Die Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze ist eine Methode der Langzeitverhütung. Sie wird nur Frauen empfohlen, die andere Verhütungsmittel nicht vertragen oder mit ihnen nicht zurechtkommen. Die Sicherheit der Spritze ist hoch.

Wirkung

Die Dreimonatsspritze enthält das Hormon Gestagen. Es verhindert den Eisprung und bewirkt, dass sich der Schleim im Gebärmutterhals so verdickt, dass er für Spermien undurchlässig wird. Auch wird die Gebärmutter-Schleimhaut nur ungenügend aufgebaut, so dass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann.

Anwendung

Die Dreimonatsspritze muss von einer Ärztin, einem Arzt oder einer medizinischen Fachkraft gesetzt werden. Manche Präparate werden in den Muskel am Oberarm oder im Gesäß gespritzt, andere unter die Haut am Bauch oder am Oberschenkel.

Verhüten Sie zum ersten Mal auf diese Weise, bekommen Sie das Präparat zwischen dem ersten und fünften Zyklustag gespritzt. Ab diesem Moment besteht ein sehr sicherer Verhütungsschutz. 

Wenn sicher ist, dass Sie nicht schwanger sind, kann die Spritze auch an jedem anderen Tag gegeben werden. Dann müssen Sie in den ersten sieben Tagen zusätzlich verhüten, zum Beispiel mit Kondomen

Die nächste Spritze folgt nach drei Monaten, spätestens jedoch nach 14 Wochen. Das heißt: Frauen, die mit der Dreimonatsspritze verhüten, müssen regelmäßig eine Praxis aufsuchen.

Sicherheit

Die Versagerrate beträgt bei perfekter Anwendung 0,2 bis 0,6 Prozent, bei typischer Anwendung 6 bis 7 Prozent. Wenn die Spritze rechtzeitig gesetzt wird, besteht eine sehr hohe Sicherheit. Im Alltag gelingt das jedoch nicht immer, daher ist die Versagerrate bei typischer Anwendung höher.

Durch andere Medikamente wird der Verhütungsschutz der Spritze nicht eingeschränkt.

Vorteile

  • Frauen, die nicht täglich an Verhütung denken wollen, bietet die Dreimonatsspritze eine hohe Verhütungssicherheit.

  • Auch für Frauen, die aufgrund einer bestimmten Krankheit (zum Beispiel Sichelzellenanämie) und/oder der Einnahme von Medikamenten kein anderes hormonelles Verhütungsmittel vertragen, ist die Spritze unter Umständen geeignet.

Nachteile

  • Bei der Dreimonatsspritze treten häufiger als bei anderen Gestagen-Methoden Nebenwirkungen auf, zum Beispiel Kopfschmerzen, Stimmungsveränderungen oder Akne.

  • Die Regelblutung kommt unregelmäßig, in den ersten Wochen können Zwischenblutungen auftreten, später bleibt die Periode meist ganz aus.

  • Häufiger als bei anderen hormonellen Verhütungsmethoden nehmen Frauen an Gewicht zu, insbesondere dann, wenn sie bereits übergewichtig sind.

  • Die Wirkung der Spritze hält mindestens drei Monate lang an. Treten Nebenwirkungen auf, kann das Mittel also nicht sofort abgesetzt werden.

  • Bei einer längeren Anwendung besteht die Gefahr, dass sich die Knochendichte verringert. Deshalb sollten junge Frauen, deren Knochen noch im Aufbau sind, möglichst nicht länger als zwei Jahre mit der Dreimonatsspritze verhüten.

  • Nach der letzten Injektion kann es bis zu einem Jahr dauern, bis sich der Zyklus normalisiert hat und die Frau schwanger werden kann. Für Frauen, die sich nicht so lange festlegen möchten, ist diese Methode ungeeignet.

Kosten

Die Kosten für eine Dreimonatsspritze belaufen sich auf rund 30 Euro. Es können noch Kosten für das Setzen der Spritze von bis zu 15 Euro hinzukommen.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 30.05.2018