen oder zu trinken. Dazu zählen auch Fruchtsäfte. Das Gleiche gilt für stark verarbeitete Lebensmittel wie Fertiggerichte. Auch sie enthalten oft viel Zucker. Maximal 10 % der Kalorien sollten aus Zucker kommen. Damit sind um die 50 g freier Zucker am Tag die Obergrenze.
Was ist freier Zucker?
Zu den freien Zuckern zählen isolierte Zucker, die Lebensmitteln zugesetzt werden, etwa Glukose-Sirup. Aber auch Zucker aus Honig, Sirup und Fruchtsäften zählt zu den freien Zuckern. Um diese Zucker geht es bei den Empfehlungen von 30 bis 50 g pro Tag.
Zucker aus unverarbeitetem Obst, Gemüse und ungesüßten Milchprodukten zählt bei dieser Berechnung nicht mit. Selbst zuckerreiches Obst wie Süßkirschen können Sie also ohne Bedenken essen.
Nicht nur „Süßigkeiten“ enthalten freie Zucker. Freier Zucker kommt auch in verarbeiteten Lebensmitteln vor, die wenig süß erscheinen. Beispiele sind Fertigsaucen oder Fertiggerichte wie Tiefkühlpizza.
Beispiele für Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an freiem Zucker:
- 100 ml Orangensaft enthalten 8,5 g Zucker.
- 100 g Nuss-Nougat-Creme enthalten rund 53 g Zucker.
- 100 g Knusper-Müsli enthalten 15,7 g Zucker.
- 100 g Ketchup enthalten 22,8 g Zucker.
- 1 Tiefkühlpizza enthält je nach Marke und Sorte ungefähr 10 g Zucker.
- 100 g Vollmilchschokolade enthalten ungefähr 51 g Zucker.
Auf den Nährwerttabellen von Lebensmitteln wird nicht angegeben, wie viel freier Zucker enthalten ist. Dennoch lohnt es sich, Produkte zu vergleichen.
Zum Beispiel bei Milchprodukten: Milch enthält rund 5 g Milchzucker pro 100 g. Liegt die Gesamtzuckermenge darüber, handelt es sich um freien Zucker. Ein Fruchtjoghurt mit 20 g Gesamtzucker enthält also etwa 15 g freien Zucker.
Warum sollte ich in der Schwangerschaft nicht zu viel Zucker essen?
Lebensmittel mit viel freiem Zucker haben in der Regel wenige andere Nährstoffe und Ballaststoffe. Aber sie liefern viele Kalorien. Wenn eine Frau in der Schwangerschaft deutlich mehr Kalorien aufnimmt als sie benötigt, nimmt sie stärker zu als empfohlen. Das kann sich negativ auf die Schwangerschaft auswirken. Mögliche Folgen sind dann Schwangerschaftsdiabetes, hoher Blutdruck und ein erhöhtes Geburtsgewicht des Babys. Zudem ist häufiger ein Kaiserschnitt nötig.
Wie viel Gewicht eine Schwangere zunehmen sollte, hängt auch von ihrem Gewicht vor der Schwangerschaft ab. Mehr Informationen gibt es unter Gewicht und Gewichtszunahme in der Schwangerschaft.
Sind zuckerfreie Süßungsmittel eine Alternative?
Es ist umstritten, ob zuckerfreie Süßungsmittel eine gesündere Alternative zu Zucker sind.
Ob Süßstoffe speziell in der Schwangerschaft sicher sind, wurde bisher nur in wenigen Studien untersucht. Es gibt Hinweise darauf, dass Süßstoff in großen Mengen das Risiko für eine Frühgeburt leicht erhöhen könnte. Süßstoff in der Schwangerschaft führt vielleicht auch dazu, dass die Kinder später eine stärkere Vorliebe für Süßes haben. Insgesamt gehen Fachleute aber davon aus, dass Süßstoffe im üblichen Maß in der Schwangerschaft vertretbar sind.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). (2018a). Handlungsempfehlungen—Ernährung in der Schwangerschaft.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). (2018b). Quantitative Empfehlung zur Zuckerzufuhr in Deutschland [Stellungnahme].
UptoDate. (2025). Nutrition in pregnancy: Assessment and counseling [Onlineportal].
UpToDate. (2026). Patient education: Healthy weight gain during pregnancy (The Basics) [Onlineportal].
World Health Organization. (2023). Use of non-sugar sweeteners: WHO guideline. World Health Organization.