Das Hormonstäbchen (Implantat)

Das Hormonstäbchen ist eine Methode der Langzeitverhütung. Das weiche, etwa streichholzgroße Kunststoff-Stäbchen wird direkt unter die Haut des Oberarms gelegt und schützt drei Jahre lang vor einer ungewollten Schwangerschaft, indem es Hormone ins Blut abgibt.

Wirkung

In seiner Wirkungsweise ähnelt das Verhütungsstäbchen der Minipille. Es gibt kontinuierlich geringe Mengen des Gestagen-Hormons Etonolgestrel in den Blutkreislauf ab und hemmt so den Eisprung. Es verändert außerdem den Schleim im Gebärmutterhals, was es den Spermien erschwert, in die Gebärmutter vorzudringen. Zudem baut sich die Schleimhaut in der Gebärmutter nur unzureichend auf. Das Hormonstäbchen schützt so über einen Zeitraum von drei Jahren zuverlässig vor einer Schwangerschaft.

In Deutschland ist das Hormonstäbchen unter dem Handelsnamen Implanon NXT® erhältlich. Es soll für Frauen jeden Alters geeignet sein. In Studien ist es bisher jedoch nur mit Frauen zwischen 18 und 40 Jahren erprobt worden.

Anwendung

Das Hormonstäbchen wird zwischen dem ersten und fünften Zyklustag von speziell geschulten Frauenärztinnen und Frauenärzten mithilfe eines Applikators an der Innenseite des Oberarms direkt unter die Haut gesetzt. Die Verhütung ist dann direkt nach dem Einsetzen wirksam. Wenn sicher ist, dass Sie nicht schwanger sind, kann das Stäbchen auch an jedem anderen Tag eingesetzt werden. Dann müssen Sie in den ersten sieben Tagen zusätzlich verhüten, zum Beispiel mit Kondomen.

Das Stäbchen bleibt normalerweise drei Jahre im Körper und wird danach ausgetauscht. Auf Wunsch lässt es sich aber auch schon vorher entfernen. Eine Frau kann dann sofort schwanger werden. 

Um das Stäbchen zu entfernen oder auszutauschen, wird die Haut unter örtlicher Betäubung auf einigen Millimetern eingeschnitten und das Stäbchen herausgezogen. Ein neues Stäbchen lässt sich sofort einsetzen. Der Schnitt wird in der Regel mit einem Klammerpflaster verschlossen.

Sicherheit

Die Versagerrate beträgt sowohl bei perfekter als auch bei typischer Anwendung 0 bis 0,5 Prozent. Beim Hormonstäbchen kann es nicht zu Anwendungsfehlern kommen, deswegen hat es auch unter Alltagsbedingungen eine sehr hohe Sicherheit. 

Bestimmte Arzneimittel schränken den Empfängnisschutz des Implantats ähnlich wie bei der Pille ein. Dazu gehören unter anderem Medikamente gegen Epilepsie und gegen Viruserkrankungen sowie Johanniskraut. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wie Sie sich trotzdem zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen können.

Vorteile

  • Das Verhütungsstäbchen ist eine sehr sichere und bequeme Verhütungsmethode. Es ist auch für Frauen geeignet, die es schwierig finden, regelmäßig an die Verhütung zu denken.
     
  • Die Blutungen werden meist geringer und Menstruationsschmerzen verschwinden. Das Stäbchen kann auch in der Stillzeit angewendet werden.
     
  • Die gesundheitlichen Risiken sind geringer als bei der Kombi-Pille. Trotzdem ist es wichtig, sich vor der erstmaligen Verordnung eines Stäbchens von einer Ärztin oder einem Arzt beraten zu lassen und mögliche Risiken und Einschränkungen bei der Anwendung zu klären.

Nachteile

  • Das Stäbchen hat vergleichbare Nebenwirkungen wie die Minipille: In seltenen Fällen treten Kopfschmerzen, Stimmungsveränderungen, sexuelle Lustlosigkeit, depressive Verstimmungen, ein Spannen der Brüste und Akne auf.
     
  • Unregelmäßige Blutungen sind häufig. Bei einer von fünf Frauen bleiben die Blutungen ganz aus, bei einer von vier Frauen treten häufige oder lang anhaltende Blutungen auf. 12 von 100 Frauen lassen deswegen das Stäbchen vorzeitig entfernen.
     
  • Manchmal wird das Stäbchen zu tief unter die Haut gelegt. In sehr seltenen Fällen wandert es in andere Regionen des Körpers. Dann ist ein größerer operativer Eingriff erforderlich, um das Implantat zu entfernen.

Wann Sie das Hormonstäbchen nicht verwenden dürfen (Gegenanzeigen)

Bei bestimmten Erkrankungen oder Allergien darf das Hormonstäbchen nicht verwendet werden. In manchen Fällen ist die Anwendung des Hormonstäbchens vielleicht nicht gefährlich, aber nicht zu empfehlen. Um zu erfahren, ob eine bestimmte Erkrankung oder Vorerkrankung in der Familie mit dem von Ihnen gewählten Mittel vereinbar ist oder nicht, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen. Über solche „Gegenanzeigen“ informiert auch der Beipackzettel.

Kosten

Die Kosten für das Hormonstäbchen belaufen sich einschließlich des Honorars für das Einsetzen auf rund 300 Euro oder mehr. Für das Entfernen muss mit einem Betrag von bis zu 40 Euro gerechnet werden. Informationen zu einer möglichen Übernahme der Kosten für ein Hormonimplantat erhalten Sie im Text „Rezeptpflicht und Kostenübernahme bei Verhütungsmitteln“.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 23.07.2019