Der Vaginalring

Der Vaginalring ist ein hormonelles Verhütungsmittel. Der biegsame Kunststoffring wird in die Scheide eingeführt und verhindert eine Schwangerschaft, indem er Hormone in den Blutkreislauf abgibt.

Wirkung

Der Vaginalring enthält die Hormone Östrogen und Gestagen. Diese gelangen langsam in den Blutkreislauf. Sie verhindern den monatlichen Eisprung, verändern die Beschaffenheit des Schleims im Gebärmutterhals und behindern den Aufbau der Gebärmutter-Schleimhaut. Dadurch können Spermien nicht in die Gebärmutter gelangen und befruchtete Eizellen sich nicht einnisten.

Anwendung

Der weiche Ring wird zusammengedrückt, ähnlich wie ein Tampon in die Vagina eingeführt und so weit wie möglich nach oben geschoben. Für die Wirksamkeit spielt es keine Rolle, wo genau der Ring in der Vagina liegt. Wichtig ist nur, dass er nicht stört.

Der Ring bleibt dann drei Wochen in der Vagina liegen. Danach ziehen Sie ihn selbst heraus, indem Sie einen Finger in die Vagina einführen und das untere Ende des Rings umfassen. Der benutzte Ring sollte im Hausmüll und nicht in der Toilette entsorgt werden. 

Nach einer Woche Pause wird ein neuer Ring eingeführt. Während der ringfreien Zeit tritt normalerweise die Periode ein, der Empfängnisschutz ist durchgehend gewährleistet.

Sollte der Ring einmal beim Geschlechtsverkehr oder beim Entfernen eines Tampons herausrutschen, können Sie ihn innerhalb von drei Stunden bedenkenlos wieder einsetzen. Die Wirkung ist dadurch nicht vermindert. Vor dem Wiedereinsetzen sollten Sie den Ring mit lauwarmem Wasser abwaschen, niemals aber mit Seifenlösungen oder Desinfektionsmitteln.

Es gibt verschiedene Präparate, die in ihrer Wirkungsweise gleich sind, sich aber in der Haltbarkeit und im Preis unterscheiden. Einige können nach dem Kauf in der Apotheke maximal vier Monate lang verwendet werden, andere können bis zu zwei Jahren aufbewahrt werden – möglichst lichtgeschützt in der Originalverpackung und nicht über 30 °C.

Erste Anwendung

Wenn Sie den Vaginalring zum ersten Mal anwenden, setzen Sie sich den Ring zwischen dem ersten und fünften Zyklustag ein. Beginnen Sie schon am ersten Zyklustag mit der Anwendung, schützt der Ring sofort. Legen Sie ihn erst am zweiten bis fünften Zyklustag ein, sollten Sie in den folgenden sieben Tagen zusätzlich verhüten, zum Beispiel mit einem Kondom.  

Wenn sicher ist, dass Sie nicht schwanger sind, können Sie auch an jedem anderen Tag mit der Anwendung beginnen. Auch dann ist in den ersten sieben Tagen der Einnahme eine zusätzliche Verhütung notwendig.

Wenn Sie von einer anderen Verhütungsmethode auf den Vaginalring umsteigen wollen, gelten besondere Regeln. Das gilt auch für den Fall, dass Sie nach einer Geburt oder einer Fehlgeburt (wieder) mit der Anwendung des Vaginalrings beginnen möchten. Die Ärztin oder der Arzt erklärt Ihnen alles Wichtige dazu. 

Sicherheit

Die Versagerrate beträgt bei perfekter Anwendung 0,3 bis 1 Prozent, bei typischer Anwendung 2,4 bis 9 Prozent. Wie die Pille ist der Vaginalring bei stets korrekter Anwendung eine sehr sichere Verhütungsmethode. Der Hauptgrund für die deutlich höheren Versagerraten im Alltag ist, dass es zu Unterbrechungen der Anwendung kommt, da es für manche Frauen schwierig ist, sich immer rechtzeitig ein neues Rezept zu besorgen. 

Ähnlich wie bei der Pille schränken bestimmte Arzneimittel den Empfängnisschutz des Vaginalrings ein. Dazu gehören unter anderem Medikamente gegen Epilepsie und gegen Viruserkrankungen sowie Johanniskraut. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wie Sie sich trotzdem zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen können.

Vorteile

  • Dank der einfachen Handhabung kann die Frau den Ring selbst einführen und wieder entfernen.

  • Die Frau muss nicht mehr täglich an Verhütung denken. Für Frauen, die mit der regelmäßigen Einnahme von Verhütungsmitteln Schwierigkeiten haben, ist die ein wichtiger Aspekt.

  • Im Unterschied zur Pille vermindern Magenverstimmungen, Erbrechen und Durchfall nicht die empfängnisverhütende Wirkung des Rings. Medizinische Gründe für den Vaginalring können deshalb Krankheiten wie Essstörungen, insbesondere Bulimie, und chronische Darmentzündungen sein.

Nachteile

  • Manche Frauen finden es unangenehm, ihre Vagina zu berühren. Bei einzelnen (körperlichen) Beeinträchtigungen ist es schwierig bis unmöglich, den Vaginalring einzusetzen.
  • Es können ähnliche Nebenwirkungen und gesundheitlichen Probleme auftreten wie bei der Kombi-Pille: Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, sexuelle Lustlosigkeit, Spannungsgefühl in den Brüsten sowie Zwischenblutungen in den ersten Monaten der Anwendung.

  • Manchmal verursacht der Ring Scheidenentzündungen und vermehrten Ausfluss aus der Vagina.

  • Vor der ersten Anwendung sollte eine Ärztin oder ein Arzt klären, ob gesundheitliche Gründe gegen den Vaginalring sprechen. Frauen, die aus medizinischen Gründen nicht die Pille nehmen sollten, verzichten besser auch auf den Vaginalring.

  • Das Risiko für Thrombosen, einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall und einzelne Krebserkrankungen steigt leicht. Von solchen gesundheitlichen Problemen sind aber nur wenige Frauen betroffen.

Wann Sie den Vaginalring nicht verwenden dürfen (Gegenanzeigen)

 

 

Bei bestimmten Erkrankungen oder Allergien darf der Vaginalring nicht verwendet werden. In manchen Fällen ist die Anwendung des Vaginalrings vielleicht nicht gefährlich, aber nicht zu empfehlen. Um zu erfahren, ob eine bestimmte Erkrankung oder Vorerkrankung in der Familie mit dem von Ihnen gewählten Mittel vereinbar ist oder nicht, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen. Über solche „Gegenanzeigen“ informiert auch der Beipackzettel.

Hier finden Sie weitere Informationen zu besonderen gesundheitlichen Risiken bei der Verhütung mit Hormonen. 

Kosten

Der Vaginalring kostet in der Dreierpackung zwischen 36 und 48 Euro. Einige Präparate gibt es auch im Sechserpack, wodurch der Stückpreis noch etwas günstiger ist.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 03.07.2018