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- TESE (Testikuläre Spermienextraktion)
TESE (Testikuläre Spermienextraktion)
- Spermien werden aus einer oder mehreren Gewebeproben aus den Hoden des Mannes gewonnen und anschließend tiefgefroren (Kryokonservierung).
- Die Proben können für eine künstliche Befruchtung durch eine ICSI verwendet werden.
Für wen ist die TESE geeignet?
Die Methode eignet sich für Paare mit Kinderwunsch, bei denen im Ejakulat des Mannes keine Spermien zu finden sind und der Grund dafür eine Störung der Spermienproduktion im Hoden ist. Meist versuchen die Ärztinnen und Ärzte im Vorfeld die Ursache herauszufinden, um den Erfolg des Eingriffes besser vorhersagen zu können. Weil auch eine Erbkrankheit die Ursache sein kann, wird dem Mann meist zusätzlich zu einer genetischen Untersuchung und Beratung geraten.
Was passiert bei der TESE?
Für die TESE ist ein operativer Eingriff am Hoden nötig. Der Mann erhält dafür eine Narkose, kann aber direkt nach der Operation wieder nach Hause gehen. Bei der Operation entnimmt die Ärztin oder der Arzt mehrere stecknadelkopfgroße Gewebeproben aus dem Hoden – manchmal auch mit Hilfe eines Mikroskops (mikro-TESE). Diese Proben werden im Anschluss auf Spermien untersucht. Finden sich darin Spermien, werden sie eingefroren, bis sie für die ICSI gebraucht werden.
Wie sicher ist die TESE?
Eine TESE hat wie jede Operation Risiken. Dazu zählen: das (sehr geringe) Narkoserisiko, Blutergüsse an der Entnahmestelle, eine Infektion des Hodens, eine Verkleinerung des Hodens durch die Gewebeentnahme, vorübergehend eine geringere Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron, in sehr seltenen Fällen ein Absterben des Hodens durch den Eingriff.
Wie erfolgreich ist die TESE?
Wie erfolgreich die TESE ist, hängt von der Ausgangssituation ab. Auch wenn die Spermienproduktion im Hoden gestört ist, gelingt es der Ärztin oder dem Arzt in rund 50 % der Fälle, Spermien über die TESE zu gewinnen.
Was kostet die TESE?
Die Kosten für eine TESE liegen zwischen 800 bis 2.000 Euro. Es kann sein, dass sich bei verheirateten Paaren die gesetzliche Krankenkasse an der Hälfte der Kosten beteiligt. Manche privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten komplett, sofern der Privatversicherte die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch ist. Nähere Informationen gibt es auf dem Kinderwunschportal.
Anawalt, B: (2024) Treatments for Male Infertility in Uptodate, Onlineportal. Abgerufen am 08.02.2024.
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Rosellen, J., Steffens, J. & Kranz, J. (2021) Testikuläre Spermienextraktion bei männlicher Infertilität: Indikationen, Erfolgsraten, praktische Durchführung und mögliche Komplikationen. Der Urologe. 60(7), 921–931. Doi: 10.1007/s00120-021-01480-1. Abgerufen am 15.02.2024.