Sicherheit der Haus- und Geburtshausgeburten

Wenn keine besonderen Risiken vorliegen, ist die Geburt zu Hause oder im Geburtshaus sicher. Das belegt der Jahresbericht der Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe für das Jahr 2014.

Paar mit Hebamme im Geburtshaus sucht T-Shirt für ihr Neugeborenes aus
© BZgA/Espen Eichhöfer

Die Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe (QUAG e.V.) wertet jährlich die Dokumentationen der Geburten aus, die bundesweit zu Hause und in von Hebammen geleiteten Einrichtungen stattfinden. Im Qualitätsbericht 2014 sind die Daten der rund 10.300 außerklinischen Geburten dieses Jahres (2001: 9.465) veröffentlicht.

Ergebnisse

Von den rund 10.300 außerklinischen Geburten des Jahres 2014 wurden etwa 35 Prozent zuhause und 65 Prozent in einem Geburtshaus  begonnen. Davon mussten insgesamt 17 Prozent während der Geburt in eine Klinik verlegt werden (2001: 13 Prozent). Somit kamen von den rund 707.000 geborenen Kindern des Jahres 2014 ca. 9.400 oder etwa 1,3% außerklinisch zur Welt.

Bezogen auf die Zahl aller außerklinisch begonnenen Geburten hatten etwa 90 Prozent der Frauen eine Spontangeburt knapp 7 Prozent einen Kaiserschnitt (2001: 4 Prozent) und 2,7 Prozent eine Saugglocken- oder Zangengeburt. Die Rate der Dammschnitte lag bei 5 Prozent aller vaginalen Geburten, die der schweren Dammrissverletzungen bei etwas mehr als einem Prozent.

Rund 56 Prozent aller Gebärenden erlebten eine Geburtsdauer von bis zu neun Stunden. Bei knapp 50 Prozent aller Gebärenden, die spontan entbanden, dauerte die Austreibungsphase maximal 15 Minuten, bei 33 Prozent über 15 Minuten bis zu einer Stunde. Bei 64 Prozent aller Frauen  wurde während der Geburt medizinisch eingegriffen (frühe Blasensprengung, Dammschnitt, Medikamentengaben inklusive Homöopathie).

Bei 64 Prozent der Geburten war zur Geburtszeit eine zweite Hebamme anwesend. Der Anteil der Schwangeren über 35 Jahre lag bei etwa 21 Prozent.

Gesunde Kinder

Beim APGAR-Wert, der den Gesundheitszustand des Neugeborenen beschreibt, schneidet die außerklinische Geburt gut ab: Rund 99 Prozent der Kinder hatten nach fünf und zehn Minuten einen APGAR-Wert von mindestens 8 (der höchste erreichbare Wert sind 10 Punkte). 19 Kinder (0,2 Prozent) starben während oder in den ersten sieben Tagen nach der Geburt (bei Klinikgeburten starben im gleichen Zeitraum 0,47 Prozent der Neugeborenen).

Verantwortungsvolle Entscheidungen

Die insgesamt guten Ergebnisse der außerklinischen Geburtshilfe zeigen, dass die Entscheidung, ob eine Geburt voraussichtlich risikofrei zu Hause oder in einem Geburtshaus stattfinden kann, mit Vorsicht und verantwortungsvoll getroffen wird.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 05.12.2016