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Spermien und männliche Fruchtbarkeit
In den Hoden bilden sich täglich Millionen von Spermien (Samenzellen). Gelagert werden sie in den Nebenhoden und Samenleitern. Nach einem Samenerguss können Spermien bis zu fünf Tage im weiblichen Körper überleben – im Durchschnitt jedoch eher 2 bis 3 Tage. Kommt es nicht zur Befruchtung einer Eizelle, werden sie aufgelöst.
Wie werden Spermien gebildet?
In den beiden Hoden entwickeln sich mit dem Eintritt der Pubertät kontinuierlich Spermien. Täglich entstehen Millionen Spermien, obwohl der gesamte Reifeprozess gut 3 Monate dauert.
An jeden Hoden schließt ein Nebenhoden an, in dem die Spermien ausreifen und lagern. Weil die Spermien sich im männlichen Körper nicht selbstständig fortbewegen können, werden sie aus den Nebenhoden nach und nach in die Samenleiter Richtung Prostata geschoben.
Die reifen Spermien verbleiben in den Samenleitern, bis der nächste Orgasmus einen Samenerguss auslöst. Dabei ziehen sich die Muskeln der Prostata und des Beckenbodens zusammen und pressen die Spermien durch die Harnröhre im Penis nach draußen (Samenerguss oder Ejakulation).
Gibt es über Wochen keinen Samenerguss, löst der Körper die Spermien wieder auf. Oder es kommt zu einem unwillkürlichen Samenerguss, meistens nachts im Schlaf. Die Produktion von Spermien in den Hoden geht aber immer weiter.
Spermien sind mit Kopf, Mittelteil und Schwanz nur 0,06 Millimeter lang. Sie gehören zu den kleinsten Körperzellen. Ihr Kopf ist etwa hundertmal kleiner als eine weibliche Eizelle.
Woraus besteht die Samenflüssigkeit?
Ein Samenerguss besteht aus 2 bis 6 Milliliter Samenflüssigkeit (Ejakulat). In jedem Milliliter befinden sich meist zwischen 20 und 60 Millionen Spermien. Die Spermien selbst machen aber nur etwa 5 % der Samenflüssigkeit aus. Gut 95 % der Samenflüssigkeit bestehen aus den Sekreten der Prostata und der beiden Bläschendrüsen. Sie sorgen für die Beweglichkeit der Spermien nach dem Samenerguss und liefern ihnen Energie für den (möglichen) Weg zur Eizelle.
Die Anzahl der Spermien ist sehr groß. Viele Spermien sind jedoch nicht vollständig entwickelt und nicht ausreichend beweglich. Aus diesem Grund erreichen nach einem Samenerguss nur wenige hundert Spermien die Eizelle im weiblichen Eileiter. Enthält das Ejakulat weniger als 16 Millionen Spermien pro Milliliter, kann die Fruchtbarkeit eingeschränkt sein.
Wie kommen die Spermien zur Eizelle?
Etwa 15 bis 30 Minuten nach dem Samenerguss bewirkt das Sekret der Prostata in der Samenflüssigkeit, dass sich das Sperma deutlich verflüssigt. Erst jetzt können die Spermien sich selbstständig fortbewegen und sich von der Vagina (Scheide) aus auf den Weg zur Eizelle im Eileiter machen. Für die 12 bis 15 Zentimeter lange Strecke durch die Gebärmutter in den Eileiter brauchen gut bewegliche Spermien 1 bis 3 Stunden.
Schaffen es die Spermien bis in den Eileiter, treffen sie dort auf die Eizelle. Die Spermien lösen nun gemeinsam die Außenhülle der Eizelle auf. Doch nur einem Spermium gelingt es, ins Innere der Eizelle zu schlüpfen und sie damit zu befruchten. Die verbliebenen Spermien baut der weibliche Körper ab.
Wie lange ist ein Mann fruchtbar?
Die Produktion von Spermien beginnt in der Pubertät, bei den meisten Jungen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren. Im Prinzip können Männer ihr Leben lang Spermien produzieren. Allerdings nimmt die Fruchtbarkeit mit steigendem Alter ab.
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