Die Sterilisation der Frau

Bei einer Sterilisation werden beide Eileiter verschlossen oder durchtrennt. Dadurch können Eizelle und Spermien nicht mehr zusammenkommen. Eine Befruchtung ist somit nicht mehr möglich.

Der Eingriff

Die Sterilisation wird in der Regel in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus (vor dem Eisprung) vorgenommen, um eine Schwangerschaft möglichst sicher auszuschließen. Der Eingriff kann ambulant oder in einer Klinik (stationär) durchgeführt werden und erfordert eine kurze Vollnarkose. Die Operation dauert etwa 30 Minuten.

Am häufigsten wird die Operation durch einen kleinen Schnitt in der Nähe des Bauchnabels (Bauchspiegelung oder laparoskopisches Verfahren) durchgeführt. Bei dem Eingriff werden die Eileiter entweder über eine Länge von einem Zentimeter elektrisch verödet, mit einem Clip verschlossen oder durchtrennt.

Danach sollten Sie sich eine Weile schonen. Wann Sie wieder Geschlechtsverkehr haben können, hängt von Ihrem persönlichen Befinden ab.

Sicherheit

Die Versagerrate beträgt bei perfekter und typischer Anwendung 0 bis 0,5 Prozent. Sie hängt von der gewählten Sterilisationsmethode und dem ärztlichen Können ab. Das Veröden und Durchtrennen der Eileiter ist zuverlässiger als der Verschluss mit einem Clip. Das Risiko, trotz der Sterilisation schwanger zu werden, ist außerdem bei jüngeren Frauen etwas höher als bei älteren.

Vorteile

Die Sterilisation schützt dauerhaft vor einer Empfängnis und gilt als risikoarm. Danach müssen Sie sich keine Gedanken mehr um die Verhütung machen. Eine Sterilisation beeinflusst im Allgemeinen weder die Hormonproduktion noch das Lustempfinden. Der Menstruationszyklus bleibt ebenfalls meist unverändert, der Beginn der Wechseljahre (Klimakterium) verschiebt sich nicht.

Mögliche Komplikationen

Wie bei jeder Operation im Bauchraum können Komplikationen wie Blutungen, Verletzungen von Blutgefäßen oder inneren Organen, Störungen der Wundheilung und Entzündungen auftreten. Hinzu kommen Narkoserisiken (wie Herz-Kreislauf-Störungen) und ein erhöhtes Thromboserisiko vor allem bei Eingriffen direkt nach einer Geburt.

Nach einer Sterilisation ist auch das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft oder eine Bauchhöhlenschwangerschaft erhöht. Eine Eileiterschwangerschaft kann zu ernsthaften Komplikationen führen.

Eine Sterilisation hat in der Regel keine hormonellen Auswirkungen, sodass der Menstruationszyklus sich nicht verändert. Eine Störung des hormonellen Zusammenspiels durch den Eingriff ist jedoch nicht völlig auszuschließen, da bei der Verödung der Eileiter die Blutgefäße des umliegenden Gewebes verletzt werden können. Dadurch verschlechtert sich die Durchblutung der Eierstöcke, was in seltenen Fällen ihre Funktion und damit auch die Hormonproduktion beeinträchtigen kann. In der Folge kann es zu Stimmungsschwankungen, sexueller Lustlosigkeit, Hitzewallungen und Schlafstörungen kommen. Manche Frauen haben bis zur Operation mit der Pille verhütet und spüren nun plötzlich ihren natürlichen Zyklus wieder – möglicherweise mit Beschwerden während des Eisprungs sowie vor und während der Menstruation.

Auch wenn die meisten Frauen die Sterilisation als unproblematisch und ohne Auswirkung auf ihr Liebesleben empfinden, kann das Wissen, nicht mehr schwanger werden zu können, das sexuelle Verlangen durchaus negativ beeinflussen. Während die eine Frau den Eingriff als Befreiung empfindet und ihr Liebesleben unbeschwerter genießt, kann es bei einer anderen zu unerwarteten seelischen Problemen, sexueller Lustlosigkeit und Schwierigkeiten in der Partnerschaft kommen.

Wohlüberlegte Entscheidung

Die Sterilisation führt zu dauerhafter Unfruchtbarkeit. Der Schritt sollte deshalb wohlüberlegt sein und erst dann infrage kommen, wenn Sie sich sicher sind, keine Kinder (mehr) haben zu wollen. Was im Moment gilt, kann sich unter anderen Lebensumständen schnell ändern. Es kommt immer wieder vor, dass mit einer neuen Partnerschaft auch der Wunsch nach einem (weiteren) Kind wächst.

Fortschritte in der Mikrochirurgie ermöglichen es zwar, eine Sterilisation im Prinzip rückgängig zu machen (Refertilisierung). Doch der Eingriff ist nicht nur aufwändig und relativ teuer. Es gibt zudem keine Sicherheit, dass damit die Fruchtbarkeit tatsächlich wiederhergestellt wird.

Das Risiko, die Sterilisation später zu bereuen, ist umso größer, je früher im Leben der Eingriff vorgenommen wird. Auch in schwierigen Lebenssituationen, zum Beispiel nach einer Trennung oder Scheidung, nach einem Schwangerschaftsabbruch oder direkt nach einer belastenden Geburt, kommt es häufiger zu Fehlentscheidungen. Vor allem in solchen Krisenphasen ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen und nicht übereilt zu handeln.

Sie und Ihr Partner sollten sich einig sein, dass sie keine Kinder (mehr) haben möchten, und gemeinsam überlegen, welche Auswirkungen der Schritt auf Ihre Beziehung haben könnte – auch in sexueller Hinsicht. Das gilt auch für Männer und Frauen, die nicht in einer festen Beziehung leben. Niemand sollte sich zu einer Sterilisation drängen lassen, auch nicht vom Partner. Letztlich muss jede Frau selbst entscheiden, ob dieser Schritt der richtige ist.

Lässt sich der Eingriff rückgängig machen?

Durch eine mikrochirurgische Operation ist es theoretisch möglich, die Fruchtbarkeit wiederherzustellen (Refertilisierung). Dabei werden die verschlossenen Eileiter-Enden wieder durchgängig gemacht. Die Chancen auf einen Erfolg dieses Eingriffes sinken mit zunehmendem Alter der Frau. 

Eine Refertilisierung ist eine relativ komplizierte Operation und mit den üblichen Operationsrisiken verbunden. Da ihr Gelingen zudem unsicher ist, sollte diese Möglichkeit bei Ihrer Entscheidung für eine Sterilisation keine Rolle spielen. Realistisch ist, wenn Sie davon ausgehen, dass eine Sterilisation zu dauerhafter Unfruchtbarkeit führt.

Kosten

Die Kosten der Sterilisation einschließlich der Narkose liegen je nach Methode zwischen 600 und 1000 Euro. Unter eng begrenzten Voraussetzungen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Dies ist dann der Fall, wenn aus medizinischen oder psychologischen Gründen von einer Schwangerschaft dringend abgeraten wird und die Frau die Pille oder Spirale nicht verträgt.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 06.03.2018