Spirale oder Kupferkette auch für junge Frauen?

Lange Zeit wurden Spiralen nur Frauen empfohlen, die bereits Kinder geboren haben. Als Grund wurde insbesondere das Risiko für Infektionen genannt, die zu Unfruchtbarkeit führen können. Nun weiß man: Das Infektionsrisiko ist nur leicht erhöht.

Bei Frauen, die noch nicht geboren haben, ist das Infektionsrisiko bei einer Spirale oder Kupferkette nur leicht erhöht, dies vor allem in den ersten Wochen nach dem Einlegen. Das Risiko sinkt deutlich, wenn vor dem Einlegen Infektionen ausgeschlossen werden und sich Frauen beim Sex mit Kondomen vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Die Gefahr, unfruchtbar zu werden, ist mit der Spirale und der Kupferkette nicht erhöht.

Fraglich ist, ob Spiralen bei jungen Frauen und Frauen ohne Geburten häufiger verrutschen oder ausgestoßen werden. Aktuelle Daten weisen darauf hin, dass eine vorangegangene Geburt keinen Unterschied macht, möglicherweise aber das Alter der Frau. Es wird vermutet, dass die Größe der Gebärmutterhöhle altersabhängig ist, sodass viele Spiralen-Modelle bei jungen Frauen nicht so gut passen und deshalb etwas häufiger ausgestoßen werden. Ob die Kupferkette bei jungen Frauen häufiger ausgestoßen wird, ist unklar, da keine ausreichenden Daten vorliegen. Manchmal scheitert die Einlage aber daran, dass die Gebärmutterwand zu dünn ist, um die Kette sicher zu verankern.

Einen deutlichen Unterschied machen vorangegangene Geburten beim Thema Schmerzen. Für Frauen, die keine Kinder geboren haben, kann das Einlegen der Spirale oder Kette deutlich schmerzhafter sein. Junge Frauen haben danach auch etwas häufiger Unterleibsschmerzen, die oft, aber nicht immer nach einigen Wochen verschwinden. 

Meist wird die Regelblutung stärker und eventuell auch schmerzhafter. Viele junge Frauen schätzen an der hormonellen Verhütung, dass sie nur leichte Blutungen haben und nicht unter Menstruationsschmerzen leiden. Auf diesen Vorteil müssen sie bei der Kupferspirale und -kette verzichten, nicht aber bei der Hormonspirale. Spiralen sind also auch eine Option für junge Frauen und Frauen, die keine Kinder geboren haben. Es ist aber wichtig, Vorteile und mögliche Risiken mit einer Ärztin oder einem Arzt durchzusprechen.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 22.05.2018