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Eisprung und Befruchtung

Damit es zu einer Schwangerschaft kommt, müssen viele Dinge zeitlich zusammenpassen. Dazu gehört vor allem, dass eine Eizelle und ein Spermium zum richtigen Zeitpunkt zusammentreffen.

Damit eine Schwangerschaft entstehen kann, muss eine Eizelle in einem der beiden Eierstöcke heranreifen. Das passiert in jedem Menstruationszyklus. Ist eine Eizelle gereift, gibt der Eierstock sie frei. Das ist der Eisprung. Die Eizelle wird von einem der beiden Eileiter aufgenommen und darin langsam zur Gebärmutter transportiert.

Nach dem Eisprung kann die Eizelle nur etwa einen Tag lang befruchtet werden. Geschieht das nicht, wird sie vom Körper aufgelöst. Die Menstruation setzt dann bald ein und ein neuer Menstruationszyklus beginnt.

Wie es zur Befruchtung kommt

Hat ungeschützter Geschlechtsverkehr stattgefunden, können die männlichen Spermien (Samenzellen) 3 bis 5 Tage lang im weiblichen Körper überleben. Treffen die Eizelle und die Spermien in dieser Zeit aufeinander, kann es zur Befruchtung kommen. Die größte Wahrscheinlichkeit für eine Befruchtung besteht, wenn ein Paar 1 bis 2 Tage vor dem Eisprung Sex hat.

Spermien auf dem Weg zur Eizelle

Schon wenige Minuten nach einem Samenerguss in der Vagina (Scheide) kommen die ersten Spermien am Gebärmutterhals an. Normalerweise ist der Gebärmutterhals von einem Schleimpfropf verschlossen. Ein paar Tage vor dem Eisprung löst er sich aber auf. So können sich die Spermien durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter bewegen und von dort in den Eileiter gelangen, wo sie auf die Eizelle treffen.

Die Befruchtung: Verschmelzen von Eizelle und Spermium

Die Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle findet im Eileiter statt. Schafft ein Spermium es, in die Eizelle hineinzugelangen, verschließt sich die Eizelle sofort und lässt kein weiteres Spermium mehr hinein. Die restlichen Spermien werden vom weiblichen Körper aufgelöst.

Innerhalb der nächsten Stunden werden die Erbinformationen durch Verschmelzung der Eizelle und des Spermiums miteinander kombiniert.

Die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter

In den nächsten 4 bis 5 Tagen wird die befruchtete Eizelle im Eileiter zur Gebärmutter transportiert. In dieser Zeit teilt sie sich unentwegt und entwickelt sich zum Embryo. In der Gebärmutter angekommen, braucht der Embryo ein paar weitere Tage, um sich in der Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Ab dem Moment der Einnistung hat die eigentliche Schwangerschaft begonnen.

Weil der genaue Tag des Eisprungs und damit auch der Tag der Befruchtung selten genau bekannt ist, wird der Beginn einer Schwangerschaft meist auf den ersten Tag der letzten Menstruation (Monatsblutung) festgelegt. Mehr Informationen dazu gibt es in dem Text Wie werden die Schwangerschaftswochen gezählt?

Zwillinge sind meistens zweieiig, deutlich seltener eineiig. Zweieiige Zwillinge entstehen, wenn in einem Monatszyklus zwei Eizellen heranreifen und es zu einem doppelten Eisprung kommt. Beide Eizellen können dann von Spermien befruchtet werden und sich in der Gebärmutter einnisten. Zu eineiigen Zwillingen kommt es, wenn sich eine einzelne befruchtete Eizelle noch auf dem Weg in die Gebärmutter in 2 selbstständige Embryonen teilt, in seltenen Fällen auch erst während der Einnistung. Wodurch es dazu kommt, ist wissenschaftlich nicht geklärt. Anders als zweieiige Zwillinge sind eineiige Zwillinge genetisch identisch und haben immer das gleiche Geschlecht. Zweieiige Zwillinge können auch entstehen, wenn bei einer Kinderwunschbehandlung mehr als eine befruchtete Eizelle in die Gebärmutter übertragen wird.

Diedrich, K., Ludwig, M., & Griesinger, G. (Hrsg.). (2020). Reproduktionsmedizin (2., erweiterte und vollständig überarbeitete Auflage). Springer. DOI: 10.1007/978-3-662-57636-6.

Janni, W., Hancke, K., Fehm, T., Scholz, C., Rack, B. K., & Scharl, A. J. (Hrsg.). (2021). Facharztwissen Gynäkologie (3. Auflage). Elsevier.

Kaisenberg, C. von, Klaritsch, P., & Hösli-Krais, I. M. (2024). Die Geburtshilfe (6. Auflage). Springer.

Nieschlag, E., Behre, H. M., Kliesch, S., & Nieschlag, S. (Hrsg.). (2020). Andrologie: Grundlagen und Klinik der reproduktiven Gesundheit des Mannes. Springer Berlin Heidelberg. DOI: 10.1007/978-3-662-61904-9.

Sobotta, J., Paulsen, F., & Waschke, J. (Hrsg.). (2022). Sobotta—Atlas der Anatomie (25. Auflage). Elsevier.