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Jod in der Schwangerschaft

Stand: 25.06.2026

In der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Jod, sodass die Jodzufuhr über die Ernährung oft nicht ausreicht. In der Regel ist es deshalb sinnvoll, zusätzlich Jodtabletten einzunehmen. Schwangere sprechen sich dazu am besten mit ihrer Hebamme, ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt ab.

Warum ist Jod in der Schwangerschaft so wichtig?

Frauen brauchen in der Schwangerschaft besonders viel Jod. Ihr Bedarf steigt von 150 Mikrogramm pro Tag auf 220 Mikrogramm an. Jod ist wichtig, damit die Schwangere genug Schilddrüsenhormone bildet – sowohl für sich als auch für das Ungeborene. Zu wenig Jod und damit auch zu wenig Schilddrüsenhormone erhöhen das Risiko für Früh- und Fehlgeburten. Außerdem kann ein mit Jod unterversorgtes Kind mit einer Schilddrüsenvergrößerung (Struma, Kropf) zur Welt kommen und dauerhafte Schäden am Skelett und am Nervensystem haben. Auch Intelligenzminderung und Schwerhörigkeit sind möglich.

Welche Lebensmittel enthalten viel Jod?

Viel Jod ist enthalten in Seefisch, Milch und Milchprodukten sowie Speisesalz, das mit Jod angereichert ist (jodiertes Speisesalz oder Jodsalz). Beispiele sind:

  • 100 g Seelachs: 65 Mikrogramm Jod
  • 100 g Vollmilch: 14 Mikrogramm Jod
  • 1 g Jodsalz: 20 Mikrogramm Jod

Manche Schwangere versuchen, die Jodaufnahme durch Naturprodukte wie Algen und Tang zu erhöhen. Fachleute raten davon aber ab: Meeresalgen, insbesondere getrocknete Algen- und Tangprodukte, können in ihrem Jodgehalt stark schwanken. Es kann also sein, dass sie zu viel Jod enthalten. Außerdem können Meeresalgen reich an Schwermetallen wie Cadmium und Arsen sein.

Warum sollten Schwangere zusätzlich Jod einnehmen?

Ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland hat ein Risiko für eine zu geringe Jodaufnahme. Besonders gilt das für Veganerinnen und Raucherinnen. Schwangere brauchen besonders viel Jod. Deswegen kann es sinnvoll sein, dass Schwangere zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung täglich 100 bis 150 Mikrogramm Jod einnehmen.

Ihre Hebamme, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen geeignete Produkte empfehlen. Jod kaufen Sie am besten als Medikament in der Apotheke und nicht als Nahrungsergänzungsmittel in einem Drogeriemarkt. Jod als Medikament wird strenger geprüft – etwa in Bezug auf die Zusammensetzung und die enthaltene Menge. In der Regel müssen Sie das Präparat selbst bezahlen, auch wenn Sie es ärztlich verschrieben bekommen. Manche Krankenkassen erstatten die Rechnungen aber. Fragen Sie hierzu am besten bei Ihrer Krankenkasse nach.

Achtung: Frauen mit einer Schilddrüsen-Erkrankung sollten in jedem Fall mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, ob und wie viel Jod sie zusätzlich einnehmen dürfen.

Bundesinstitut für Risikobewertung. (2021). Jod, Folat/Folsäure und Schwangerschaft—Ratschläge für die ärztliche Praxis

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). (2020). Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in Schwangerschaft [Pressemeldung]. 

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). (2025a). FAQ Jod [FAQ]. Jod.  Abgerufen am 02.11.2025.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). (2025b). Referenzwerte Jod. Referenzwerteübersicht Jod. Abgerufen am 30.01.2026.

Verbraucherzentrale. (2025). Marktcheck essbare Algen: Nährstoffquelle mit potenziellem Gesundheitsrisiko

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