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29. bis 40. Schwangerschaftswoche

Ein Fötus im Mutterleib, 34 Wochen alt. Die Kopfbehaarung ist zu erkennen. (Quelle: Lennart Nielsson)

In den letzten drei Monaten entwickelt sich das Kind ohne spektakuläre äußere Veränderungen. Seine Organe reifen aus. Es legt noch einmal kräftig an Gewicht zu, übt das Atmen und bereitet sich schließlich auf die Geburt vor.


Die letzten Wochen der Schwangerschaft sind eine Reifezeit. Die Organe, einschließlich der Lunge, reifen nun vollständig aus. Das Kind wäre jetzt außerhalb des Mutterleibs bedingt lebensfähig und hätte gute Chancen, sich normal zu entwickeln.

Um die Lungenentwicklung zu unterstützen, unternimmt das Kind erste „Atemübungen“: Es "atmet" Fruchtwasser ein und aus. Dies führt zu einem Schluckauf, den Schwangere als leichtes Zucken im Bauch spüren können. Wenn die Beine dabei an den Bauch stoßen, wird immer wieder der Schreit- oder Kriechreflex ausgelöst: Das Kind stößt sich heftig ab. Häufig lassen sich deshalb kleine Beulen im ansonsten runden Bauch der werdenden Mutter erkennen.

Trainieren der Sinne

Ob dem Kind das salzige Fruchtwasser schmeckt, ist bislang nicht bekannt. Manches spricht aber dafür, dass sich der Geschmackssinn schon im Mutterleib entwickelt. Denn das Kind kann bereits unmittelbar nach der Geburt auf unterschiedliche Geschmacksrichtungen reagieren: Es unterscheidet süß, salzig und bitter.

Vermutlich kann das Kind auch schon im Mutterleib Schmerzen empfinden. Auf Druck von außen oder auf vorgeburtliche Untersuchungen reagiert es manchmal mit deutlich abwehrenden Bewegungen.

Legen sich warme Hände auf den Mutterbauch und bewegen sie sich langsam hin und her, folgt ihnen das Kind häufig.

Vorentscheidung für die Startposition

In den letzten Wochen wird es eng im Bauch der Mutter. Die meisten Kinder (96 Prozent) drehen sich jetzt mit dem Kopf ins mütterliche Becken, einige wenige kommen mit dem Po oder mit den Füßen voran auf die Welt. Ende des neunten Monats ist das Kind etwa 45 Zentimeter lang und wiegt zwischen 2500 und 3000 Gramm. Viel Bewegung ist nicht mehr möglich, eine erneute komplette Drehung wird immer unwahrscheinlicher. Nur sehr selten dreht sich das Kind in den letzten Stunden vor der Geburt noch einmal.

Wenn der Kopf des Kindes tiefer ins mütterliche Becken gerutscht ist, bekommt die Mutter wieder mehr Luft zum Atmen.

Gut auf das Leben vorbereitet

Im neunten Monat ist das Kind im Fall einer vorzeitigen Geburt ohne größere Komplikationen lebensfähig. Wesentlich dafür ist die "Aktivierung" der Lunge. Im Lungengewebe des Fötus bildet sich jetzt die Substanz Surfactant. Sie sorgt dafür, dass sich die Lungenbläschen beim Neugeborenen voll entfalten und das Kind selbstständig atmen kann.

Allmählich glätten sich jetzt auch Haut und Gesichtszüge. Die Lanugo-Behaarung verliert sich und die Haut bekommt einen rosigen Schimmer. Die Fingernägel wachsen bis zu den Fingerkuppen.

Warten auf die Geburt

Wenn das Kind vollständig entwickelt und lebensfähig ist, beginnt die Zeit des Wartens auf die Geburt. Was genau den Geburtsprozess auslöst, ist nicht vollständig bekannt. Vermutlich geschieht eine Feinabstimmung zwischen der Reife des Kindes und den mütterlichen Hormonen. Dadurch ändert sich die Zusammensetzung der Hormone, die Wehen auslösenden Hormone gewinnen die Oberhand und setzen schließlich die Geburt in Gang.

Im Schnitt sind Kinder bei der Geburt zwischen 48 und 54 Zentimeter groß und wiegen zwischen 2800 und 4000 Gramm.

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Häufig gestellte Fragen

Ich muss sehr oft zur Toilette gehen. Was kann ich gegen meine Blasenschwäche tun?

Mit fortschreitender Schwangerschaft drückt das Gewicht des Kindes immer mehr auf die Blase. Das führt zu häufigerem Harndrang, wobei oft nur wenig Urin ausgeschieden wird. Vor allem in den letzten Schwangerschaftswochen kann die Blase wegen des Platzmangels immer weniger Urin aufnehmen. Weil das Schwangerschaftshormon Progesteron entspannend auf die Blasenmuskulatur wirkt, kann es zudem auch leichter zu unfreiwilligem Harnabgang kommen.

Gegen Blasenschwäche im letzten Schwangerschaftsdrittel lässt sich leider nicht viel tun. Auf keinen Fall sollte man weniger trinken, da es dann leicht zu Harnweginfektionen kommen kann. Frauen, die regelmäßig und vom Beginn der Schwangerschaft an Beckenbodenübungen machen, haben oft weniger Beschwerden. Ein konsequentes Beckenbodentraining kann auch einer Blasenschwäche nach der Geburt vorbeugen.

Helfen Dampfsitzbäder als Vorbereitung auf die Geburt?

Wissenschaftlich ist zwar nicht erwiesen, ob Dampfsitzbäder helfen, das Dammgewebe auf die Geburt vorzubereiten. Dennoch werden sie  von vielen Hebammen empfohlen, um das Gewebe geschmeidiger und weicher zu machen.Damit ist die Hoffnung verbunden, dass Dampfsitzbäder einem Dammriss vorbeugen oder helfen, einen Dammschnitt zu vermeiden.

Empfohlen werden Dampfsitzbäder mit Heublumen oder Lindenblüten ab der 38. Schwangerschaftswoche einmal in der Woche. Dazu werden die Blüten in eine Plastikschüssel oder -wanne mit kochendem Wasser gegeben. Nachdem das Wasser etwas abgekühlt ist, kann man das Gefäß zum Beispiel in die Toilettenschüssel stellen und sich darüber setzen.

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