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Impfungen in der Schwangerschaft
Schwangere und Säuglinge sind besonders anfällig für Infektionen. Impfungen sind eine der wirksamsten Möglichkeiten, Mutter und Kind zuverlässig zu schützen – schon während der Schwangerschaft und in den ersten Monaten nach der Geburt. Dabei werden ausschließlich Impfstoffe eingesetzt, die nachweislich sicher für Schwangere und ihre Kinder sind.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Impfungen schützen Mutter und Kind vor Infektionen.
- Impfstoffe werden gründlich geprüft und sind sicher.
- Während der Schwangerschaft sind folgende Impfungen empfohlen:
- Keuchhusten (Pertussis): im 3. Schwangerschaftsdrittel, bei Risiko für eine Frühgeburt schon früher
- Grippe (Influenza): ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, bei bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes bereits im 1. Schwangerschaftsdrittel
- Vor der Schwangerschaft sind folgende Impfungen empfohlen:
- Masern, Mumps und Röteln (MMR): Nachholen in der Schwangerschaft nicht möglich
- Tetanus, Diphtherie, Polio: lassen sich in der Schwangerschaft nachholen
- COVID-19: lässt sich in der Schwangerschaft nachholen

Warum Impfungen in der Schwangerschaft so wichtig sind
Manche Infektionen verlaufen bei Schwangeren und Neugeborenen besonders schwer. Das liegt am Immunsystem, das bei Schwangeren weniger gut arbeitet und bei Neugeborenen noch nicht richtig ausgebildet ist.
Impfungen in der Schwangerschaft schützen nicht nur die Schwangere und das Ungeborene, sondern auch das Kind nach der Geburt. Denn durch die Impfung entstehen Antikörper, die über den Blutkreislauf auf das ungeborene Kind übergehen und dort mehrere Monate lang funktionsfähig bleiben. Das Neugeborene ist also einige Monate nach der Geburt geschützt. Dieses Prinzip nennt man „Nestschutz“.
Sind Impfstoffe in der Schwangerschaft sicher?
Alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe werden streng geprüft. Dabei ist nicht nur wichtig, dass sie wirken. Sie müssen auch gesundheitlich unbedenklich sein und qualitativ hochwertig hergestellt werden.
Welche Impfstoffe für die Bevölkerung empfohlen werden, legt die Ständige Impfkommission (STIKO) fest. Dazu wertet die STIKO Studien aus und prüft für verschiedene Bevölkerungsgruppen, ob der Nutzen einer Impfung die Kosten und mögliche Risiken überwiegt. Wenn der Nutzen deutlich überwiegt, spricht die STIKO eine Impfempfehlung aus.
In der Schwangerschaft dürfen nur Totimpfstoffe verwendet werden. Das sind Impfstoffe, die keine abgeschwächten lebenden Erreger enthalten.
Impfungen mit Lebendimpfstoffen sollten in der Schwangerschaft nicht durchgeführt werden. Zu den Lebendimpfstoffen gehört die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung). Lebendimpfstoffe sind Impfstoffe, die lebende, aber abgeschwächte Krankheitserreger enthalten. Dass Lebendimpfstoffe nicht genutzt werden sollen, ist eine Vorsichtsmaßnahme. Negative Folgen für das ungeborene Kind sind auch bei Lebendimpfungen in der Schwangerschaft nicht bekannt.
Bei allen Impfungen sind leichte Reaktionen möglich, beispielsweise eine Rötung an der Einstichstelle oder auch eine leichte allgemeine Abgeschlagenheit. Impfschäden mit langfristigen Folgen sind extrem selten.
Welche Impfungen sind bereits vor der Schwangerschaft wichtig?
Gegen bestimmte Erkrankungen sollten sich Frauen schon vor der Schwangerschaft impfen lassen. Das gilt vor allem für Impfungen, die in der Schwangerschaft nicht mehr möglich sind. Wichtige Impfungen vor der Schwangerschaft sind:
- Masern, weil die Erkrankung bei Schwangeren schwerer verläuft. So können eine Lungenentzündung oder eine Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) auftreten. Auch das Risiko für Fehl- und Totgeburten steigt.
