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Das Diaphragma

Bei richtiger Anwendung ist das Diaphragma eine sichere Sache. Die Zuverlässigkeit hängt entscheidend von der passenden Größe, der richtigen Anwendung und dem exakten Sitz ab. Deshalb ist es wichtig, das korrekte Einsetzen zu üben.


Das Diaphragma sieht aus wie eine kleine Gummikappe. Es besteht aus einer runden Spiral- oder Flachfeder, die mit Silikon überspannt ist.

Lupe

Das Diaphragma wird in neun verschiedenen Größen angeboten und muss individuell in einer Arztpraxis, in einem Familienplanungszentrum oder einer Beratungsstelle angepasst werden. Das größte Diaphragma, das die Frau nach dem Einsetzen nicht spürt, ist das Richtige. Die Größe ist unter anderem deshalb so wichtig, weil sich die Scheide bei sexueller Erregung etwas erweitert. Der richtige Sitz muss nach dem Einsetzen jedes Mal mit den Fingern nachgeprüft werden, indem der Muttermund durch das Diaphragma hindurch getastet wird.

Die Wirkung und Anwendung

Mit dem Diaphragma wird das Zusammentreffen von Ei- und Samenzelle verhindert, indem es den Zugang zur Gebärmutter versperrt. Zusätzlich zu dem mechanischen Hindernis gehört unbedingt noch ein Schutz mit Gel. Das auf natürlicher Basis hergestellte Diaphragmagel enthält Milch- bzw. Zitronensäure und hemmt die Beweglichkeit der Spermien.

Das Gel wird auf diejenige Seite des Diaphragmas aufgetragen, die nach dem Einsetzen dem Muttermund zugewandt ist. Auch der innere Rand wird mit Gel gut bestrichen. So ist der Muttermund und damit der Eingang in die Gebärmutter doppelt geschützt.

Das Diaphragma wird maximal eine bis zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr oder auch unmittelbar vorher durch die Scheide vor den Muttermund eingesetzt. Nach spätestens 24 Stunden muss es wieder entfernt werden. Das Diaphragma bedarf sorgfältiger Pflege, damit das Gummi nicht rissig und porös wird.

Nach dem Benutzen wird es mit lauwarmem Wasser gewaschen und gründlich abgetrocknet. Es kann anschließend mit etwas Mais- oder Kartoffelstärke eingerieben werden, damit es trocken bleibt. Nach etwa zwei Jahren muss es durch ein neues ersetzt werden.

Die Sicherheit

Bei richtigem Gebrauch ist das Diaphragma ebenso zuverlässig wie das Kondom. Sinnvoll ist, das korrekte Einsetzen in der Arztpraxis oder einer Beratungsstelle zu üben. Das Diaphragma soll vom hinteren Scheidengewölbe bis nach vorn in die Nische hinter dem Schambein reichen. Der Muttermund muss durch das Gummi tastbar und komplett bedeckt sein.

Zwischen dem Einsetzen des Diaphragmas und dem Geschlechtsverkehr sollten nicht mehr als zwei Stunden vergehen. Nach dem Geschlechtsverkehr muss das Diaphragma noch mindestens acht Stunden in der Scheide liegen bleiben, da die Spermien dort so lange überleben können.

Findet nach dem Geschlechtsverkehr ein weiterer statt, muss zusätzlich mit einer Einführhülse oder dem Finger Gel von außen nachgegeben werden. Nach größeren Gewichtsschwankungen (mehr als fünf Kilo) oder nach Geburten sollte die Größe des Diaphragmas unbedingt überprüft und den körperlichen Veränderungen angepasst werden. Viele Frauen, die sich mit der Anwendung noch unsicher sind, verwenden in der Zeit des Übens zusätzliche Verhütungsmittel, bis sie genügend Erfahrungen gesammelt haben.

Die Vorteile

Das Diaphragma muss nur angewendet werden, wenn es tatsächlich zum Geschlechtsverkehr kommt. Es ist damit auch für Frauen geeignet, die nicht so häufig Sex haben. Es ist relativ preiswert und bedeutet keinen Eingriff in das Körpergeschehen. Die Anwendung wird von einigen Frauen zudem als wertvolle Selbsterfahrung geschätzt, da sie sich und ihren Körper dabei besser kennen lernen.

Die Nachteile

Damit die Frau das Diaphragma richtig einsetzen kann, muss sie lernen, sich selbst zu untersuchen. Das heißt: Sie muss ihren Muttermund in der Scheide sicher ertasten können und in der Handhabung des Diaphragmas Übung haben. Nur dann bietet das Diaphragma hinreichende Verhütungssicherheit.

Für manche Paare bedeutet das Einsetzen des Diaphragmas eine Einschränkung ihrer sexuellen Spontaneität. In einigen Fällen kann das Gel ein Brennen am Penis verursachen.

Die Kosten

Das Diaphragma kostet zwischen 26 und 37 Euro. Hinzukommen die Kosten für das Gel, die zwischen sieben und neun Euro liegen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht.

 
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