Das Diaphragma

Bei richtiger Anwendung ist das Diaphragma ein sicheres Verhütungsmittel. Ob es zuverlässig schützt, hängt aber auch von der passenden Größe und dem genauen Sitz des Diaphragmas ab. Für das Einsetzen ist etwas Übung notwendig.

Das Diaphragma besteht aus einem runden flexiblen Federring, der mit Silikon überspannt ist. Es sieht aus wie eine kleine Kappe und wird in verschiedenen Größen angeboten.

Bild zeigt eine Hand, die ein Diaphragma hält © BZgA/HauptwegNebenwege

Das Diaphragma muss in einer Arztpraxis, in einer Beratungsstelle, einem Familienplanungs- oder Frauengesundheitszentrum sorgfältig angepasst werden. Das größte Diaphragma, das die Frau nach dem Einsetzen in die Scheide nicht spürt, ist das richtige. Die richtige Größe ist unter anderem deshalb so wichtig, weil sich die Scheide bei sexueller Erregung etwas erweitert. Das Diaphragma muss den Muttermund komplett bedecken und fest sitzen (zwischen hinterem Scheidengewölbe und Schambein-Nische, siehe Abbildung unten). Die Frau muss den korrekten Sitz nach jedem Einsetzen nachprüfen, indem sie mit den Fingern durch das Diaphragma hindurch den Muttermund ertastet.

Neu auf dem Markt ist außerdem ein oval geformtes Diaphragma, das sich dem Scheidengewölbe anpasst. Es wird in einer Einheitsgröße angeboten, ein individuelles Anpassen soll deshalb nicht notwendig sein. Das neue Diaphragma passt allerdings nicht, wenn bisher eine Größe von über 85 mm verwendet wurde. Eine Griffmulde erleichtert nach dem Sex das Entfernen des Diaphragmas aus der Scheide.

Wirkung und Anwendung

Mit dem Diaphragma wird das Zusammentreffen von Ei- und Samenzelle verhindert. Es wirkt als Barriere, die den Spermien den Zugang zur Gebärmutter versperrt. Zusätzlich wird ein schützendes Gel verwendet. Das auf natürlicher Basis hergestellte Diaphragma-Gel enthält Zellulose, Milch- oder Zitronensäure.  Es ist zähflüssig und senkt den pH-Wert in der Scheide. Dadurch hemmt es die Beweglichkeit der Spermien. Etwa ein Teelöffel Gel wird nach Gebrauchsanweisung auf die Seite des Diaphragmas aufgetragen, die nach dem Einsetzen dem Muttermund zugewandt ist. Auch der innere Rand des Diaphragmas wird mit Gel bestrichen.

Durch die Körperwärme und die Schleimabsonderung im Gebärmutterhals verflüssigt sich das Gel und verliert mit der Zeit an Wirkung. Deshalb darf das Diaphragma frühestens zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden. Nach dem Geschlechtsverkehr muss es noch mindestens sechs bis acht Stunden in der Scheide liegen bleiben, da die Spermien dort so lange überleben können. Nach spätestens 24 Stunden sollte es wieder entfernt werden.

Will man ein weiteres Mal miteinander schlafen, muss man mit einer Einführhülse oder dem Finger zusätzlich Gel von außen nachgeben.

Damit das Diaphragma stets sauber ist, wird es nach dem Benutzen mit lauwarmem Wasser gewaschen und gründlich abgetrocknet. Es kann anschließend mit etwas Mais- oder Kartoffelstärke eingerieben werden, damit es trocken bleibt.

Sicherheit

Die Sicherheit des Diaphragmas hängt davon ab, ob es richtig angewendet wird. Sinnvoll ist, das korrekte Einsetzen nach dem Anpassen in der Arztpraxis oder Beratungsstelle zu üben. Bis man das Diaphragma wirklich sicher einsetzen kann, ist die Anwendung zusätzlicher Verhütungsmittel wie zum Beispiel Kondomen ratsam.

Sobald das Material spröde und alt wirkt oder sich gar Risse zeigen, sollte es ersetzt werden. Ein gut gepflegtes Diaphragma hält normalerweise bis zu zwei Jahre. Nach größeren Gewichtsschwankungen (mehr als fünf Kilo) oder nach Geburten sollte die Größe des Diaphragmas unbedingt überprüft und den körperlichen Veränderungen angepasst werden.

Vorteile

Das Diaphragma muss nur angewendet werden, wenn es tatsächlich zum Geschlechtsverkehr kommt. Es ist latexfrei, greift nicht in den Hormonhaushalt ein und ist preiswert. Normalerweise hat es keine gesundheitlichen Nebenwirkungen und Langzeitfolgen. Die Anwendung wird von einigen Frauen zudem als wertvolle Selbsterfahrung geschätzt, da sie sich und ihren Körper dabei besser kennen lernen.

Nachteile

Es erfordert Übung, ein Diaphragma anzuwenden. Erst wenn die Handhabung sicher gelingt, bietet es zuverlässigen Verhütungsschutz. Bei einer starken Gebärmuttersenkung oder bei häufigen Blasenentzündungen ist das Diaphragma nicht das geeignete Verhütungsmittel.

Einige Frauen haben eine sehr flache Nische hinter dem Schambein. Bei ihnen kann es sein, dass das Diaphragma keinen richtigen Halt findet. In diesem Fall kann die Verhütungskappe „FemCap“ eine Alternative sein.

Kosten

Ein Diaphragma kostet bis zu 50 Euro. Hinzu kommen etwa neun Euro pro Tube Gel und möglicherweise noch Ausgaben für Versand, Anpassung und Kontrolluntersuchung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 02.04.2014