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Die MESA (Mikrochirurgische Epididymale Spermienaspiration)
- Die MESA ist eine Methode, bei der Spermien direkt aus einem der beiden Nebenhoden des Mannes gewonnen werden.
- Im Anschluss werden die Spermien tiefgefroren (kryokonserviert), um sie später für eine künstliche Befruchtung bei einer ICSI zu verwenden.
Für wen ist die MESA geeignet?
Die Methode eignet sich für Paare mit Kinderwunsch, bei denen in der Samenflüssigkeit des Mannes nur wenige oder keine Spermien zu finden sind. Die Ärztin oder der Arzt schlägt eine MESA zum Beispiel vor, wenn die Hoden genug Spermien bilden und in die Nebenhoden abgeben, die Spermien aber nicht bis ins Ejakulat gelangen. Man spricht dann auch von einer obstruktiven Azoospermie. Dazu kann es zum Beispiel kommen, wenn die Samenleiter nicht durchgängig sind. Mit der MESA lässt sich dieses Problem umgehen, indem die Spermien direkt aus dem Nebenhoden gewonnen werden.
Was passiert bei der MESA?
Für die MESA ist ein kleiner Eingriff am Hodensack nötig. Der Mann erhält dafür eine Narkose, kann aber direkt nach der Operation wieder nach Hause gehen. Bei der kurzen Operation entnimmt die Ärztin oder der Arzt unter einem Mikroskop mit einer feinen Nadel Spermien aus dem Nebenhoden. Die Spermien werden im Anschluss eingefroren. So bleiben sie voll funktionsfähig, bis sie später für die ICSI gebraucht werden.
Wie sicher ist die MESA?
Eine MESA ist ein sicheres Verfahren, hat aber wie jede Operation auch kleinere Risiken, zum Beispiel das (sehr geringe) Narkoserisiko, Blutergüsse an der Entnahmestelle, eine Infektion am Nebenhoden, Nachblutungen und Schwellungen.
Bei einer MESA wird anders als bei der TESE kein Gewebe entnommen, sondern nur Flüssigkeit. Sie hat deswegen weniger Risiken als eine TESE.
Wie erfolgreich ist die MESA?
Ist der Grund der Unfruchtbarkeit, dass die Spermien vom Hoden nicht in das Ejakulat gelangen (obstruktive Azoospermie), sind die Aussichten auf Erfolg des Eingriffes gut: Dann gelingt es den Ärztinnen oder Ärzten mit einer Wahrscheinlichkeit von 93 %, mit der MESA Spermien aus den Nebenhoden zu gewinnen. Bei der im Anschluss stattfindenden ICSI spielt es dann keine Rolle, ob das Sperma aus einer MESA gewonnen wurde. Nach einer MESA kommen genauso häufig Babys auf die Welt wie nach einer künstlichen Befruchtung mit Sperma aus einem Ejakulat.
Was kostet die MESA?
Die Kosten für eine MESA liegen zwischen 800 bis 1700 Euro. Es kann sein, dass sich bei verheirateten Paaren die gesetzliche Krankenkasse an den Kosten beteiligt. Einige private Krankenkassen übernehmen die Kosten komplett, sofern die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch bei dem Privatversicherten liegt. Nähere Informationen finden Sie auf dem Kinderwunschportal.
Anawalt, B: (2024) Treatments for Male Infertility in Uptodate, Onlineportal. Abgerufen am 08.02.2024
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Informationsportal Kinderwunsch (2024) Das übernimmt die Krankenkasse. Webportal des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.Abgerufen am 20.03.2024
Informationsportal Kinderwunsch (2024) Unterstützung von Bund und Ländern. Webartikel des Informationsportals Kinderwunsch des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Abgerufen am 20.03.2024
Rosellen, J., Steffens, J. & Kranz, J. (2021) Testikuläre Spermienextraktion bei männlicher Infertilität. DOI: 1007/s00120-021-01480-1. Abgerufen am 08.02.2024