- Röteln, weil eine Erkrankung in der Schwangerschaft schwere Fehlbildungen des Kindes im Mutterleib verursachen kann.
Welche Impfungen werden in der Schwangerschaft empfohlen?
Die Grippe-Impfung wird für alle Schwangeren empfohlen. Der Grund ist, dass Neugeborene und auch Schwangere häufiger stark erkranken und eine schwere Lungenentzündung bekommen. In der Schwangerschaft kann eine Grippe sogar lebensbedrohlich sein. Die Grippe-Impfung wird normalerweise im 2. Schwangerschaftsdrittel verabreicht.
Keuchhusten (Pertussis) kann besonders bei Neugeborenen schwer verlaufen. Erkrankte Kinder haben wochenlang starke Hustenattacken, die im schlimmsten Fall zum Atemstillstand oder zur Lungenentzündung führen. Die Impfung wird normalerweise im 3. Schwangerschaftsdrittel gegeben.
Keuchhusten-Impfung: Die Impfung schützt, aber nicht immer. Ohne Impfung der Schwangeren erkranken 11 von 10.000 Neugeborenen an Keuchhusten – über die Hälfte davon muss im Krankenhaus behandelt werden. Mit Impfung erkrankt nur 1 von 10.000 Neugeborenen.
Welche Impfungen kann ich in der Schwangerschaft nachholen?
Das Robert Koch-Institut empfiehlt bei Kinderwunsch zudem einen Impfschutz gegen COVID-19, Tetanus, Polio und Diphtherie. Hier dürfen die fehlenden Impfungen aber auch in der Schwangerschaft nachgeholt werden:
- Diphtherie: Eine schwere Krankheit, die ohne Impfung trotz Behandlung häufig tödlich ist. Die Impfung wird deshalb jeder Person empfohlen.
- Tetanus: Ohne Impfung endet Tetanus auch bei guter Behandlung häufig tödlich. In nicht-sterilen Umgebungen kann sich das Tetanus-Bakterium bei der Entbindung übertragen, beispielsweise bei der Durchtrennung der Nabelschnur. Die Impfung schützt zuverlässig vor einer Infektion.
- Polio: Die Krankheit kann Lähmungen verursachen, auch der Atmung. Die Impfung schützt zuverlässig.
- COVID-19: Die Impfung senkt das Risiko deutlich, dass Schwangere oder Neugeborene mit COVID-19 schwer krank werden und im Krankenhaus behandelt werden müssen.
Sonderfall RSV
Für das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) gibt es eine Impfung, die in der Schwangerschaft zugelassen ist und nach ärztlicher Beratung auch verwendet werden kann. Aktuell (2026) empfiehlt das Robert Koch-Institut allerdings eine Alternative: Die RSV-Prophylaxe bei Neugeborenen. Dabei bekommen Neugeborene kurz nach der Geburt Antikörper gespritzt, die vor RSV schützen.
Manchmal passiert es, dass eine Schwangere einen Lebendimpfstoff bekommt. Zum Beispiel wenn die Schwangerschaft zum Zeitpunkt der Impfung nicht bekannt ist. Dann gilt es, Ruhe zu bewahren. Dass Schwangere nicht mit einem Lebendimpfstoff geimpft werden sollen, ist eine Vorsichtsmaßnahme. Fehlbildungen des Ungeborenen durch Lebendimpfstoffe sind nicht bekannt. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie in solch einem Fall beraten.
Ob Reiseimpfungen während der Schwangerschaft sinnvoll sind, muss im Einzelfall entschieden werden. Schwangere, die reisen wollen, sollten eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Gegen manche Erkrankungen darf geimpft werden, wenn ein Risiko besteht, zum Beispiel gegen Tollwut. Andere Impfungen dürfen in der Schwangerschaft nicht erfolgen, beispielsweise gegen Dengue-Fieber. In jedem Fall muss das individuelle Erkrankungsrisiko mit dem Nutzen der Impfung abgewogen werden.
Paul-Ehrlich-Institut. (2026). RSV-Impfstoffe.
Robert Koch Institut (RKI). (2025c). Sicherheit von Impfungen. RKI - Impfen - Sicherheit von Impfungen. Abgerufen am 09.02.2026
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